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Grünes Licht vom Gemeinderat

Fußweg B3 wird eingezogen: Eine kleine Gasse sorgte in Buchbach für große Diskussionen

So präsentiert sich der Fußweg B3 von der Wagnergasse zur Kirchgasse aktuell. Auf dem rechten Grundstück ist das Gesundheitszentrum entstanden. Investorin Franziska Bauer möchte noch vier weitere Parkplätze bauen, die auch öffentlich genutzt werden können, versprach sie in der Gemeinderatssitzung.
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So präsentiert sich der Fußweg B3 von der Wagnergasse zur Kirchgasse aktuell. Auf dem rechten Grundstück ist das Gesundheitszentrum entstanden. Investorin Franziska Bauer möchte noch vier weitere Parkplätze bauen, die auch öffentlich genutzt werden können, versprach sie in der Gemeinderatssitzung.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Konkret geht es um einen öffentlichen Weg, der ganz schmucklos B3 genannt ist, und die Wagnergasse und die Kirchgasse verbindet. Jetzt hat der Marktgemeinderat grünes Licht für die Einziehung des Weges gegeben, obwohl sich zahlreiche Bürger für die Beibehaltung des Weges ausgesprochen hatten.

Buchbach – Franziska Bauer hat in der Wagnergasse ein Ärztehaus – das MVZ Buchbach – geschaffen. Dafür hatte sie das entsprechende Grundstück gekauft, an dessen Grenze der öffentliche Weg B3 verläuft. Dieser Weg hat sich im Lauf der vergangenen Jahre aber offensichtlich in Richtung des Bauer‘schen Grundstückes verschoben. Damit konnten vier Parkplätze, die dort eingeplant waren, nicht gebaut werden.

Deshalb hat Franszika Bauer die Einziehung des Weges beantragt. Im Rahmen des dafür notwendigen Verfahrens wurde der Weg auch von einer Delegation des Landratsamtes begutachtet. Dabei wurde noch einmal klargemacht, dass ein Weg aus zwei Gründen eingezogen werden kann: Zum einen, wenn er seine Verkehrsbedeutung verloren hat. Das sah das Landratsamt in diesem Fall nicht gegeben. Es baute dem Marktgemeinderat aber eine Brücke für den zweiten Grund. Dieser könne entscheiden, dass es „überwiegende Gründe des öffentlichen Wohles“ gebe, die für eine Einziehung sprechen.

Vier zusätzliche Parkplätze für die Öffentlichkeit

Das Für und Wider wurde im Marktgemeinderat ausführlich besprochen. Zudem durfte Franziska Bauer ihre Sicht der Dinge ebenfalls klarlegen. Sie verwies unter anderem darauf, dass sich in dem Ärztezentrum weitere Ärzte niederlassen werden und es in der schmalen Wagnergasse bereits jetzt ein Verkehrschaos gebe. Zudem werde der Fußweg, der seine Nostalgie verloren habe, aus ihrer Sicht nur selten genutzt, da es ja parallel dazu die Friedhofsgasse gebe. Diese ist gut ausgebaut, wesentlich breiter und beleuchtet. Sie sagte zu, dass die vier Parkplätze, die entstehen sollen, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Philipp Rinberger (Umlandliste Buchbach) machte deutlich, dass sich eine überraschend hohe Zahl von Bürgern für den Erhalt des Fußweges ausgesprochen habe. Allerdings sah er auch, dass zusätzliche Parkplätze an dieser Stelle wichtig wären. Er schlug einen Kompromiss vor. Man könne vielleicht beide Interessen vereinen, wenn man den Fußweg über das Grundstück von Franziska Bauer führt. Er sah sogar die Möglichkeit, dass dann fünf Parkplätze geschaffen werden könnten. Baurechtlich sei dieser Vorschlag „denkbar und umsetzbar“, sagte Konrad Folger von der Bauverwaltung des Rathauses. Franziska Bauer winkte allerdings ab. Sie hatte Bedenken, dass diese Lösung gefährliche Situationen zwischen Fußgängern und Parkplatz suchenden Autofahrern heraufbeschwören könnte.

Keinen Rechtsstreit vom Zaun brechen

Manfred Kroha (CSU/FWB) warnte davor, einen Rechtsstreit mit einem Investor vom Zaun zu brechen. Und das auch noch bei einem Vorzeigeprojekt wie dem Gesundheitszentrum, um das Buchbach beneidet werde. Karl-Heinz Kammerer (CSU/FWB) ergänzte, dass die Schaffung von Parkplätzen am Ärztehaus von öffentlichem Interesse seien.

Joachim Schöngut (Grüne/Unabhängige) hatte eine andere Sichtweise. Wenn in der Wagnergasse noch mehr Parkplätze geschaffen werden, dann würde das noch mehr Verkehr schaffen. Durch den Fußweg würde die Wagnergasse hingegen entlastet werden. Salih Akyildiz (CSU/FWB) meinte trocken, dass Kranke wohl eher nicht zu Fuß kommen werden und Maria Vitzthum (CSU/FWB) meinte pragmatisch, dass es in der Gemeinde andere Wege gebe, die es wert wären, erhalten und ausgebaut zu werden.

Parkplatzmisere ist damit nicht gelöst

Joachim Schöngut bezweifelte, dass das Ärztehaus wegen drei fehlender Parkplätze zugrunde gehen würde. Ramona Enders (Grüne/Unabhängige) erinnerte daran, dass „Frau Bauer ein Grundstück mit einem gewidmeten Weg gekauft hat“. Manfred Rott (Wahlvorschlag Ranoldsberg) gab zu bedenken, dass vier zusätzliche Parkplätze die Buchbacher Parkplatzmisere auch nicht lösen könnten.

Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) fragte, was wäre, wenn der Weg nicht eingezogen werden würde. Dann müsste die Gemeinde ihn dahin verlegen, wo er ursprünglich war und zudem für seinen Unterhalt aufkommen.

Am Ende sprach sich der Marktgemeinderat mit 10:5 Stimmen für die Einziehung des Fußweges B3 aus.

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