Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Verkehrsministerium lässt Nachfragen unbeantwortet

Strom von der Autobahn? Traum von Photovoltaik-Ausbau an A94 droht jäh zu platzen

Zwischen Töging und Erharting gibt es an einer Böschung der A94 eine Photovoltaikanlage. Betreiber ist ein Privatunternehmen. Geht es nach Landrat Heimer und Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer, entstehen Richtung München weitere Sonnenkraftwerke. Sie sollen in Bürgerhand sein.
+
Zwischen Töging und Erharting gibt es an einer Böschung der A94 eine Photovoltaikanlage. Betreiber ist ein Privatunternehmen. Geht es nach Landrat Heimerl und Bundestagsabgeordnetem Stephan Mayer, entstehen Richtung München weitere Sonnenkraftwerke. Sie sollen in Bürgerhand sein.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
    schließen

Der Landkreis will an der A94 Photovoltaikanlagen aufstellen und als Bürgeranlagen betreiben. Der Besitzer der A94, die Autobahn GmbH sagt grundsätzlich ja, doch dann kommt das große Aber.

Mühldorf – Der Landkreis will an der A 94 Photovoltaikanlagen aufstellen und als Bürgeranlagen betreiben. Das geht aus einen Brief hervor, den Landrat Max Heimerl und CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer jetzt an die Bundesminister Robert Habeck und Volker Wissing schrieben. Die Chancen dafür stehen aber nicht besonders gut.

Landrat will Bürgeranlagen

In ihrem Brief schlagen Heimerl und Mayer vor, entlang den Böschungen an der Innen- und Außenseite PV-Anlagen aufzustellen. „Wir würden hier gerne Bürgeranlagen realisieren und bitten Sie als Eigentümer der Bundesautobahn um ihre Unterstützung.“

Vorbild Erhartinger Sonnenkraftwerk

Vorbild für die heimischen Politiker ist das Sonnenkraftwerk, das zwischen Erharting und Töging an der Autobahn steht. 2007 hat es die Firma Iliotech gebaut, nach Streitereien um den Überstand über die Böschung hinaus ließ sie der neue Besitzer MR Solar aus Nürnberg neu aufbauen, mit deutlich kürzerem Überstand.

Heimerl und Mayer sehen durch den Bau auch Erleichterungsmöglichkeiten für die vom Lärm geplagten Anwohner. In ihrem Brief an Habeck und Wissing schreiben sie: „Zur Lösung dieser Problematik könnten zusätzliche Lärmschutzwände beitragen, die ebenfalls Module zur Produktion von Sonnenstrom beinhalten.“

Auch für den Lärmschutz nutzen

Sie sprechen von einer „kombinierten Nutzung der Wände für den Lärmschutz und zur Stromproduktion“.

Um Bürger an der Stromproduktion beteiligen zu können, sollen sie Anteile der Anlagen kaufen können, „Dies führt sowohl zu einer größeren Akzeptanz entsprechender Projekte als auch zu einer Förderung der regionalen Wertschöpfungskette“, betont Heimerl.

Unterstützung vom Wirtschaftsministerium

Zumindest beim Wirtschaftsministerium rennen die heimischen Politiker offene Türen ein. Wie Sprecherin Katharina Grave auf Anfrage erklärt, ist der Bau solcher Anlagen aufgrund der aktuellen EEG-Novelle möglich. „Es können die Seitenrandstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen bebaut werden“, erklärt sie. „Damit werden zusätzliche PV-Anlagen-Projekte entlang von Autobahnen ermöglicht.“

Auch Solaranlagen an Lärmschutzwänden könnten gefördert werden. „Sie werden bei der Förderhöhe wie Aufdach-Solaranlagen behandelt, wenn sie ausschließlich auf beziehungsweise an einer Lärmschutzwand angebracht worden sind.“ Diese Förderung sei höher als die für Freiflächenanlagen.

Autobahn GmbH sagt ja, aber

Ob es aber je zu einer solchen Anlage an der A 94 in Bürgerhand kommen wird, ist allerdings mehr als fraglich. Das macht ein Anruf beim Sprecher der Autobahn GmbH, Josef Seebacher, deutlich. Der ist für die Idee zwar Feuer und Flamme, betont aber auch: „Unsere Geschäftsführung möchte das Thema selbst besetzen.“

A94 bestens für PV-Anlage geeignet

Nach Seebachers Angaben eignet sich die Autobahn A 94 dank ihres Verlaufs in Ost-West-Richtung besonders gut für den Bau von südwärts ausgerichteten Photovoltaik-Anlagen entlang der Strecke, und passt damit zur „Nachhaltigkeitsstrategie“ der Autobahn GmbH, die ausdrücklich den Bau von Fotovoltaikanlagen entlang der Autobahnen vorsieht.

Der Bund als Eigentümer der GmbH habe grundsätzlich grünes Licht für dieses Vorhaben gegeben, bei dem die Autobahn GmbH die Anlagen selbst bauen will.

Autobahn GmbH will selbst bauen

Einen Zeitplan für die Umsetzung kann Seebacher aber nicht nennen. Seine Einschätzung ist dennoch klar: Eine Chance für den Landkreis oder Bürgerkraftwerke sieht er derzeit nicht.

Verkehrsministerium äußert sich nicht

Das von FDP-Minister Volker Wissing geführte Verkehrsministerium als Vertreter des Bundes äußerte sich trotz zweimaliger Nachfrage bislang nicht.

Kommentare