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Ampfing trauert

Gastronomin mit viel Herz: Agnes Hinterecker völlig überraschend mit 83 Jahren gestorben

Agnes Hinterecker war eine Wirtin mit Leidenschaft.
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Agnes Hinterecker war eine Wirtin mit Leidenschaft.
  • Rita Stettner
    VonRita Stettner
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Ihr Leben gehörte ihrer Tätigkeit als Wirtin. Und eine solche war Agnes Hinterecker aus voller Leidenschaft. Sie hat nicht nur gut gekocht, sondern war eine Wirtin mit Leib und Seele – die gute Seele des Hauses.

Ampfing – Ein Dorf trauert. Denn Seniorwirtin Agnes Hinterecker ist im Alter von 83 Jahren völlig überraschend gestorben. „Die Leute sagen“, so Pfarrer Florian Regner im Nachruf, „eine Wirtin wie sie keine bessere sein konnte!“ Die Wirtschaft sei nicht nur ein Ort zum Essen gewesen, sondern auch ein Stück Heimat. „Hinkommen und sich wohl fühlen, willkommen sein.“

Wirkliche Gastfreundschaft erfahren

Viele werden das Bild von Agnes Hinterecker im Kopf haben, wie sie an der Kasse steht und dort die Gäste empfängt. Bei ihr wurden die Gäste nicht abgefertigt, bei ihr hat man wirkliche Gastfreundschaft erfahren. Und so kannte man sie: Agnes Hinterecker ist solange geblieben bis alle anderen gegangen waren. In diesen Stunden entstanden viele unvergessliche Momente und Erlebnisse, von denen Agnes Hinterecker oft und auch gerne erzählt hatte. Sie hatte deswegen auch nicht nur eine Familie, sondern gleich drei: Sie nannte dabei die leibliche, das fleißige Personal und natürlich ihre die Gäste.

Fleißig und gewissenhaft

Ihr Leben war geprägt von Fleiß, Arbeit und Gewissenhaftigkeit. Agnes Hinterecker hat gerne Theater gespielt und bei den Ritterspielen 1988 verkörperte sie die Bäuerin Agnes. Was sie besonders freute: Dass auch beim diesjährigen Freilichtspiel „1322“ eine Bäuerin gab, die ihren Namen trug.

Als Ausgleich zur Arbeit in der Gastronomie ging sie zum Schwimmen, besonders das Frühschwimmen in der Grünen Lagune hatte es ihr angetan. Gerne Dekorierte sie und unternahm Ausflüge und Reisen mit ihrem Franz. Die beiden waren über 65 Jahren zusammen und haben vieles gemeinsam durchgestanden.

Der Vater wurde schon bald an die Front gerufen

Am 24. Juni 1939 wurde sie in Ampfing als drittes und jüngstes Kind von Therese und Johann Engelhardt, geboren. Der Zweite Weltkrieg hatte da schon begonnen und kurz nach ihrer Geburt wurde ihr Vater eingezogen. Die Mutter war von diesem Zeitpunkt an allein mit der Metzgerei und hatte viel Arbeit. Agnes verbrachte deshalb ihre Jugend bis zu 10. Lebensjahr bei ihrer Tante Resi. Nach deren Tod ging sie in die Klosterschule nach Mettenheim. Mit 14 Jahren begann Agnes eine Ausbildung zur Verkäuferin in der elterlichen Metzgerei. Mit 16 Jahren nahm sie eine Volunteer-Stelle in Seebruck, an.

Beim Gartenfest in Neufahrn hat es gefunkt

Bei einem Gartenfest in Neufahrn hatte sie dann ihren Franz, den sie vorher schon gekannt hatte, etwas näher kennengelernt. Man verliebte sich. Am 18. Oktober 1957 fand die Verlobung statt und 1958 wurde geheiratet. Mit der Heirat übernahmen die beiden auch die Landwirtschaft, das Gasthaus und den Landhandel. Vier Kinder ergänzten in den folgenden Jahren das Familienglück: 1958 kam Sohn Franz auf die Welt, 1960 Sohn Josef, 1962 Sohn Erwin, und 1968 folgte noch ihre Tochter Johanna. Der Betrieb lief sehr gut und die Arbeiten wurden aufgeteilt. Während Franz sich um die Gäste kümmerte, fand Agnes ihren Platz in der Küche. 1990 wurde die Gastwirtschaft an Sohn Erwin übergeben. Agnes unterstützte Erwin jedoch weiterhin in allen Bereichen im Ampfinger Hof.

Am Jahrestag der Verlobung gestorben

Bis vor wenigen Wochen war sie noch voll im Einsatz. Im August hatte sie einen Unfall, der eine Knieoperation nach sich zog. Am 18. Oktober deckte Sie zum 90. Geburtstag ein letztes Mal den Tisch für ihren Franz – ihrem Verlobungstag genau 65 Jahre zuvor. An diesen Tag wurde sie nach einem Herzversagen aus dem Leben gerissen. Als letzter Gruß von ihrem Franz wurde in der Pfarrkirchen Ampfing das Lied „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ gespielt.

„Im Herzen bleibt sie unsere Ampfinger Wirtin“

Georg Eisner, Vorsitzender der „Isentaler“ Ampfing“, hielt am Grab- stellvertretend den Nachruf für alle beheimateten Vereine im Gasthaus Hinterecker. „Sie war eine von uns, ihr Platz wird jetzt leer bleiben und viele werden Sie vermissen. Aber in unserem Herzen bleibt sie unsere Ampfinger Wirtin!“, so Eisner in bewegenden Worten.

Viele Trauergäste hatten sich versammelt, um sich von ihrer Wirtin zu verabschieden, mehrere musikalische Abschiedsgrüße gab es dabei von den Ampfinger Kirchenbläsern unter der Leitung von Andreas Hartmetz.

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