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Zum Tag des offenen Denkmals

Gegen den Verfall von Gebäuden: So viel hat Neumarkt in den letzten Jahrzehnten investiert

Die Umgestaltung der sogenannten alten Schmiede ist erst einmal auf Eis gelegt. Die Pflichtaufgaben der Stadt bündeln aktuell Millionenbeträge.
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Die Umgestaltung der sogenannten alten Schmiede ist erst einmal auf Eis gelegt. Die Pflichtaufgaben der Stadt bündeln aktuell Millionenbeträge.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Landesverein für Heimatpflege will das Bewusstsein nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei den Behörden schärfen. Dessen Geschäftsführer Dr. Rudolf Neumaier aus Töging bezeichnet Denkmäler als „identitätsstiftend“

Neumarkt-St. Veit – Anlässlich des Tages des offenen Denkmals am Sonntag beklagt Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege, eine vielfach eklatante Vernachlässigung von Gebäuden, die auf der Denkmalliste stehen. Doch was dagegen tun? Kommunen sind oft machtlos, weil es an finanziellen Mitteln fehlt, um altehrwürdige Gebäude zu sanieren.

„Aus allen Teilen Bayerns erhalte ich wöchentlich Anrufe und Zuschriften von Menschen, die auf den desolaten Zustand von Denkmälern hinweisen, die Untätigkeit von Behörden bemängeln und den Landesverein um Unterstützung bitten“, beklagt Dr. Rudolf Neumaier, der aus dem benachbarten Töging stammt. Seiner Ansicht nach seien Denkmäler für die Menschen genauso identitätsstiftend wie Dialekte, Bräuche und Trachtenkleidungen. Leider sei das vielen Entscheidungsträgern offenbar nicht bewusst, findet Neumaier, der erst vor knapp zwei Wochen in Neumarkt-St. Veit zu Gast war, um sich ein Bild von den Sanierungsarbeiten am Neumarkter Stadtplatz zu machen. In vielen Fällen liegt es nach Ansicht Neumaiers am Desinteresse oder an der mangelnden Motivation der Unteren Denkmalschutzbehörden, dass zu wenig gemacht wird. Manchmal seien selbst Entscheidungen vom Landesamt für Denkmalpflege nur „schwer nachvollziehbar“.

Alte Häuser spiegeln auch Lebensgefühl

Neumaier fordert deshalb: „Je früher man einschreitet, umso mehr kann der weitere Verfall von Gebäuden aufgehalten werden.“ Es gelte, gerade bei den Behörden, das Bewusstsein dafür zu schärfen, was man hat. „Es geht um den Erhalt von Gebäuden, die wir von den Vorfahren bekommen haben. Ob 50, 100 oder 700 Jahre alt, sie prägen das Erscheinungsbild unserer Dörfer und unseres Landes. Und damit auch das Lebensgefühl!“

Dorferneuerung oft mustergültig

Explizit positiv äußert sich der Geschäftsführer des Landesvereins zum Thema Dorferneuerung: „Die nimmt Bezug darauf, was da ist. Und das vielfach mustergültig. Der Bestand wird in die weitere Entwicklung integriert. In diesem Prozess ändert sich auch die Nutzung von bestehenden Gebäuden immer wieder.“ Neumaier findet, dass man viel zu sorglos mit den vorhandenen Schätzen umgehe. „Wir reißen Gebäude eher ab, als sich um deren Erhalt zu kümmern!“

Wenn das Gesetz nicht angewandt wird, wird es zur Farce

Neumaier ist bewusst, dass der Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden oft mit hohen Kosten verbunden ist. Doch gebe es dafür nennenswerte Fördergelder. Er stellt fest: „Es gibt ein Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler. Wenn es nicht angewandt wird, dann macht man das Gesetz zur Farce!“

Gebäudeerhalt schön und gut. Aber wenn Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner solche Forderungen vernimmt, bekommt er Bauchschmerzen. Zur Forderung des Landesvereins nach mehr Unterstützung meint das Neumarkter Stadtoberhaupt, dass diese sicherlich in vielen Bereichen zutreffend sei. „Aber man muss halt auch den Einzelfall betrachten. Auch wenn man Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes ist, ist es nicht immer einfach möglich, dieses Gebäude zu sanieren oder instand zu halten. Oftmals kommt man zu so einem Gebäude auch nicht gewollt, aber die Pflicht entsteht mit dem Eigentum.“

Öffentliche Zuschüsse können helfen, die Ausgaben für Sanierungsmaßnahmen zu verringern.

Viel Geld für städtische Schmuckstücke ausgegeben

Aber dazu sagt Baumgartner: „Öffentliche Mittel sind zur Zuschüsse, also nur ein Anteil an den Kosten. Wenn man dann von dem Gebäude keinerlei persönlichen Vorteil hat, ist es oft schwierig, die Eigenmittel dazu aufzubringen.“

Was die Sanierung öffentlicher Gebäude in Neumarkt-St. Veit betrifft, hat die Rottstadt in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge Geld in die Hand genommen, um Schmuckstücke zu erhalten. Die größten Sanierungsmaßnahmen der Einzeldenkmäler der vergangenen Jahre war die Sanierung von Schloss Adlstein, der Kulturbahnhof, das Geschäftshaus mit Gaststätte Fruhmannhaus sowie der Herzogliche Kasten. „Dies hat Kosten von circa acht bis neun Millionen Euro verursacht.“

Denkmalamt war in der Stadt

Und damit ist die Stadt noch nicht am Ende angelangt: „Im Eigentum der Stadt stehen ja die beiden Gebäude am Oberen Tor, die auch zur Sanierung anstehen.“

Dazu hat es am vergangenen Donnerstag eine Besichtigung mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Rahmen des regelmäßigen Amtstages gegeben. „Wir sind dabei, hier sinnvolle und finanziell tragbare Lösungen zu finden.“

Mit einer Kommentierung anderer Gebäude, die nicht im Eigentum der Stadt stehen, werde er sich zurückhalten. Allerdings betont er auch: „Es ist für die Stadt und das Ortsbild aber sehr wichtig, wenn ortsbildprägende und im Zentrum stehende Gebäude ordentlich unterhalten werden. Tolle Beispiele dazu sehen wir ja im Stadtplatz und dessen Nähe!“

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