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Seit mehr als 10 Jahren

Für Familien und Kinder in Not: Waldkraiburger Verein lässt Sterntaler regnen

2017 übergab Gründungsvorsitzende Manuela Keller (rechts) an ihre Nachfolgerin Inge Schnabl.
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2017 übergab Gründungsvorsitzende Manuela Keller (rechts) an ihre Nachfolgerin Inge Schnabl.
  • Erika Fischer
    VonErika Fischer
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Vor über einem Jahrzehnt wurde der Verein Sterntaler gegründet. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Mit mehreren hunderttausend Euro hat der Verein seitdem Familien und Kinder in Not unterstützt.

Waldkraiburg– Am 15. September 2009 trafen sich 20 Interessierte im Haus Sudetenland auf Einladung der Unternehmerin Manuela Keller. Die Geschäftsführerin der EMG Casting brachte ein Anliegen zu diesem Treffen mit, das ihr sehr wichtig war (siehe Interview). Schon bald sollte eine Erfolgsgeschichte daraus werden, die bis heute andauert.

Damals im September vor über elf Jahren wurde der „Verein Familien und Kinder in Not *STERNTALER* Waldkraiburg und Umgebung e.V“ aus der Taufe gehoben. Seitdem hat er unzähligen Menschen in Not unterstützt und mehrere hunderttausend Euro ausgereicht für spontane Soforthilfe und Projekte von Organisationen.

Benefizaktionen helfen Helfen

Es ist zwar die Lieblingsbeschäftigung des Vereins und seiner Vorstände, Sterntaler in Form von Hilfeleistungen verschiedenster Art an Kinder und Familien in Not zu geben. Die Hauptaufgabe besteht jedoch zunächst darin, Geld zu sammeln, um es dann sehr gezielt für gute Zwecke wieder auszugeben.

Schon im Herbst 2019 startete eine erste Benefizveranstaltung, die „Nacht der Sterne“ in einem indischen Restaurant in Waldkraiburg. Der Erlös: knapp 5000 Euro. Der Gedanke, durch Benefizaktionen Geld in die Kasse zu bekommen, wurde an zielstrebig weiter verfolgt. Die Egerländer Blaskapelle spielte für Sterntaler und die Realschule startete einen Sponsorenlauf, der 3000 Euro einbrachte.

Benefizlauf bricht alle Rekorde

2010 zogen sich zum ersten Mal Läufer und Walker die Sportschuhe für einen Benefizlauf an, um den 1,2 Kilometer langen Rundkurs im Stadtpark möglichst oft zu bewältigen und damit pro Runde einen Euro in der Kasse klingeln zu lassen. 2013 nahmen bereits 268 Sportler daran teil. Ein jährlich wechselndes, attraktives Rahmenprogramm zog immer mehr Teilnehmer und Publikum an.

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Über 40.000 Euro für Familien in Not

Der Lauf entwickelte sich zum beliebten Familienfest im Park, unterstützt von einem gut eingespielten Organisations- und Helferteam. Prominente wie Staatssekretär Stephan Mayer, Läuferass Katrin Esefeld, die verstorbene Triathletin Julia Viellehner oder auch Bürgermeister Robert Pötzsch drehten fleißig ihre Runden. Vereine, Firmen, Parteien und Schulen wetteiferten um die stärkste Teilnehmerzahl. Der TSC Waldkraiburg stellte 2019 mit 135 Mitgliedern einen neuen Rekord auf. Sagenhafte 845 Teilnehmer „erliefen“ an diesem Tag inklusive der Pauschalspenden von Firmen und Institutionen den Betrag von 8000 Euro.

Hunderte von Gesuchen

Wem hilft nun der Verein im Besonderen? Wichtig ist es der neuen Vorsitzenden Inge Schnabl wie ihrer Vorgängerin Manuela Keller, Kinder, Familien und Einrichtungen in Waldkraiburg und dem gesamten Landkreis rasch und unbürokratisch zu unterstützen.

