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Grund für zwei Millionen Euro?

Die Stadt rechnet mit einem Erlös in Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Verkauf von Grundstücken im geplanten neuen Wohngebiet in Mößling. Diese Zahl nannte Bürgermeisterkandidatin Marianne Zollner bei einer Podiumsdiskussion. Die amtierende Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag wollte die Summe nicht bestätigen.

Mühldorf - Die eine Hälfte der Fläche am östlichen Ortsrand von Mühldorf gehört der Familie Fliegl. Das sagte Zollner bei der Podiumsdiskussion in Mößling (wir berichteten). Auf Nachfrage erklärte sie, dass die Stadt den Landwirtschaftsgrund vor einigen Jahren gekauft und "mit Gewinn" an Fliegl weiterverkauft habe. Damals sei vertraglich geregelt worden, dass die Stadt die Hälfte der Grundstücke erhält, wenn sie das Gebiet 2013 als Bauland ausweist.

Der Stadtrat hat im Oktober des vergangenen Jahres mit der Aufstellung eines Bebauungsplans begonnen, damit ist die Vereinbarung laut Zollner gültig und der Stadt gehören inzwischen etwa 15000 Quadratmeter Grund. Daraus errechne sich ein möglicher Erlös von zwei Millionen Euro durch den Verkauf der Grundstücke an Bauherren.

Die amtierende Bürgermeisterin Preisinger-Sontag bestätigte, dass der Stadt 50 Prozent der Grundstücke gehören, weitere Zahlen wollte sie allerdings unter Berufung auf Vertragsgeheimnisse nicht bestätigen. Wie Zollner geht sie aber davon aus, dass die Stadt das Land zurück geben muss, sollte das Baugebiet nicht ausgewiesen werden. Eine Regresspflicht gegenüber Fliegl sei ihr nicht bekannt, sagte Preisinger-Sontag.

Nach den derzeitigen Plänen sollen in dem Gebiet nördlich der Frixinger Straße etwa 90 Häuser, zumeist Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Die Bebauung ist allerdings umstritten: Das Gelände liegt zum Teil im Hochwassergebiet, einige Mößlinger und auch Stadträte halten die Bebauung für zu dicht und dem Dorfcharakter Mößlings nicht entsprechend. Auch die Zufahrt über die einzige Straße von der ohnehin belasteten Kreuzung Frixinger Straße - Oberhofener Straße steht in der Diskussion.

Dagegen wies Zollner auf die zwei Millionen Euro hin, die der Stadt verloren gehen, sollte das Baugebiet nicht kommen. Sie hält deshalb an den vorhandenen Plänen samt der Erschließung über die Frixinger Straße fest. Die anderen Bürgermeisterkandidaten sprachen sich dagegen für eine Überarbeitung der Pläne aus, für eine weniger starke Verdichtung und eine Verbesserung der Erschließung durch eine zweite Straße. Gefordert wurde auch die Überprüfung des Hochwasserschutzes, die durch eine Erhöhung des Kiesweges zum Gelände des Hundesportvereins an der Autobahn gesichert sein soll.

Auch Mößlinger fürchten eine zu starke Veränderung ihres Ortsteils. Zollner machte am Samstagabend deutlich, dass die Zahl von 600 Bewohnern lediglich auf dem Papier stehe: "Theoretisch ist es nämlich möglich, jedes Haus mit zwei Wohnungen zu belegen." Wie sie rechnet auch BBV-Obmann Ulrich Niederschweiberer mit fast 350 neuen Anwohnern in dem Gebiet, das entspräche der Hälfte der derzeitigen Mößlinger Einwohnerzahl.

Ob das Baugebiet in seiner derzeitig geplanten Form kommt, ist fraglich. Bei der ersten Diskussion im Stadtrat gab es aus allen Fraktionen Kritik an der Bebauung, nur die SPD sprach sich geschlossen für die Bebauung aus. Sieben Stadträte aus UWG, FM und Grüne stimmten damals gegen die Aufstellung des Bebauungsplans. hon

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