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Voll, teuer und zu kurz

Frust in Mühldorfs City: Warum gibt es keine Parkplätze für Angestellte in der Innenstadt?

Mehr Parkplätze, um das Arbeiten am Stadtplatz zu vereinfachen, wünschen sich die Damen von Witt Weiden: (hinten von links) Erika Bleck, Alexandra Peiss und Isabella Zehentbauer sowie (vorne von links) Andrea Kolm-Dupre und Monika Deutinger.
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Mehr Parkplätze, um das Arbeiten am Stadtplatz zu vereinfachen, wünschen sich die Damen von Witt Weiden: (hinten von links) Erika Bleck, Alexandra Peiss und Isabella Zehentbauer sowie (vorne von links) Andrea Kolm-Dupre und Monika Deutinger.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Wer in der Mühldorfer Innenstadt arbeitet, findet nur morgens einen freien Dauerparkplatz. Schon ab 8 Uhr wird es voll. Danach bleibt nur Parkgebühren nachwerfen, was auf Dauer teuer wird. Und wer es vergisst, zahlt richtig viel. Ziehen Unternehmen deshalb aus der Innenstadt weg?

Mühldorf – Jeden Tag dasselbe Spiel. Um ihren Arbeitsplatz bei Witt Weiden am Stadtplatz zu erreichen, ist Erika Bleck auf Parkplatzsuche. „Wenn ich früh mit der Arbeit anfange, finde ich mit etwas Glück noch einen Drei-Stunden-Platz“, berichtet sie von ihrer fast täglichen Odyssee. „Habe ich aber erst um 10 Uhr Arbeitsbeginn, dann ist alles schon restlos zugeparkt.“

Dann bleibt ihr – statt nach drei Stunden die Parkscheibe nachzustellen – nur ein gebührenpflichtiger Parkplatz am Stadtplatz, wenn dort einer frei ist. Ihren Kolleginnen geht es nicht anders.

14 Minuten drüber kosten 20 Euro

„Aber, wenn ich dann dreimal am Tag für drei Euro einen Parkschein nachlösen muss, geht das ganz schön ins Geld“, ärgert sie sich. Denn länger als zweieinhalb Stunden geht so ein Parkschein nicht.

Letztens hat sie es, weil gerade in der Kundenberatung, nicht mehr zum Nachwerfen an den Automaten geschafft. Die Folge war ein Strafzettel über 20 Euro. „Mein Parkschein ging bis 16 Uhr, der Strafzettel wurde prompt in der Zeit zwischen 16.01 Uhr und 16.14 Uhr ausgestellt“, berichtet sie sauer.

Ältere Kunden beklagen allzu kurze Parkzeit

Von älteren Kunden bekommt sie öfter zu hören, dass ihnen die Höchstparkdauer von zweieinhalb Stunden Parken am Stadtplatz nicht reicht: „Wer bummeln und in ein Lokal will, danach noch in ein Geschäft und etwas anprobieren, dem läuft die Zeit davon.“

Ihr Wunsch wären reservierte Parkplätze für diejenigen, die in der Innenstadt arbeiten. Gerne gratis oder mit einem extra-günstigen Tagesticket. „Gäbe es dieses Angebot“, so hoffen Erika Bleck und ihre Kolleginnen, „wären wir nicht so oft vergeblich auf Parkplatzsuche.“

Drei Stunden Parkzeit rund um die Altstadt sind für Arbeitnehmer zu wenig.

Arbeitnehmer-Parkscheine sind ungesetzlich

Solche „Arbeitnehmer-Tickets“ sind nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. „Wir müssen für verschiedene Nutzergruppen unterschiedliche Parkplatzangebote ausweisen. Denn ein Besucher, der bummeln gehen möchte, hat einen anderen Parkplatzbedarf als ein Arbeitnehmer oder ein Anwohner.“

Kritik ist im Rathaus bekannt

Im Rathaus hat man immer wieder mit Kritik an der Parkplatz-Situation zu tun. „Das Parkplatzangebot ist einer der Hauptkritikpunkte, die wir aus der Innenstadt bekommen“, sagt Pressesprecherin Monika Pingitzer. „Der Parksuchverkehr ist gerade am Vormittag immens, und es gibt immer wieder Kritik, dass nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen.“

Arbeitgeber fordern zusätzliche Parkplätze

Von Arbeitgebern und Immobilienbesitzern, bekomme die Stadt immer wieder zu hören, dass weitere altstadtnahe Parkplätze notwendig sind, um Wohnungen oder Büroflächen gerade am Stadtplatz nutzen zu können.

Unternehmen kündigen Konsequenzen an

„Einige Unternehmen haben signalisiert, dass sie ohne Veränderung der aktuellen Situation einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Geschäften außerhalb der Altstadt sehen und uns daher verlassen würden“, so die Stadtverwaltung.

Sümö-Pläne sollen Erleichterung bringen

„Aktuell hat die Stadt rund 951 Stellplätze im Altstadtbereich“, so Pingitzer. Mit einer Befragung wurde 2020 der Parkraumbedarf bei Anwohnern und Arbeitgebern abgefragt. Rückmeldung kamen damals von 27 Prozent der Anwohner und 45 Prozent der Arbeitgeber. Der ermittelte Bedarf wurde von der Stadt als Grundlage für den städtebaulichen Ideenwettbewerb zum Sümö-Areal verwendet. Hier sind rund 1500 Parkplätze geplant.

Bevor eine Lösung kommt, geht Erika Bleck in Rente

Diese Zukunftspläne helfen Erika Bleck wenig: „Bis diese Parkplätze fertig sind, bin ich in Rente.“

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