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ABWARTEN ODER STARTEN?

Gemeinde Aschau will Ortsentwicklungsplan aufstellen, wird aber von Corona gebremst

Altes Pfarrhaus Gemeinde Aschau
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Vor einigen Monaten hat die Gemeinde Aschau das alte Pfarrhaus erworben. Wie das Gebäude künftig genutzt werden kann, soll im Zuge des Ortsentwicklungsplans verfolgt werden.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Es ist das Thema, dem die Bürgermeisterkandidaten vergangenes Jahr hohe Prioritäten eingeräumt haben: ein Ortsentwicklungsplan für Aschau. Doch nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie ist nicht viel passiert. Zu wenig für das Bündnis Aschau, das mit einem Antrag Schwung in das Thema bringen will.

Aschau – In acht Monaten habe es der Gemeinderat nicht auf den Weg gebracht, eine Ortsentwicklung strukturiert auf den Weg zu bringen. „Es wurden keine Handlungsfelder definiert, Planungsschritte gekennzeichnet oder Personen für die Steuerung der Maßnahme benannt“, schreibt Fraktionsvorsitzender Thomas Duxner in dem Antrag, der in der nächsten Sitzung des Gemeinderats behandelt werden soll.

Erfolg hängt vom Einstieg ab

Nachdem der neue Gemeinderat in den ersten Monaten eine auf die Kommune abgestimmte Geschäftsordnung auf den Weg gebracht hatte, sollte in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Ortsentwicklungsplan das nächste große Projekt sein.

Für Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) wäre das der richtige Startschuss, wie er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats betonte. „Es lähmt, wenn wir das Projekt von innen heraus machen.“ Er habe im Vorfeld mit Fachleuten gesprochen, die die Auffassung vertreten, dass der Erfolg vom richtigen und professionellen Einstieg abhänge. „Einmal falsch, schlecht oder ungeschickt gestartet, ist der Erfolg nur schwer zu retten. Alle raten von einer Bearbeitung „im eigenen Saft“ ab – das Thema ist einfach zu wichtig und zu komplex, die Ansichten oft emotional und sentimental und die Kompetenzen in einem Laiengremium oft unterschiedlich stark ausgeprägt“, sagt Weyrich auf Nachfrage. Deshalb brauche es einen kompetenten Moderator, der beim Einstieg und auf dem weiteren Weg begleitet und auch den Prozess der Bürgerbeteiligung betreut.

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Übers Knie brechen will Weyrich den Ortsentwicklungsplan nicht, sondern den Schritt mit dem Gemeinderat und den Aschauern gemeinsam machen. Im persönlichen Austausch und nicht über eine Videokonferenz. „Das Thema ist wichtig, aber wir sollten warten, bis es angesichts der Lage verantwortbar ist.“

Auf die Expertise der Fachleute will Weyrich auch nicht verzichten. Mit deren Unterstützung soll der Gemeinderat den Einstieg in das Projekt machen und dabei die Herangehensweise, eine Lenkungsgruppe aus dem Gemeinderat und den Zeitplan abstecken. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll es dann an die Grundlagenermittlung gehen.

„Sobald wir konkrete fachliche Beurteilungsgrundlagen haben, möchte ich mit der Bürgerbeteiligung beginnen.“ Mit dem Gemeinderat wolle er einen Rahmen schaffen, Beteiligungsspielraum ermöglichen, Identifikation – und damit ein Engagement der Bürger – erreichen und diese Ergebnisse in den Entscheidungsprozess mit einbinden.

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Ein Termin mit den Fachleuten war bereits vereinbart, ebenso eine Exkursion nach Kirchanschöring zum Thema „Schaffung kommunalen Wohnraums für Senioren“. Beides musste coronabedingt abgesagt werden. „Wenn es aufgrund der Pandemielage noch einige Zeit dauert, bis wir einen zielorientierten Einstieg hinbekommen, dann sollte es uns das wert und in Anbetracht der Gesamtumstände auch nachvollziehbar sein.“

Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen

Thomas Duxner will aber die Zeit bis dahin nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern das Projekt so bald wie möglich auf die Schiene setzen. „Wir sollten die Zeit nutzen, um es intern voranzutreiben“, sagte er im Gemeinderat. Einige wichtige Punkte könnten sich vorab herauskristallisieren – auch ohne Fachleute.

Im Projektmanagement der Ortsentwicklung müssen nun der Projektstart und die Projektplanung im Gemeinderat erfolgen. Diese zwei ersten Phasen des Projekts sollen - gerne auch online-gestützt - zügig geplant werden, schreibt das Bündnis Aschau in ihrem Antrag.

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Thomas Wintersteiger (CSU) sah allerdings keine Notwendigkeit: „Das Thema ist angestoßen und es gab einen Termin mit den Profis. Einen Ortsentwicklungsplan sollten wir vernünftig und nachhaltig anpacken.“ Auch Hans Baumgartner (SPD) will, dass sich in diesem Punkt endlich etwas bewegt. Dazu müsse man sich zusammensetzen können, was aber aktuell nicht möglich ist. „Die Gesundheit geht vor.“

In der Sitzung wollte sich Thomas Duxner nicht näher zum Antrag seiner Fraktion äußern. „Reden wir darüber, wenn der Antrag auf der Tagesordnung steht.“ Das soll in der nächsten Sitzung der Fall sein. Die ursprünglich am 9. Februar geplante Sitzung des Gemeinderats fällt aber aus.

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