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Mit Blaulicht in Bestform

Feuerwehrmädels sind fit für Olympia – Deutsche Meister sind die Oberneukirchnerinnen schon

Die Jugendfeuerwehr Oberneukirchens ist komplett weiblich und in Bestform (vordere Reihe von links) Marina Singer (12 Jahre alt), Anna Zehethofer (13), Julia Gehringer (13), Lisa Steiglechner (13), Martina Wimmer (14); (hintere Reihe von links) Andreas Linner (Jugendwart und Trainer), Johanna Langreiter (15), Theresa Langreiter (14), Lena Rauscher (15), Emma Engels (14), Christina Lippacher (14), Michaela Wimmer (14) und Florian Lohr (Betreuer bei Jugendfeuerwehr). Nicht auf dem Bild ist Johanna Donislreiter (14).
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Die Jugendfeuerwehr Oberneukirchens ist komplett weiblich und in Bestform (vordere Reihe von links) Marina Singer (12 Jahre alt), Anna Zehethofer (13), Julia Gehringer (13), Lisa Steiglechner (13), Martina Wimmer (14); (hintere Reihe von links) Andreas Linner (Jugendwart und Trainer), Johanna Langreiter (15), Theresa Langreiter (14), Lena Rauscher (15), Emma Engels (14), Christina Lippacher (14), Michaela Wimmer (14) und Florian Lohr (Betreuer bei Jugendfeuerwehr). Nicht auf dem Bild ist Johanna Donislreiter (14).
  • Kirsten Seitz
    VonKirsten Seitz
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Mitte Juli geht es für sie nach Celje in Slowenien. Hier findet vom 17. bis 24. Juli die 17. Feuerwehrolympiade statt. Wer es hierher schafft, gehört zur Weltelite.

Oberneukirchen – Am 21. Mai holten sich die Feuerwehrmädels aus Oberneukirchen den deutschen Meistertitel in Fulda.

Mitte Juli geht es für sie nach Celje in Slowenien. Hier findet vom 17. bis 24. Juli die 17. Feuerwehrolympiade statt. Wer es hierher schafft, gehört zur Weltelite. Bereits beim Bundesentscheid zeigten die Oberneukirchener Mädels, dass sie zu den besten Jugendfeuerwehren im Internationalen Bewerb des CTIF – Internationales technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen – zählen.

In Bestform trotz Trainingsrückstand

Dass sie so erfolgreich sind, ist vor allem zu Zeiten von Corona eine echte Meisterleistung. Wegen der Pandemie waren Übungen mit dem Feuerwehrnachwuchs zwei Jahre lang fast komplett eingestellt. „Wir haben heuer im April wieder mit dem Training begonnen“, erzählt Jugendwart Andreas Linner. „Bis zur deutschen Meisterschaft hatten wir nur fünf Wochen.“

Mit Florian Loher trainiert er den Oberneukirchner Feuerwehrnachwuchs. „Wir machen schon immer bei den Feuerwehrmeisterschaften mit“, erzählt er stolz. „Angefangen hat das in den 1980ern Jahren. 1988 hatten wir uns das erste Mal für die Olympiade qualifiziert. Dann lange Zeit nicht mehr und erst 2004/2005 wieder für die Olympiade in Kroatien. Seitdem sind wir immer mit den Jungs deutscher Meister geworden. Nur 2014 nicht. Jetzt wurden wir zum ersten Mal mit den Mädels deutscher Meister und haben die Jungs geschlagen.“

Die Damen schreiben Feuerwehrgeschichte

Die Oberneukirchner Mädels haben somit jetzt schon in der Region Feuerwehrgeschichte geschrieben. Die Teilnehmerinnen sind zwischen 12 und 16 Jahren alt. Linner rechnet damit, dass heuer mehr als 20 Mädchen-Mannschaften bei der Olympiade antreten werden. Die Konkurrenz, vorwiegend aus Europa, ist groß, sie heißt es zu schlagen.

Wettkampfsdisziplin Spritzen ablegen.

Der Jugendwart selbst kann auf eine beachtliche Karriere als Teilnehmer bei den Feuerwehrmeisterschaften zurückblicken. Auch er war schon bei der Olympiade dabei. „Als ich noch selbst da mitgelaufen bin, waren auch Australier und Japaner mit dabei“, erzählt Linner. 2009 belegte er mit seinen Kameraden den dritten Platz bei der Olympiade. „Corona hat die Karten völlig neu gemischt, unser Ziel wären die Top Ten.“

Zwei bis drei Mal die Woche trainieren die Mädels auf dem Sportplatz. Dann wird ein Parcours aufgebaut. Dieser besteht aus einem 1,80 Meter langen Wassergraben, den es zu überwinden heißt, einer Hürde, über die sie springen und einen Tunnel, durch den sie hindurch müssen. Danach heißt es über ein zwei Meter langes Laufbrett balancieren. Bei der nächsten Station muss der Wassertrupp jeweils fünf Liter in die Spritzwände pumpen und im Anschluss aus einer Auswahl von acht Geräten vier davon ablegen. Dabei werden Pumpen aus Slowenien verwendet. Die sind nicht vergleichbar mit deutschen Pumpen, denn die Slowenischen erfordern mehr Kraft. In der Zeit, die der Wassertrupp für den Aufbau braucht, hat der Schlauchtrupp eine 60 Meter lange Schlauchleitung zu legen, was natürlich ebenfalls mit schwierigen Aufgaben verbunden ist. Unter anderem müssen noch Knoten gemacht werden und das alles fehlerfrei und in Bestzeit.

