Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Mit Optimismus in die Zukunft

Firmengründung in Corona-Zeiten: Zwei mutige Schwestern setzen auf Braut- und Trachtenmode

Anna Storfinger (links) mit ihrer Schwester Julia Liebhart inihrem Brautstudio in Niederbergkirchen.
+
Anna Storfinger (links) mit ihrer Schwester Julia Liebhart in ihrem Brautstudion in Niederbergkirchen.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
    schließen

Anna Storfinger hat in der Corona-Pandemie den Schritt in die Selbstständigkeit durchgezogen. Die Schneidermeisterin hat ein Geschäft für Braut-und Trachtenmoden in Flossing und Niederbergkirchen gegründet. Unterstützt wird sie von ihrer Schwester. Beide blicken optimistisch in die Zukunft.

Mühldorf/Niederbergkirchen/Flossing – Vor zwei Jahren erschien im Mühldorfer Anzeiger der Artikel „Kleider machen das Hochzeitspaar“. Die Flossingerin Anna Storfinger schneiderte das Hochzeitkleid ihrer Schwester Julia und den Hochzeitsanzug ihres Schwagers Patrick Liebhart selbst.

Kleid und Anzug waren Teil ihrer Meisterprüfung. Diese schloss die 27-jährige Flossingerin mit einer glatten Eins ab. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Anna Storfinger in einer Würzburger Firma als Designerin. Schon vor zwei Jahren hat sie sich überlegt, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Sie wollte in der Region ein Geschäft für Braut- und Trachtenmode aufbauen.

Mit der Schwester in die Selbständigkeit

In der Corona-Pandemie sind Braut- und Trachtenmode nicht unbedingt der Renner. Viele Trachtengeschäfte haben bereist aufgegeben oder stehen kurz davor. Anna Storfinger hielt an ihrem Traum fest. In ihrer Würzburger Firma schlug sich die Corona-Pandemie immer stärker nieder. „Ich habe die Kündigungen kommen sehen. Viele meiner Kolleginnen haben Familie und ich habe mein Job gekündigt, damit andere nicht gehen mussten“, berichtet Storfinger.

Zusammen mit ihrer Schwester wurden Arbeiten für die Selbstständigkeit voran getrieben.

Was Sie auch interessieren könnte: Kleider machen das Hochzeitspaar

Anna Storfinger ist das Design, die Kreativität, die handwerkliche Ausführung, die Beratung und die Kundenbetreuung verantwortlich. Ihre Schwester Julia Liebhart, die noch Vollzeit arbeitet, kümmert sich um den kaufmännischen Bereich.

Firmengründung am 1. März 2020

Am 1. März 2020 wurde die Firma gegründet. Der erste Auftrag für Anna Storfinger war ein Umstands-Hochzeitsdirndl, das große Zustimmung fand.

„Es braucht schon Mut und viel Kraft in dieser Zeit mit einem Geschäft für Braut- und Trachtenmode auf den Markt zu kommen. Ich bin aber noch jung und brauche auf eine Familie keine Rücksicht nehmen. Es hat sich schon rumgesprochen, dass es uns gibt. Einige Aufträge konnten wir schon an Land ziehen. Zur Zeit arbeite ich wieder an einem Hochzeitsdirndl“, erzählt Anna Storfinger.

Arbeitsamt unterstützt Existenzgründerin

Unterstützt wird Anna Storfinger vom Arbeitsamt als Existenzgründerin.

Das Atelier der Schneidermeisterin ist in Flossing. Dort entstehen auch Trachtenwesten und Hemden für Herren. Anna Storfinger kombiniert auch Hochzeitskleider. Teile dieser Kombination wie Hose oder Bluse können auch im Alltag getragen werden.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier.

Probiert und begutachtet können die Arbeiten im Vorführraum in Niederbergkirchen werden.

949 Menschen meldeten 2020 im Landkreis ein Gewerbe an

Die Corona-Pandemie hat der Gründerlaune im Landkreis Mühldorf im vergangenen Jahr keinen Abbruch getan: 949 Menschen haben 2020 ein Gewerbe angemeldet und damit den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit gewagt. Das ist ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Landkreis kann damit eine positive Bilanz ziehen, teilt die IHK für München und Oberbayern mit.

Bei Firmenneugründungen war mit 874 Fällen ein Zuwachs von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebsübergaben an einen Nachfolger nahm von 61 Fällen im Jahr 2019 auf 75 Fälle im Jahr 2020 zu.

Chancen für innovative Geschäftsmodelle

Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf und Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, betont: „Ungebrochener Unternehmergeist zeigt sich vor allem auch in Krisenzeiten. Die Corona-Pandemie und die dadurch verursachten Lockdowns setzen zwar vielen Wirtschaftsbranchen erheblich zu, dennoch ergeben sich in vielen Bereichen auch neue Chancen, und es werden innovative Geschäftsmodelle und -ideen umgesetzt.“

Handel bei den Gründungen vorne

Am liebsten wurde 2020 im Landkreis im Handel gegründet (230 Gründungen). Es folgten der Dienstleistungssektor mit 144 Neugründungen und das Baugewerbe mit 112 Gründungen. Die meisten Nachfolgeregelungen (21 Übernahmen) kamen im Handel zustande.

Obermeier-Osl sagt: „Dennoch gibt es in der Gründungsbilanz für den Landkreis noch reichlich Luft nach oben. Wenn wir mehr Menschen zum Sprung in die Selbstständigkeit ermutigen wollen, muss die Wirtschaftspolitik die Kultur der Selbstständigkeit stärker fördern und Gründungshürden abbauen. Dazu gehören weniger Bürokratie und mehr EGovernment für die schnellere Erledigung notwendiger Behördengänge. Zudem müssen finanzielle Förderungen wie das KfW-Startgeld passgenauer und einfacher zugänglich gestaltet werden. Start-Ups brauchen außerdem viel bessere Rahmenbedingungen bei der steuerlichen Behandlung von Beteiligungskapital.“

Optimismus beim Blick nach vorn

Ann Storfinger und ihre Schwester Julia blicken optimistisch nach vorne. Beide hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder aufwärtsgeht und Hochzeiten und Volksfeste abgehalten werden können.

Kommentare