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PLANENTWURF FÜR ORTSKERN-WEST

Neue Wohngebäude auf landwirtschaftlichen Anwesen? Rege Diskussion im Kraiburger Gemeinderat

Der Planentwurf für die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes „Ortskern-West“ sieht auf dem 2700 Quadratmeter großen Anwesen eine Bebauung mit drei Reihenhäusern im Westen (A) und ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten (B) vor. Kellhuber/Gemeinde
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Der Planentwurf für die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes „Ortskern-West“ sieht auf dem 2700 Quadratmeter großen Anwesen eine Bebauung mit drei Reihenhäusern im Westen (A) und ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten (B) vor. Kellhuber/Gemeinde
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Ein Dreispänner und ein Mehrfamilienhaus auf einem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen mit Obstwiese? Diese Pläne sorgten im Gemeinderat Kraiburg für Diskussinen.

Kraiburg– Eine behutsame Nachverdichtung gibt Stadtplanerin Petra Kellhuber als Zielsetzung für ein gut 2700 Quadratmeter großes Areal an der Jettenbacher Straße in Kraiburg aus.  Auf dem Grundstück, auf dem sich ein sanierungsbedürftiges kleines landwirtschaftliches Anwesen, das als Wohnhaus vermietet ist, und eine Obstwiese befinden, soll ein Dreispänner und ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Geschosswohnungsbau mit sechs Wohneinheiten

Im Bauleitplanverfahren zur Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes „Ortskern-West“ legte Kellhuber jetzt den Planentwurf vor, der eine rege Diskussion im Gemeinderat in Gang setzte.

Im östlichen Bereich des Grundstücks ist Geschosswohnungsbau mit sechs Wohneinheiten geplant. Die maximale Wandhöhe beträgt zehn Meter. Im westlichen Bereich soll eine Reihenhausbebauung, eventuell ein Dreispänner, kommen, mit einer Wandhöhe von 7,50 Metern. Sattel- und Pultdächer werden zugelassen.

Nebengebäude sollen Straßenraum fassen

Entlang der Jettenbacher Straße sieht der Plan vor, mit maximal 3,50 Meter hohen Nebengebäuden den Straßenraum zu fassen. Pkws sollen nicht vor den Häusern stehen, sondern im hinteren Bereich des Grundstücks. Zwei Stellplätze pro Wohneinheit sind nachzuweisen.

Der frühere Kirchweg entlang der Nordseite des Grundstücks, der noch immer eine wichtige Funktion hat, soll über eine Dienstbarkeit auf der kürzesten Entfernung gesichert werden.

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Wie die Planerin betonte, wurde zur Klärung artenschutzrechtlicher Fragen früh der Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde gesucht. Bäume, die zum Teil Bruthöhlen haben, sollen so weit wie möglich erhalten werden. Sie werden auch im Bebauungsplan so festgesetzt. Durch zusätzliche Pflanzungen soll der Baumbestand wieder ergänzt werden.

Versiegelung vermeiden

Gemeinderat Franz Kifinger (UWG) hält nichts davon, die Parkplätze nach hinten zu verlagern. Da werde wegen der Zufahrten sehr viel Fläche versiegelt, fürchtet er. Die geschlossene Linie an der Straße sei nicht notwendig, findet Kifinger, „lieber mehr Grünfläche“.

Dagegen meinte die Planerin: Bei Garagen an der Jettenbacher Straße brauche man wegen der Tore fünf Meter Luft zur Straße. Und wenn man vom Norden her auf die Garagen zufahre, dann werde erst recht viel versiegelt. Im Übrigen brauche es ohnehin eine Zufahrt, an die die Parkplätze im hinteren Bereich unmittelbar andocken sollen.

Sind die Häuser zu hoch?

Auf Gerhard Preintner (UWG) wirken die Häuser zu hoch. Zehn Meter, das seien drei Vollgeschosse plus Dachgeschoss.

Kellhuber verwies auf die hohen und massiven Gebäude vom Süden her. Alle anderen Häuser in der Straße wiesen zwei Vollgeschosse und einen Dachraum auf. Im Bestand seien es zwei Vollgeschosse mit Kniestock. Vor allem aber befinde sich in diesem wassersensiblen Bereich der Fußboden einen Meter über Gelände. Es gehe also um drei Vollgeschosse.

Bürgermeisterin spricht von „gelungenem Entwurf“

Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) sprach von einem „gelungenen Entwurf“. Grade die Parkplatzlösung gefalle ihr gut. Bei einer GRZ von 0,4 dürften höchstens 40 Prozent der Fläche überbaut werden. „Da kann nicht alles zubetoniert werden.“

Froh ist Jackl vor allem auch darüber, dass „wir den Weg vom Unterbräu zum Friedhof kriegen“. Und naturschutzrechtliche Themen seien „sehr berücksichtigt. Da wurde jede Nistmöglichkeit aufgenommen.“

Mit 12:4 Stimmen befürwortet

„Es heißt immer, man muss verdichten. Es bleiben Bäume drin. Ich kann gut mit der Planung leben“, sagte Anton Voglmaier (CSU). Und Zweiter Bürgermeister Werner Schreiber (SPD) begrüßt es, dass die Straßenlinie mit den Nebengebäuden weitergeführt werde. „Vernünftig, nicht überdimensioniert“, findet Dr. Sebastian Heiml (CSU) die Planung.

Mit 12:4 Stimmen hat der Gemeinderat den Planentwurf gebilligt. Er geht jetzt in die öffentliche Auslegung.

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