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Gedächtniskonzert in Mühldorf

Gegen Corona und den Tod: Fritz-Killermann-Connection spielt in Mühldorf zur Erinnerung an Michael Roß

So ernst war es dann doch nicht: Killermann, Kurz, Jost, Keul und Siegmeth (von links) boten einen kurzweiligen Jazzabend. Dem Andenken an Flötist Michael Roß gewidmet und durch den neuerlichen Abschied vom Konzertbetrieb geprägt, gelang den fünf Musikern trotzdem ein leichtgängiger Gig auf ganz hohem musikalischen Niveau.
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So ernst war es dann doch nicht: Killermann, Kurz, Jost, Keul und Siegmeth (von links) boten einen kurzweiligen Jazzabend. Dem Andenken an Flötist Michael Roß gewidmet und durch den neuerlichen Abschied vom Konzertbetrieb geprägt, gelang den fünf Musikern trotzdem ein leichtgängiger Gig auf ganz hohem musikalischen Niveau.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Mit einem Jazzabend in Mühldorf erinnerte die Fritz-Killermann-Connection an den verstorbenen Flötisten Michael Roß. Und swingt sich in den neuen Corona-Lockdown ein.

Mühldorf – Dass ein wehmütiger Abend so fröhlich sein kann: Die Fritz-Killermann-Connection erinnerte im Mühldorfer Haberkasten nicht nur an den im Herbst letztes Jahr gestorbenen Flötisten und Saxofonisten Michael Roß, sondern bedauerte auch das Ende der ohnehin nur kurzen Spielzeit in diesem Herbst.

So wurde das ungeliebte Corona-Virus zum hässlich-verbindenden Glied eines sehr gelungenen Jazz-Abends.

Ein Opfer der Corona-Pandemie

Denn der Wasserburger Roß, Lehrer an der Musikschule in Mühldorf, litt wie kaum ein anderer Musiker an den Verwerfungen der Pandemie, an der Unmöglichkeit mit anderen zu musizieren, zu improvisieren, zu unterrichten, aufzutreten.

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Er erkrankte als einer der ersten Menschen im Landkreis Mühldorf an der Seuche, sie fügte ihm nicht nur körperlich großen Schaden zu. Auch nach seiner Genesung ließ ihn das Virus mit all seinen Einschränkungen nicht los.

Der letzte Gig vor dem neuerlichen Lockdown

Die Fünf, die im Haberkasten an ihn erinnerten, auch sie stehen zusammen mit ihrem Publikum wieder vor dem Ende der gemeinsamen Kultur, dem letzten Gig in diesem Jahr, so „kurz vor Einsendeschluss“, wie Schlagzeuger Michel Keul sagte, der mit viel Esprit durch den Abend führte.

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Dem Programm und dem Spiel war von Wehmut und Depression nichts anzumerken. Mit großer Leichtigkeit und einem Schuss Ironie musizierten zusammen mit Keul und Bandnamensgeber Killermann (Klavier) Andreas Kurz (Bass) Tizian Jost (Vibraphon), Hugo Siegmeth (Flöte/Saxofon) zweieinhalb Stunden lang. Sie spielten Jazzklassiker von Duke Ellington, Frank Forster und Sam Rivers oder Kompositionen von Killermann und Siegmeth.

Vibrafon gibt dem Jazz besondere Note

Mit den eher selten zu hörenden Vibrafonklängen gab Tizian Jost der Musik an diesem Abend eine ganz eigene und besondere Note. Moderator Keul bot überaus abwechslungsreiches, filigranes Trommelspiel. Zusammen mit Bassist Kurz bildete er ein verlässliches und dabei immer wieder überraschend geformtes Rückgrat des Auftritts in nicht nur rhythmisch anspruchsvollen Zeiten.

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Die beiden Mühldorfer in der Combo, die Homeboys wie Schlagzeuger Keul sie ankündigte, prägten den Charakter des Abends. Killermanns Kompositionen machten fast die Hälfte des Konzerts aus, unter ihnen beinahe schon Klassiker wie Summer never comes oder Soap in the soup, Stücke die weit über 20 Jahre auf dem Buckel haben.

Grandios: Hugo Siegmeth am Sopransaxofon

Seltener als Killermann ist Hugo Siegmeth am Inn zu hören, der vor allem mit dem Sopransaxofon Großartiges leistete, so expressiv, so schnell, so eindringlich. Und zum Glück griff er zur Flöte, dem wichtigsten Instrument von Michael Roß, das Siegmeth, so erzählte er, am liebsten zu Hause gelassen hätte. „Als Zeichen des Respekts wollte ich die Flöte heute eigentlich nicht spielen“, erinnerte Siegmeth daran, dass die Fritz-Killermann-Connection ursprünglich schon im vergangenen Herbst hätte spielen sollen – mit Roß an der Flöte. „Aber Michael war sehr tolerant, er würde es mir nachsehen.“

Die Musik ist leider verhallt

So viel zum Nachsehen gab es bei Siegmeths Flötenspiel dann aber doch nicht.

Und so genossen die Gäste die gemeinsamen Stunden, wollten die Musiker gar nicht mehr gehen lassen und verlangten ihnen drei Zugaben ab. Die gab es bereitwillig, schließlich waren es die letzten, bevor es in den Corona-Lockdown geht. Siegmeth nutzte eine der großen Vibrafonnummern, um im Publikum Platz zu nehmen „und ein bisserl Musik zu hören“. Musik, die bei den Besuchern weiterklingen mag, wenn es jetzt im Haberkasten wieder still wird.

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