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Vor Gericht

Pakt mit einem Gauner: Waldkraiburger eröffnet Konten mit falschen Ausweispapieren

Justitia hat entschieden: Ein 31-jähriger ist zu einerzwölfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
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Justitia hat entschieden: Ein 31-Jähriger ist zu einer zwölfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Ein 31-Jähriger aus Waldkraiburg lässt sich auf Gaunereien ein. Ihm bringt das im Gegensatz zum Haupttäter nicht das große Geld. Nun sind beide aufgeflogen.

Mühldorf – Nach dem Abitur das Studium geschmissen, als selbständiger Reifenmonteur gescheitert, mit Unterhaltszahlungen für ein Kind beim Jugendamt im Rückstand, Schulden über Schulden. Einem 31 Jahre alten Türken aus Waldkraiburg stand das Wasser bis zum Hals, als er sich auf eine Gaunerei einließ, die ihn nun vor den Strafrichter am Mühldorfer Amtsgericht brachte.

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Urkundenfälschungen und Beihilfe zum Betrug

Der junge Mann gestand alles, was ihm der Staatsanwalt vorwarf: die Urkundenfälschungen, die Beihilfe zum Betrug, die Beihilfe zum versuchten Betrug. Er hatte beim Sport einen gleichaltrigen Waldkraiburger kennengelernt, der ihm ein äußerst sinistres Angebot machte. Er würde 500 Euro erhalten, wenn er mit seinem Lichtbild und gefälschten Ausweisen Konten eröffnete, die dann der Anstifter für üble Geschäfte nutzte. Dieser Mann bot im Internet Waren feil, die er sich per Überweisung auf die Konten bezahlen ließ, aber niemals versendete. „Sauereien“ nennt Richter Florian Greifenstein solche Geschäfte.

Perfekt gefälschte österreichische Ausweise

Der Angeklagte spielte mit. Er stellte dem Gauner im Frühjahr 2019 sein Passbild zur Verfügung, und mit den geradezu perfekt gefälschten österreichischen Ausweisen eröffnete er Konten. So wurde er selbst zum Gaunergehilfen. Seine Pseudonyme lauteten Manuel Moser und Thomas Hartmann. Die versprochene Zuwendung erhielt er prompt in bar.

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Mehr als 18.000 Euro erschwindelt

Mit den Betrugskonten kassierte der Haupttäter mehr als 18.000 Euro. Der Mann aber, der nun Moser und Hartmann war, sah davon nichts und war lediglich eine Art Beifang, als die Polizei dem Haupttäter aus purem Zufall durch eine Verkehrskontrolle in Düsseldorf auf die Schliche kam.

Der Staatsanwalt berichtete, seine Ermittlungen füllten inzwischen 32 Aktenordner. Der Haupttäter müsse sich wohl im März vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Sein Gehilfe versicherte vor dem Mühldorfer Amtsgericht, dass er dort als Zeuge das gleiche aussagen werde wie im Prozess gegen ihn selbst.

„Urkundenfälschung ist schon ein dicker Hund“

Richter Florian Greifenstein würdigte beim Urteil das Geständnis des Angeklagten. „Aber die Urkundenfälschung ist schon ein dicker Hund“, sagte er, „Personalausweise sind nicht irgendwelche Urkunden.“ Dass sie für primitiven Internet-Betrug dienen sollen, sei dem 31-Jährigen klar gewesen. Und dass er sich für 500 Euro und ohne weitere Beteiligung an einer Beute zu einer solchen Straftat habe hinreißen lassen, sei „nicht besonders klug. Er ist selbst von dem anderen beschissen worden.“ Mit der zwölfmonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, folgte der Richter dem Antrag des Staatsanwalts. Die 500 Euro muss er nun der Staatsanwaltschaft überweisen – in Raten.

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