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Grasen für den Naturschutz

Tag und Nacht stehen die Schottischen Hochlandrinder auf den Weiden bei Langenstegham. Diese Flächen sollen einerseits Hochwasser abschwächen, andererseits bieten sie neuen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.  Foto  je
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Tag und Nacht stehen die Schottischen Hochlandrinder auf den Weiden bei Langenstegham. Diese Flächen sollen einerseits Hochwasser abschwächen, andererseits bieten sie neuen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Foto je

Mit dem Bau der A94 sind bei Langenstegham Ausgleichsflächen für den Hochwasserschutz entstanden. Das Gebiet entwickelt sich zu einem neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Schottische Hochlandrinder sind Teil des Projekts.

Mettenheim - Die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage können den Hochlandrindern nichts anhaben. Tag und Nacht stehen sie auf ihrer Weide bei Langenstegham und halten die Grasflächen kurz. In Sachen Naturschutz sind sie unterwegs.

Im Zuge des Baus der A94 hat die Autobahndirektion Südbayern bei Langenstegham Ausgleichsflächen geschaffen, die zusätzlich einen Meter tiefer gelegt wurden. Unter den sogenannten Retensionsflächen versteht man Gebiete neben einem Fließgewässer, die aufgrund ihres niedrigeren Niveaus ein Hochwasser abschwächen. Zugleich sollte neuer Lebensraum für seltene Blumen und Vogelarten geschaffen werden. Von Beginn an betreut Joe Engelhardt das Projekt und er sieht es auf bestem Weg.

"Durch die intensive Landwirtschaft geht der Artenreichtum zurück", erklärt er. Die Retensionsflächen sind ein Weg zurück zu einer Vielfalt in Flora und Fauna. Dafür hat er eigens aus dem Isental gewonnenes Saatgut auf etwa einem Drittel der Fläche ausgebracht. Der Erfolg trägt erste Früchte: "Mehlprimeln sind aufgetaucht und auch erste Orchideen haben bereits geblüht", sagt Engelhardt. Aber auch für Vogelkundler gibt es was zu sehen: Schwarz- und Blaukehlchen, Kiebitz, auch Bekasine, Silberreiher und Schwarzstorch auf der Durchreise waren Gäste auf den naturnahen Flächen bei Mettenheim.

Die Schottischen Hochlandrinder übernehmen auf den Weiden die Aufgabe des Gärtners. Sie sorgen dafür, dass die ehemaligen Torfflächen nicht verbuschen, zugleich sind sie Abnehmer der Biomasse. "Wenn solche Gebiete angelegt werden, stellt sich die Frage: ,Wer erntet mit welcher Technik und wohin mit dem Mähgut?'", erklärt Engelhardt. Für Hochleistungsmilchkühe liefere das Gras nämlich zu wenig Nährstoffe. Die Hochlandrinder stehen in der Hinsicht nicht unter Druck und kommen daher mit weniger aus.

"Ihre Kuhfladen sind für Maden und Käfer wie ein gedeckter Tisch", zählt Joe Engelhardt einen weiteren Vorteil der Tiere auf. Etwa 22 Rinder stehen auf insgesamt 26 Hektar, die zugleich Ruhezone für viele Wiesenbrüter sind. "Wenn Spaziergänger diesen Vögeln zu nahe kommen, verlassen sie das Nest und kommen etwa nach zwei Stunden erst wieder zurück. Kühe stellen für sie keine Feinde dar", erklärt Engelhardt. Das Nest bleibt somit nicht unbewacht.

Nach Auskunft von Roland Schaub von der Autobahndirektion Südbayern sollen in diesem Gebiet noch Infotafeln und ein Aussichtspunkt errichtet werden. hi

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