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Faschings-Saison mit Fragezeichen

„A bissl was geht vielleicht“: Warteschleife bei Gilden rund um Mühldorf, Altötting, Traunstein und Rosenheim

Faschingszug 2020 in Haag
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„ZZ Top“ beim Faschingszug 2020 in Haag. Zumindest ein Hauch von Faschingsstimmung würde der Bevölkerung gut tun in Pandemie-Zeiten.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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  • Roland Kroiss
    Roland Kroiss
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Die Faschingssaison startet traditionell im Januar mit einem Aufgalopp und geht normalerweise mit voller Energie in den Endspurt, diesmal am 28. (Rosenmontag) und 29. Februar (Faschingsdienstag) 2022. Doch nach der Pandemie-bedingten Absage aller Veranstaltungen 2021 droht schon wieder das gleiche Szenario in fast allen Gilden Oberbayerns. Besonders ärgerlich ist es für die Rosenheimer Faschingsgilde, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern wollte. Nun liegt alles auf Eis.

Mühldorf/Rosenheim - Schön anzusehen war der Showtanz der Garde-Mädchen der Rosenheimer Faschingsgilde am 11. November 2021 auf jeden Fall. „Die Mädels haben zwei Jahre lang trainiert für Tänze und Märsche. Das ist nun fast alles umsonst“, klagt Evi Gröning vom Wirtschaftlichen Verband Rosenheim, unter dessen Dach die Gilde organisiert wird.

Denn bis auf weiteres sind wegen der Vierten Welle der Corona Pandemie und der Ausbreitung der Omikron-Variante alle größeren Veranstaltungen mit Publikum abgesagt. Bis Ende Januar wird es „keine Klarheit geben, ob im Fasching 2022 überhaupt Events stattfinden und wir am letzten Februar-Wochenende den Kehraus feiern können“, so Evi Gröning. Das Prinzenpaar von 2021 wurde 2022 erneut berufen - aber nicht mehr offiziell proklamiert.

Fotos vom Stadt- und Landball Rosenheim 2020 

Fotos vom Stadt- und Landball Rosenheim 2020 

Der Gardetanz fand in Rosenheim am 11. November 2021 zweimal in der Innenstadt statt. Die Gilde bzw. Tanzgruppe kann auch für Events gebucht werden. Kontaktdaten und Informationen zum 50-jährigen Jubiläum der Rosenheimer Faschingsgilde findet man auf der Website des Wirtschaftlichen Verbands.

Dort finden Interessierte auch aktuelle Angaben zu Veranstaltungen, falls diese im Laufe des Januars und Februars 2022 noch genehmigt werden. Entsprechende politische Entscheidungen zu Kontaktbeschränkungen werden am 7. Januar erwartet. Im Rahmen des Bund-Länder-Treffen wird es neue Beschlüsse geben, wie Bundes-Gesundheitsminister Lauterbach ankündigte.

Inntalia Mühldorf hätte ein starkes Programm auf Lager

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesem Winter unser großer Faschingsumzug mit Publikum in Mühldorf stattfinden kann, wenn bei großen Sportveranstaltungen keine Zuschauer dabei sein dürfen“, gibt sich Sandra Zellhuber von der Inntalia resignativ. Sie verweist auf den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding (12.-16. Januar).

Die Kinderprinzen Emma Schaffer und Marian Heymann, die großen Angelika Krzempek und Thomas Knoblauch zusammen mit Günther Knoblauch, dem Vater von Thomas. Er war vor 50 Jahren Prinz.

Für die Narren aus den Faschings-verrückten Städte Mühldorf und Waldkraiburg sind die Corona-Einschränkungen der Vierten Pandemie-Welle besonders schwer zu ertragen. Beinahe trotzig proklamierte man am 11. November „ein großes und ein kleines Prinzenpaar, das bei Sitzungen auftreten könnte“, so Zellhuber. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Falls es doch Möglichkeiten für einen „kleinen Fasching“ ergeben sollten, will die Inntalia mit der Stadt Mühldorf Rücksprache halten, „zumindest beim Faschingsendspurt ab dem Unsinnigen Donnerstag etwas auf die Beine zu stellen“.

Faschingsstart! – Alle Bilder aus der Region

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Faschingsstart! – Alle Bilder aus der Region

Ohne gutes Training kein reibungsloser Auftritt

Das Programm funktioniert nur, wenn Dance Nation (Erwachsenen-Garde) und Kinder-Garde (drei Gruppen nach Altersklassen) regelmäßig trainieren können. Sandra Zellhuber: „Bis Anfang Dezember war das noch möglich. Jetzt müssten wir eventuell über Online-Training nachjustieren.“

Die Inntalia Gilde hat nach wie vor „60 aktive und begeisterte Mitglieder“, so Zellhuber, „deren Motivation aber unter diesen Umständen sinkt.“ 20 Kinder verließen die Garde im ersten Corona-Jahr. Kürzlich geplante Auftritte in Seniorenheimen mussten vor dem Hintergrund der Covid-Omikron-Ausbreitung abgesagt werden.

„Hoffen wir, dass es anders wird und wir noch ein bisschen Fasching feiern können“, so Sandra Zellhuber.