Und das unterstützen die „Sterntaler“

Jeder Antrag wird gewissenhaft geprüft und befürwortet oder auch abgelehnt. Von Winterstiefeln, Kinderbetten und Waschmaschinen über Krippenwägen und Spielsachen für die Kitas bis zu Einzeltherapien: Hunderte von Gesuchen wurden schon bearbeitet.

Doch auch Beiträge für die Musikschule oder den Sportverein, Brotzeiten für die Horte, Zuschüsse für die Vorbereitung zu den Quali- Abschlussprüfungen an den Mittelschulen bis zu den Fixbeiträgen für die Fördervereine von Realschule und Gymnasium, der Waldkraiburger Kindergärten, Kitas und Krippen, der Mittelschulen, des Sonderpädagogischen Förderzentrums oder Unterstützungen für den Verein „Frauen helfen Frauen“ sowie das Familienzentrum werden geleistet.

Viele Zuschüsse an Migrantenfamilien

„Ein Großteil unserer Zuschüsse geht an Familien mit Migrationshintergrund. Dies ist sicher gut für den sozialen Frieden in der Stadt!“, sagt Inge Schnabl. Sie weiß: „Das alles wäre nicht möglich ohne die Spendenbereitschaft so vieler Menschen, die uns immer wieder unterstützen, und die hervorragende ehrenamtliche Arbeit unseres Mitarbeiterteams!“

Die Gründungsvorsitzende Manuela Keller im Interview

Frau Keller, wie kamen Sie auf die Idee, den Verein „Sterntaler“ zu gründen?

Manuela Keller: Wenn es einem gut geht, sollte man die Benachteiligten nicht vergessen. Gezielt wollte ich Familien mit Kindern unterstützen.

Welche Mitstreiter standen Ihnen zur Seite?

Keller: Das waren von Anfang an Anton Sterr und Inge Schnabl und auch der leider verstorbene Nico Forster.

Wie kamen Sie auf den Namen des Vereins?

Keller: Den Namen haben die Gründungsmitglieder gemeinsam festgelegt. Er geht auf ein ZItat des italienischen Dichters Alighieri zurück: „Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Blumen, Sterne und Kinder.“ Kinder sind nun mal unsere Zukunft. Ihre Augen sollen strahlen wie die Farben bunter Blumen und der Blick zu den Sternen zeigt uns, dass Träume wahr werden können.

Welche Projekte lagen Ihnen besonders am Herzen?

Keller: Kinder sollen ein Frühstück und ein Mittagessen bekommen, auch wenn dies durch die Eltern nicht machbar ist. Lernschwache müssen unterstützt werden, damit sie einen Schulabschluss erhalten. Auch wollten wir kleine Ferienfreizeiten ermöglichen, damit sich Kinder aus sozial schwachen Familien vom schwierigen Alltag etwas erholen können.

Denken Sie an besondere Erlebnisse zurück?

Keller: Ein Zusammentreffen mit Kindern mit Down-Syndrom im Haus des Buches verlief rundherum fröhlich, und wir wissen oft nicht, wie wir mit solchen Situationen umgehen sollen! Beim Verabschieden umarmte mich ein Kind ganz spontan. Das tat beispielsweise auch eine Mutter, die von uns einen Fahrradanhänger zum Transport ihrer Kinder erhalten hatte.

Warum haben Sie 2017 als Vorsitzende aufgehört?

Keller: Wenn ich etwas anpacke, dann will ich das Beste daraus machen. Vor allem waren es berufliche Gründe. Und ich habe ja in Inge Schnabl die beste Nachfolgerin, die man sich wünschen kann.

Der Verein „Sterntaler“ auf einen Blick:

Gründung: am 15. November .2009 im Haus Sudetenland mit 20 Mitgliedern.

Mitgliederzahl: 250.

Vorsitzende: Manuela Keller (2009 bis 2017; sie ist heute Ehrenvorsitzende); Inge Schnabl (seit 2017).

Vereinstreffpunkt: bis 2017 EMG Casting, seit 2018 Firma. MediKabel.

Größte Versanstaltung: jährlicher Benefizlauf im Stadtpark.

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