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Lokalpolitik stellt Weichen

Frauenpower für die Zukunft – Mühldorfs Grüne wählen Kandidatinnen für Bezirks- und Landtag

Wahlleiterin Gisela Sengl (von links) mit Lena Koch, Bianca Hegmann und Kerstin Daser.
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Wahlleiterin Gisela Sengl (von links) mit Lena Koch, Bianca Hegmann und Kerstin Daser.

Als Gewinnerinnen stehen Lena Koch und Bianca Hegmann fest. Sie erwarten einen harten Wahlkampf mit der CSU, sehen aber durchaus gute Chancen, in die Parlamente einzuziehen.

von Andreas Wiesenzarter

Mühldorf - Lena Koch für den Kreistag und Bianca Hegmann für den Landtag, so lauten die Ergebnisse der Aufstellungsversammlung des Mühldorfer Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen.

Die Frauenpower erwartet einen harten (Wahl)Kampf mit der CSU, sieht aber durchaus gute Chancen, in die Parlamente einzuziehen. Vergangenen Mittwoch wählten die Delegierten von Bündnis 90/Die Grünen im Hotel/Restaurant Bastei in Mühldorf in einer Doppelveranstaltung ihre Kandidaten für den Kreis- sowie den Landtag. Für beide Parlamente standen am Ende zwei Damen als Gewinnerinnen fest: Lena Koch für den Kreistag und Bianca Hegmann für den Landtag. Einstimmig war das Votum der 20 Delegierten für die 31-jährige Lena Koch aus Polling, die ohne Gegenkandidat antrat, dafür aber mit ihren Erfahrungen aus dem Kreisvorstand der „Grüne Jugend“ sowie dem Pollinger Gemeinderat überzeugte.

Besserer Status für Pflegeberufe

Die Lehrerei und zweifache Mutter machte in ihrer Vorstellung deutlich, dass sie sich besonders für einen besseren Status der Pflegeberufe, somit für ein Ende der Berufsflucht in diesem Sektor sowie für eine ganzheitliche Umweltbildung einsetzen wolle. „Die Kombination von sozialer Arbeit und Engagement für Natur und Umweltschutz ist für mich die große Motivation!“

Bianca Hegmann hatte sich mit zwei Gegenkandidaten auseinanderzusetzen, konnte sich am Ende aber im zweiten Wahlgang, dem sich Andreas Scheibner als Letzter des ersten Durchgangs nicht mehr stellte, gegen Fraktionssprecher Dr. Matthias Kraft durchsetzen. Die 43-jährige Berufsschullehrerin und zweifache Mutter aus Polling bekannte in ihrer Vorstellung, dass sie „schon immer in den Landtag wollte!“. Nun sei die Chance wohl sehr groß, auch wenn sie eine harte Auseinandersetzung mit der CSU erwarte. Energie und Verkehr zählte sie als ihre zwei Hauptthemen und präzisierte hier vor allem den unmöglichen Zustand der Bahn in unserer Region. Auch wolle sie verstärkt auf die erneuerbare Energien setzen – „es ist doch nix günstiger und besser!“

Trotzdem wolle sie sich nicht auf diese beiden Themen reduziert sehen: „Ich sehe mich als Generalistin“, betonte sie und führte weiter Punkte an, die ihr am Herzen liegen: eine Änderung des Schulsystems – „ich bin eine Gegnerin der 4-jährigen Grundschule -, das Thema Realschulversorgung – „hier müssen wir weg, von den riesen Schulen mit bis zu 1000 Schülern und hin zu mehr kleineren Schulen; Realschule in der Kreisstadt!“ - oder das Thema B15 neu: „Da gibt’s keine Diskussion. Dieses Ding darf nicht gebaut werden!“ gab sie sich überzeugt. „Baut stattdessen Züge und bei uns das zweite Gleis“, lautete Hegmanns Aufforderung.

Mit diesen Vorstellungen und ihrer kommunalpolitischen Erfahrung aus ihrer Tätigkeit als Mitglied des Bezirksausschusses Milbertshofen, dem sie vor dem Umzug nach Polling angehörte, sowie die Position der Kreissprecherin und ehemaligen Kreisvorsitzenden in Mühldorf überzeugte sie die Delegierten. Im ersten Wahlgang bekam sie mit neun Stimmen zwar weniger als ihr Mitbewerber Matthias Kraft (11), jedoch deutlich mehr als der dritte Kandidat Andreas Scheibner, der mit drei Stimmen vorlieb nehmen musste und daher auch auf eine weitere Kandidatur für den zweiten Wahlgang verzichtete. In diesem konnte Bianca Hegmann dann 13 der insgesamt 22 gültigen Stimmen auf sich vereinen.

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„Es wird sicher ein hartes Stück Arbeit, aber wir können es schaffen; die Chancen für den Einzug ins Landesparlament sehe ich so gut wie selten zuvor“, gab sie sich überzeugt und bat schon jetzt um engagierte Unterstützung im Wahlkampf 2023. Um sich in diesem nicht zu verzetteln und die Kräfte tatsächlich auf Bianca Hegmann und ihr Direktmandat zu konzentrieren, beschlossen die Delegierten zudem, auf einen zweiten Listenplatz/-kandidaten zu verzichten. Dies erfolgte mit 19 Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Am Ende zeigte sich auch die als freundschaftliche Unterstützung und als Wahlleiterin aus dem Wahlkreis Traunstein anwesende Landtagsabgeordnete Gisela Sengl mehr als zufrieden: „Ich bin ganz begeistert! Begeistert von allen Kandidaten, von deren unglaublichen, offensichtlichen und ehrlichen Engagement!“ Und sie versprach: „Ich unterstütze euch, wo’s geht - und ich bin überzeugt, das wird der Wahlkampf unseres Lebens!“

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