Da war es noch schön: Stimmungsbilder vom Fasching im Autohaus Weinberger

Neuöttinger haben sich noch nicht aufgegeben

Wie ein Formel-Eins-Wagen , der vor dem Start in eine unendlich lange Safety-Car-Phase muss - so könnte man die Stimmung bei der Neuöttinger Faschingsgesellschaft bezeichnen. „Wir könnten schnell etwas auf die Beine stellen, wie zum Beispiel die Lady´s Night am Unsinnigen Donnerstag. Auch die Jugendgarde trainiert weiterhin und hat Tänze einstudiert“, berichtet der Erste Vorsitzende Andreas Schmidhuber.

Doch bisher mussten alle Termine Corona-bedingt abgesagt werden, „darunter auch die Proklamation am 11. November 2021“, so Schmidhuber. Er bedauert das, „weil Fasching Freude macht und unser Vereins-Leben bis auf kleine Ausnahmen stillsteht.“ Die Verantwortlichen der Stadt Neuötting sollen in wenigen Tagen nochmals zusammenkommen und entscheiden, ob der traditionelle Fasching in irgendeiner Form stattfinden kann.

Auftritte im Freien wären aus meiner Sicht eine realistische Alternative“, so Schmidhuber. Das beträfe den Gaudiwurm am Rosenmontag. „Mit einem abgespeckten Programm sind wir startbereit“, so der Präsident, „daher hoffen wir bis zuletzt, dass noch etwas geht am letzten Februar-Wochenende.“ Städtische Veranstaltungen mit der Faschingsgesellschaft und alle Bälle liegen auf Eis und „sind so weit wie möglich nach hinten verlegt“, so Schmidhuber.

Kann Kraiburger Gilde ein „Festival der Garden“ im April auf die Beine stellen?

Michael Achatz von der Narrengilde Kraiburg am Inn hat ganz besondere Pläne, wenn am traditionellen Fasching 2022 gar nichts geht: „Ich stelle mir ein Festival der Garden mit anderen Faschingsgesellschaften der Region vor, vielleicht im April oder Mai“, so der Präsident der Kraiburger Gilde. Immerhin kann seine Truppe auf 80 aktive Tänzerinnen und Tänzer verweisen, die „soweit möglich trainiert und Programme einstudiert haben“, so Achatz. In Kraiburg tanzen die Kinder-Garde (6-12 Jahre), die Showgarde (16 Jahre aufwärts) und die Teenie-Garde (12-16 Jahre).

Letztere macht Achatz „ein bisschen Sorgen, weil zum 12. Januar die Sonderregelung der Befreiung von der 2G-Pflicht ausläuft.“ Man warte, was die Politik dahingehend entscheide, „falls es bei der aktuellen Regelung bleibt, können die Teenies nicht weiter trainieren.“ Das wäre für alle frustrierend. In Kraiburg gibt es sogar eine Bambini Garde der 4- und 5-Jährigen, die „aber noch nicht auftrittsreif ist“, so Michael Achatz. Beim Nachwuchs sei man insgesamt „gut aufgestellt“.

Ein neues Programm ist mit neuen Kostümen einstudiert - man würde es gerne beim Marktball am 22. Januar - wenn der stattfindet - zeigen. „Entweder gibt es Events mit 2G-Plus, was eine große Einschränkung wäre, oder nur Veranstaltungen im Freien“, so Achatz.

Was die „Bochratzn“ und die „Traun-Narrischen“ im Landkreis Traunstein vorhaben

Absagen und Unsicherheit herrschen auch im Landkreis Traunstein vor. „Wir haben am Dienstag beschlossen, keinen Faschingszug zu veranstalten“, so Luis Hohenadler von den „Oidnmarkter Bochratzn“ gegenüber chiemgau24.de. Schließlich müsste man jetzt unter anderem mit den Bestellungen beginnen, und es sehe nicht nach großen Lockerungen in der nächsten Zeit aus. „Wir werden wenn dann spontan eine Zeltdisco oder Ähnliches auf die Beine stellen“, so Hohenadler. Auch die „Traun-Narrischen“ Traunreut haben ihren heurigen Gaudiwurm schon abgehakt. „Ideen haben wir trotzdem, aber es ist noch nichts spruchreif. Es soll eine Überraschung werden“, so Ivica Moslavac von den „Traun-Narrischen“.

Keine großen Planungen, wie auch schon im vorigen Jahr, dafür die kurzfristige Anmeldung von Veranstaltungen - diesen Kurs verfolgt der Waginger Faschingsverein „SoHalunke“. Auch eine Garde sei für heuer nicht geplant. „Wir hoffen, der Fasching kann in irgendeiner Form stattfinden“, so Martin Gebauer von „SoHalunke“.

Das 123-jährige Jubiläum steht der „Veitsgroma Zunft“ ins Haus - aber den Jubiläumsball für 15. Januar mussten die Traunsteiner bereits absagen. „Wir warten weiter ab. Im Moment planen wir noch nichts Konkretes, aber der Jubiläumsball wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt“, so Josefine Dumebi von der „Veitsgroma Zunft“. Beim Nachbarverein „Blau-Weiss Kammer“ befindet man sich nur im Training: Kindergarde, Jugendgarde, Tanz- und Prinzenpaar wären in Form und könnten auftreten - „die Show-Gruppe studiert in dieser Saison aber kein Programm ein“, so Schriftführerin Lena Wimmer. Offiziell abgesagt seien die Veranstaltungen der Kammerer noch nicht, unter den derzeitigen Bestimmungen sei es allerdings „sehr schwierig“ einen Ball zu organisieren.

-rok/xe-

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