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Friseure wieder offen – Entspannte Lage bei Baumärkten und Gärtnereien im Landkreis Mühldorf

Lange Schlangen vor den Eingängen zu den Baumärkten gab es nicht. Im Gegensatz zum ersten Lockdown konnten sich die Kunden mittels „Click und Collect“ mit Waren eindecken.
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Lange Schlangen vor den Eingängen zu den Baumärkten gab es nicht. Im Gegensatz zum ersten Lockdown konnten sich die Kunden mittels „Click und Collect“ mit Waren eindecken.

In Baumärkten und Gärtnereien hatte man sich auf den großen Ansturm eingestellt. Doch der blieb im großen und ganzen im Landkreis Mühldorf aus. Viel zu tun haben die Friseure, deren Terminkalender bis Ende des Monats gut gefüllt sind.

Ampfing/Mühldorf/Waldkraiburg – In Baumärkten und Gärtnereien hatte man sich auf den großen Ansturm eingestellt. Doch der blieb im großen und ganzen im Landkreis Mühldorf aus. Viel zu tun haben auch die Friseure, deren Terminkalender bis Ende des Monats bereits gut gefüllt sind.

Es ist Montag und trotzdem haben viele Friseure entgegen ihren regulären Öffnungszeiten die Türen geöffnet. Bei Mirella Janus gab es den ersten Haarschnitt um 9 Uhr. Seit Mitte Dezember war der Friseursalon im Mühldorfer InnCarree geschlossen gewesen. Die Zeit hat sie für einen Umbau genutzt und den Friseursalon vergrößert.

Für viel Farbe sorgen die Blumen in der Gärtnerei Igerl in Ampfing. Geschäftsführer Thomas Igerl schwankt zwischen Optimismus und Skepsis.

Seit gestern darf sie und ihr Team mit fünf Friseurinnen wieder waschen, schneiden, föhnen. Und in den nächsten Wochen gibt es viel zu tun. Der Terminkalender ist voll. Bis Ende März gibt es nur noch vereinzelt die Möglichkeit, nach Wochen wieder einen ordentlichen Haarschnitt zu bekommen. Nach dem wochenlangen Lockdown für ihre Branche geht der Blick von Mirella Janus nach vorne. „Ich hoffe, dass das bald alles vorbei ist und wir wieder unbeeinträchtigt unsere Arbeit machen können.“

Entspannte Situation an den Eingängen

Nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr bildeten sich lange Schlange vor den Baumärkten. Das blieb gestern mehr oder weniger aus. Bereits kurz vor 8 Uhr öffneten sich die Türen beim Globus-Baumarkt, um ein größeres Gedränge zu vermeiden. Ein älterer Herr aus Mühldorf ist auf der Suche nach Baumwachs, das er zum Veredeln seiner Obstbäume benötigt.

Ein Ehepaar aus Mühldorf will den Garten neu gestalten und braucht dazu Werkzeuge, Blumen und Pflanzen. Ein Heimwerker will Bretter, Winkel und Schrauben kaufen, um ein Regal zu bauen . Nach der wochenlangen Schließung sind die Wünsche unterschiedlich.

Click&Collect wurde von vielen Kunden genutzt

Auch bei der Baywa in Waldkraiburg war die Situation entspannt. „Für einen Montagmorgen war zwar gut was los, aber weitaus lockerer als nach dem ersten Lockdown vergangenes Jahr“, sagt stellvertretender Marktleiter Mario Heiberger. Dafür gibt es seiner Meinung nach unterschiedliche Gründe: Die Pflanzsaison hat noch nicht begonnen, daher gebe es gerade bei Hobbygärtner noch keinen großen Kaufzwang.

Inhaber eines Gewerbescheins durften jetzt alles kaufen, was sie brauchten. Im ersten Lockdown war dies noch auf das Gewerbe beschränkt. Auch das Angebot von „Click&Collect“ hätten viele Kunden angenommen. „Diese Umsätze haben über die schwere Zeit geholfen, damit konnte man aber nicht die üblichen Umsätze generieren“, sagt Heiberger.

Blumengeschäfte haben schwere Zeit hinter sich

Auch wenn die Pflanzsaison noch gar nicht begonnen hat, die Leute sehnen sich nach Farbe im Haus. Bei der Gärtnerei Igerl in Ampfing blühen schon farbenfroh Primeln, Krokusse und Hyazinthen. Inhaber Thomas Igerl und sein Team freuen sich, dass sie seit gestern wieder öffnen dürfen.

Wie bei allen anderen Fachgeschäften liegt hinter dem Blumengeschäft eine nicht ganz so einfache Zeit. Zwar gab es die Möglichkeit von „Click und Collect“, Umsatzausfälle ließen sich damit aber nicht abfedern. Freude mischt sich mit Enttäuschung, denn weder Einzelhändler noch Kunden konnten verstehen, weshalb sie schließen mussten, während Supermärkte das Sortiment der Fachhändler anbieten konnten.

„Ich finde das nicht gut, dass die großen Geschäfte alles verkaufen durften und die kleinen nichts. In den kleinen Geschäften fühlt man sich sicherer“, sagt Sebastian Bichler aus Niederbergkirchen, der für den eigenen Garten Salatpflanzen kauft.

Nach wochenlanger Schließung durfte gestern Mirella Janus ihren Friseursalon wieder öffnen. Die Zeit hat sie genutzt für einen Umbau.

Großes Unverständnis über Regelunmgswirrwarr

Auch Hilde Schieder nutzt den ersten Tag, um sich endlich wieder im Fachhandel umsehen zu können. „Man kann sich wieder im Laden aussuchen, was einem gefällt. Dass die Supermärkte alles verkaufen durften und die kleinen Geschäfte schließen mussten, fand ich nicht in Ordnung. Das hat mir nicht gepasst.“

Vertrauen hat stark gelitten

Das Unverständnis der Kunden kann auch Mario Heiberger bestätigen. „Viele Leute haben sich darüber aufgeregt, dass Discounter Baumarktartikel verkaufen durften, der Baumarkt aber schließen musste.“ Für Fachhändler wie die Gärtnerei Igerl sind Blumen und Pflanzen keine „Nebenbei-Produkte“.

„Wir stellen unsere Ware selbst her. Wenn wir die nicht verkaufen dürfen, entsteht uns ein großer Schaden“, sagt Igerl. Die Planbarkeit ist in diesen Zeiten fast unmöglich. „Unsere Gefühle sind gemischt zwischen Optimismus und Skepsis. Die schlechten Erfahrungen in den letzten Monaten haben uns sehr geprägt“, sagt der Geschäftsführer. „Das Vertrauen zur Politik hat stark gelitten.“

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