Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Vor Gericht

Falschgeld kostet 21-Jährigen aus dem Landkreis Mühldorf 2.000 Euro

Ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf wurde wegen des Erwerbs und Verbreitens von Falschgeld, unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln und wegen Betrugs verurteilt. Er muss zur Strafe 2000 Euro an einen Gnadenhof für Hunde bei Neumarkt-St. Veit zahlen.
+
Ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Mühldorf wurde wegen des Erwerbs und Verbreitens von Falschgeld, unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln und wegen Betrugs verurteilt. Er muss zur Strafe 2000 Euro an einen Gnadenhof für Hunde bei Neumarkt-St. Veit zahlen.

Das Amtsgericht verurteilte einen 21-Jährigen aus dem Landkreis Mühldorf zu einer Geldstrafe von 2000 Euro. Amtsrichter Dr. Christoph Warga sah die Vorwürfe wegen des Erwerbs und Verbreitens von Falschgeld, unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln und wegen Betrugs als erwiesen an.

Mühldorf – Um Schulden zu begleichen, war der geständige Angeklagte auf die Idee gekommen, sich im Darknet, Falschgeld zu bestellen. Bei einer in den Niederlanden ansässigen Firma erwarb er im Februar dieses Jahres 20 gefälschte 50-Euro-Scheine, für die er 200 Euro bezahlen musste. Ein Handwerker fand bei Reparaturarbeiten auf dem Dachboden seines Miethauses in einem Briefkuvert dann später elf falsche Geldscheine und brachte sie zur Polizei.

Zwei Vorstrafen im Erziehungsregister

Die anderen neun 50-Euro-Scheine waren bereits ausgegeben, unter anderem an Bekannte. Mit einem Fünfziger bezahlte der junge Mann an der Bar beim Neumarkter Faschingszug, einen weiteren ließ er danach von einem fremden Ehepaar einwechseln. Die Staatsanwältin warf dem jungen Mann zudem vor, im Sommer 2019 im Darknet 115 Gramm Amphetamine bestellt zu haben. Die Drogen habe er gekauft, weil er in der Arbeit Stress habe, erklärte der Angeklagte im Gerichtssaal.

Lesen Sie auch:

20 Euro auf der Straße gefunden? Vorsicht! Darum sollten Sie das Geld nicht aufheben

Ein Blick ins Erziehungsregister brachte zwei Einträge zum Vorschein: eine gefährliche Körperverletzung inklusive Diebstahl und unerlaubter Besitz von Drogen. Die Staatsanwältin hielt in ihrem Plädoyer das Geständnis zugute, negativ fielen die einschlägige Vorstrafe wegen Drogenbesitzes und die Vielzahl der Geldscheine ins Gewicht. Sie beantragte eine Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne, eine Geldstrafe von 2000 Euro, ein Drogenscreening und einen einwöchigen Jugendarrest.

Rechtsanwalt Axel Reiter sah keine besondere Schwere der Schuld. Bei den bestellten Amphetaminen handele es sich nicht um harte Drogen, auch seien diese nicht in Umlauf gekommen. Das Geständnis seines Mandanten habe sogar zwei falsche Geldscheine mehr zugegeben als in der Anklage gestanden hätten. Sein Mandant arbeite, führe ein rechtschaffenes Leben und habe seinem Chef von der Anklage erzählt.

Geldstrafe geht an einen Gnadenhof

Axel Reiter lehnte eine Haftstrafe ab, die Geldstrafe solle weniger als 2000 Euro betragen und einen Arrest erachtete der Rechtsanwalt als „erzieherisch nicht notwendig“. Amtsrichter Dr. Warga und seine beiden Schöffen verhängten eine Geldstrafe von 2000 Euro, die der Angeklagte an den Gnadenhof für Hunde bei Neumarkt-St. Veit zu zahlen habe. Der junge Mann muss zudem für zwei Wochen in einen Jugendarrest, wofür er zwei Wochen Urlaub opfern muss und er trägt die Kosten des Verfahrens. „Geldfälschung ist kein Kavaliersdelikt“, so Dr. Warga. In seiner Urteilsbegründung führte der Richter aus, dass das Jugendstrafrecht bei dem jungen Mann zur Anwendung gekommen war, Entwicklungsverzögerungen seien aufgrund einer schweren Kindheit und Jugend nicht auszuschließen.

Lesen Sie auch:

Auch 20-Euro-Schein bekommt standardmäßig eine Lackierung

Das Geständnis habe eine umfangreichere Beweisaufnahme erspart. Negativ beurteilte der Richter die größere Menge des Falschgeldes. Allerdings zog das Gericht keine Freiheitsstrafe in Betracht, die Schwere der Schuld sei nicht gegeben, schädliche Neigungen könne es nicht erkennen. Da der junge Mann bereits vier Wochen Arrest verbüßt hatte, erlegte ihm das Gericht keinen weiteren auf.

Kommentare