Alles muss auf Anhieb klappen

„Wir haben beim Wettkampf nur einen Durchgang, da muss alles auf Anhieb klappen“, sagt der Jugendwart. „Beim Staffellauf muss der Staffelstab von Läuferin zu Läuferin übergeben und es müssen Hindernisse überwunden werden.“

Auch Teil der Olympiade: Der Staffellauf.

Was die Anforderungen bei der Olympiade im Vergleich zur deutschen Meisterschaft angeht, gibt es so einige Unterschiede. „Das Startsignal bei der Olympiade erfolgt auf Slowenisch“, erklärt der Jugendwart. „Das ist auch der Grund, weshalb ich beim Training den Startbefehl mit meinem Handy auf Slowenisch abspiele. Dann können sich die Mädels schon darauf einstellen und wissen, wann es losgeht.“

Beste Freundinnen und ein starkes Team

Die Jugendfeuerwehr hat alle zwei Jahre eine Olympiade. Die Erwachsenen alle vier Jahre. „Die Anspannung steigt, je näher die Olympiade rückt, aber auch die Vorfreude“, sagt Trainer Linner. „Wir wollen uns noch steigern und alles geben, wenn wir an den Start gehen. Die Mädels sind sehr ehrgeizig und möchten viel erreichen. Sie sind Freundinnen und ein richtig starkes Team, das fest zusammenhält. Das ist wohl ihr Erfolgsrezept.“

+++ Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf +++

Der Trainer dankt der Gemeinde und der Heimat-Wehr, seinen Jugendwartkollegen Stefan Hahn und Manuel Meier, dem Kreisfeuerwehrverband Mühldorf und allen Unterstützern. Im Erfolg steckt eine Menge Geld, Zeit, Kraft und Energie. Doch es lohnt sich: Bei so flotten Floriansjüngern kann man sich absolut sicher füllen, wenn man sie mal braucht.

Die Feuerwehrolympiade kann man im Internet unter www.ctif2022.com verfolgen.

„Wir sind allerbeste Freundinnen - das macht uns stark“

Julia Gehringer (13)

Julia Gehringer (13): „Ich bin dabei, seit ich 12 bin. Wegen Corona war ja kein Training, jetzt können wir endlich wieder trainieren. Mein Bruder und mein Papa sind auch bei der Feuerwehr und meine Mama war früher ebenfalls bei der Jugendfeuerwehr. Mein Bruder hat schon bei der Feuerwehrolympiade mitgemacht. Da freut es mich sehr, dass ich nun auch dabei bin. Bei der Feuerwehrolympiade hat jeder seine Aufgabe. Ich muss im A-Teil spritzen und laufen, beim B-Teil muss ich beim Staffellauf laufen. Wir freuen uns alle schon sehr auf Slowenien und hoffen, dass wir sehr gut abschneiden. Wir trainieren hart dafür und sind allerbeste Freundinnen. Das wäre toll, wenn uns das zum Erfolg führt.“

Emma Engels (14)

Emma Engels (14): „Ich bin mit 12 zur Feuerwehr. Meine Schwester ist auch bei der Feuerwehr und unsere Mama war früher auch dabei. Als ich dazu ging, fing das mit Corona an. Da war dann etwa zwei Jahre lang nichts. Dieses Jahr haben wir endlich wieder mit dem Trainieren anfangen können. Das macht uns allen total viel Spaß. Wir üben auch außerhalb der Trainingszeiten. Dann gehen wir unter der Woche zu dem Platz neben dem Feuerwehrhaus. Da steht zum Beispiel eine Leiterwand, wo wir üben können. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten und sind allerbeste Freundinnen. Das macht uns stark. Wir hoffen, dass wir damit bei der Feuerwehrolympiade einen richtig guten Platz belegen.“

Johanna Langreiter (15)

Johanna Langreiter (15): „Ich bin seit drei Jahren bei der Feuerwehr. Ich war schon bei der deutschen Meisterschaft, aber noch nie bei der Olympiade. Die Feuerwehr hält uns fit, denn wir machen immer ein Aufwärmtraining. Das Schwierigste war, dass wir nur wenig Zeit zum Üben hatten und keine Erfahrung bei Wettkämpfen. Das war alles neu, auch die Übungen. Zum Beispiel durch den Tunnel gehen, das ist ja nichts, was man normalerweise bei der Feuerwehr trainiert. Diese Technik ist schon schwer. Jeder im Team hat seine eigene Aufgabe. Dafür gibt man natürlich sein Bestes. Wir sind nicht nur Feuerwehrkameradinnen, sondern auch allerbeste Freundinnen. Das macht uns stark.“

Lisa Steiglechner (13)

Lisa Steiglechner (13): „Ich stamme aus einer Feuerwehrfamilie, bin seit einem Jahr dabei und trainiere erst seit diesem Jahr. Gleich beim ersten Wettkampf ein Gewinner sein, das ist schon cool. Die Schnelligkeit war eine große Herausforderung. Unser Trainer schaut drauf, dass wir alles perfektionieren, er ist superklasse und sehr ehrgeizig. Ich muss beim B-Teil im Staffellauf über Hürden springen. Da kann ich daheim nicht so viel trainieren, aber trotzdem laufe ich daheim auch viel. Jeder von uns ist richtig toll motiviert und gibt sein Bestes. Man möchte ja niemanden enttäuschen. Wir sind ein starkes Team und sind auf alle Fälle stolz auf das, was wir bereits gemeinsam erreicht haben.“