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Gerichtsprozess gegen „Don Dildo“ und Co.

Kastration? Diese Strafen fordern Angeklagte im Kinderporno-Prozess für sich

Der Angeklagte Alexander G. aus dem Landkreis Mühldorf muss sich vor Gericht verantworten.
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Der Angeklagte Alexander G. aus dem Landkreis Mühldorf muss sich vor Gericht verantworten.

Die Angeklagten im Frankfurter Kinderporno-Prozess haben aufsehenerregende Maßnahmen vorgeschlagen, damit sie sich künftig nicht mehr an Kindern vergehen.

Frankfurt/Main – Alexander G. (49) aus dem Landkreis Mühldorf hat dem Gericht seine Kastration angeboten. Doch sein Mitangeklagter im Prozess gegen die Gründer der Kinderschänder-Plattform „Boystown“ ging noch darüber hinaus: Sozialpädagoge Christian Manfred K. (60) alias „Don Dildo“ bettelte um die Sicherungsverwahrung.

Allen vier Angeklagten droht im Prozess vor dem Landgericht Frankfurt wegen anhaltender Pädophilie und Gefährlichkeit zumindest die Feststellung einer vorbehaltlichen Sicherungsverwahrung. Doch Christian Manfred K. genügt das nicht: „Er will in die Sicherungsverwahrung, das sei die beste Perspektive, die er sich denken könne“, sagte sein psychiatrischer Gutachter Dr. Sven Krimmer. Er wolle damit aber nicht seine kindlichen Opfer schützen, so der Psychiater. Vielmehr freue sich K. nach elf Jahren im Dschungel von Paraguay über die gute Versorgung im Hochsicherheitsknast Weiterstadt. Zu Weihnachten wünscht er sich sogar eine Playstation.

Die verstörende Biografie von „Don Dildo“: Er war in seinem Leben schon Krabbenfischer, Marine-Soldat, Taxifahrer und Jugendbetreuer. Als 2010 Nacktfotos von Jugendlichen auf seinem Rechner gefunden wurden, floh er nach Paraguay und baute von dort die Darknet-Plattform „Boystown“ mit auf. Er habe selbst vier Kinder missbraucht, sehe sich aber als asexuell, sagte K. dem Gutachter.

Die Bilder kleiner Jungs habe er als ästhetisch empfunden, sich auf „Boystown“ mit Gleichgesinnten ausgetauscht. Aber er ließ sich auch Spielzeug nach Südamerika schicken und Kinder aus seinem Umfeld mit Schildern posieren, auf denen sie Darknet-User grüßten. Einer dieser Power-User: Fritz Otto K. (66) aus Hamburg alias „Puzzy“. Er schweigt auf der Anklagebank, daher musste Gutachterin Dr. Hildegard Müller seine eigenen Chats unter anderem mit IT-Fachmann Alexander G. (49) aus dem Landkreis Mühldorf sprechen lassen.

Dem schrieb „Puzzy“: „Wenn die Bullen jemals rauskriegen, mit wie vielen Jungen und Mädchen ich rumgemacht habe, krieg ich sofort Sicherungsverwahrung.“ 300 bis 350 seien es bestimmt gewesen. Er fahre am liebsten durch deutsche Städte und zuckele mit seinem Rollator an Spielplätzen entlang: „Meine Sommerpläne: Mit Kids quatschen und hoffen, dass was geht. Gucken ist nicht mein Ding.“

Bei der Razzia im April 2021 fanden die BKA-Beamten fast eine Million kinderpornografische Dateien auf seinem Rechner. Darauf waren auch Lesezeichen zu einem Poppers-Shop, Sexpuppen-Anbieter mit Kindergrößen und K.o.-Tropfen abgespeichert.

Die schlechtesten Prognosen stellten die Gutachter den Hauptangeklagten Alexander G. und Andreas G. (41) aus Nordrhein-Westfalen. Beide missbrauchten auch Kinder aus ihrem eigenen Umfeld. Alexander G. sei überdies zuzutrauen, dass er in Freiheit erneut ein Kinderporno-Netzwerk gründen würde. Die Beweisaufnahme ist damit abgeschlossen. Ab kommender Woche wird plädiert.

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