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Kein Indoor-Training für Kinder mehr

Corona-Notbremse empört viele Eltern: FC Mühldorf stoppt Hallentraining

Der FC Mühldorf hat die Notbremse gezogen und alle Trainings und Spiele in der Halle bis zum Jahresende abgesagt. Draußen wird aber weiter trainiert.
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Der FC Mühldorf hat die Notbremse gezogen und alle Trainings und Spiele in der Halle bis zum Jahresende abgesagt. Draußen wird aber weiter trainiert.

Kein Indoor für alle bis Ende des Jahres: „Wir sind der erste Verein, der die Notbremse zieht. Wir wollen es besser machen als die Politik.“

Mühldorf – Dramatische Szenen müssen sich in der Online-Trainersitzung des FC Mühldorf abgespielt haben. „Einer unserer Trainer arbeitet auf der Intensivstation und hat uns in einem äußerst emotionalen Lagebericht geschildert, was dort momentan los ist“, berichtet FC Mühldorf-Vorstand Robert Salzberger.

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Trainer und Vorstand haben daraufhin den sofortigen Stopp der Hallentrainings für alle Altersklassen beschlossen: „Wir sind der erste Verein, der die Notbremse zieht. Wir wollen es besser machen als die Politik und das Ansteckungsrisiko minimieren.“ Solange es das Wetter erlaubt, soll draußen weiter trainiert werden – vor allem mit Kindern und Jugendlichen.

Eltern haben wenig Verständnis

„Was die Kindertrainings angeht, ist uns das sehr schwergefallen.“ Er hofft, dass die ganz Kleinen im neuen Jahr wieder in der Halle starten können. Wie die Vereinsmitglieder darauf reagieren? „Vor allem Eltern sind wenig begeistert“, schon kurz nach Verkündung der Entscheidung hätten Salzberger erste Anrufe und Textnachrichten erreicht. „Eine Mutter war empört, dass wir ohne Anordnung des Landratsamtes das Hallentraining abgesagt haben. Wir sollten das doch die Eltern entscheiden lassen.“ Für ihn steht aber fest: „Als verantwortungsbewusster Bürger muss man reagieren. Nur Applaus für die Pflegekräfte reicht nicht. Jeder muss jetzt seine Kontakte reduzieren.“

FC verkündet Entscheidung noch in der Nacht

Noch in der Nacht der Sitzung hat der FC Mühldorf folgende Mitteilung auf Facebook veröffentlicht: „Nur zusammen können wir den Winter überstehen. Der FC Mühldorf sagt das komplette Hallentraining für alle Mannschaften bis zum 31. Dezember ab. In den Weihnachtsferien wird die Situation neu bewertet und neu entschieden. Hiermit möchten wir unseren Teil leisten, um die Zahlen an Covid-Infektionen im Landkreis Mühldorf wieder zu reduzieren. So leid es uns auch tut, das ist unsere gesellschaftliche Verantwortung dem Krankenhaus- und Pflegepersonal gegenüber. #bleibt gesund“

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Auch die anderen Vereine in Stadt haben sich mit dem Thema befasst. Der TSV Mühldorf wird die Trainings in der Halle so lange weiter laufen lassen, wie es erlaubt ist. „Wir setzen auf das geltende Hygienekonzept, kleinere Gruppen und die Vermeidung von Körperkontakt“, erklärt TSV-Vorstand Stefan Schörghuber. Er ist der Meinung, dass weder Kinder noch Erwachsene unter sportlichen Corona-Einschränkungen leiden sollten.

„Aktuell finden bei uns in der Halle nur noch Taekwondo und Damengymnastik statt“, sagt Hans Schaffer, Vorstand des ESV Mühldorf, mit. Er will es den Übungsleitern eindringlich ans Herz legen, diese Trainingsstunden besser abzusagen. Die hohen Fallzahlen und die Meldungen aus den Intensivstationen erschrecken auch ihn: „Ich will das Risiko einer Ansteckung bei uns im Verein nicht eingehen.“

Beim PostSV Mühldorf finden wegen Corona derzeit keine gemeinsamen Termine der Ruderabteilung statt. Auch der Seniorensport wurde schon gestrichen. Roland Schlesier, 1. Vorsitzender: „Wir beobachten die rasante Entwicklung und werden uns in Kürze intern darüber abstimmen, wie es weitergehen kann.“

So lange wie möglich trainieren

„So lange Training in der Halle erlaubt ist, nutzen wir alle Möglichkeiten“, sagt dagegen Vorstand Dr. Michael Haack für den RSV Mößling. Bei Teilnehmern über 18 Jahren wird 2G strikt eingehalten. „Einige Kurse mussten abgesagt werden, weil die Übungsleiter nicht geimpft sind“, bedauert er. „Ansonsten setzen wir auf mehr Abstand zwischen den Personen.“ Sollte allerdings eine Maskenpflicht für Hallensport kommen, wäre es wohl auch beim RSV mit dem Indoor-Training vorbei.

„Gesellschaftliche Verpflichtung, gerade Kindern gegenüber“

Trotz der weiterhin hohen Inzidenz, hält die Volleyballabteilung des TSV Mühldorf an Training und Spielbetrieb fest, wie Abteilungsleiter Stefan Bartsch bestätigt: „Volleyball ist ein reiner Hallensport. Wir haben sonst keine Möglichkeit Sport zu treiben, während zum Beispiel die Fußballer bei entsprechender Witterung auch draußen trainieren können!“ Man will sich bei den Volleyballern nicht ausklinken, weil man als Verein auch seiner gesellschaftlichen Verpflichtung, gerade Kindern gegenüber, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten nachkommen will. „Da gibt es in unserer Abteilung uneingeschränkt einen Konsens.

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Wir wollen die Kinder fördern und fordern so lange es geht!“ Innerhalb des Bayerischen Volleyball-Verbandes sei man übereingekommen, dass über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus bei den Spieltagen der Kinder und Jugendlichen für maximalen Schutz gesorgt wird. Neben einem umfangreichen Hygieneschutzkonzept sind die Jugendlichen vor jedem Spieltag angehalten, egal ob geimpft oder genesen, sich einem Schnelltest zu unterziehen. Die Trainer in der TSV-Abteilung, allesamt geimpft und deswegen nach den 2G-Regeln uneingeschränkt im aktuellen Trainingsbetrieb stehend, würden da ebenfalls voll mitziehen. Es sei nicht vermittelbar, wenn auf der einen Seite Schulsport erlaubt bliebe, der Vereinssport mit den gleichen Personen hingegen auf Eis gelegt würde, findet Bartsch.

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