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Große Unterschiede zwischen den Gemeinden

Extrem hohe Wahlbeteiligung: In Kirchdorf wohnen die fleißigsten Wähler

Die meisten Parteien tummeln sich rund zum zehn Prozent, nur die CSU schwebt über allem: So sehen die Wahlergebnisse der sieben größeren Parteien aus. Klinger
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Die meisten Parteien tummeln sich rund um zehn Prozent, nur die CSU schwebt über allem: So sehen die Wahlergebnisse der sieben größeren Parteien aus.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Eine Gemeinde im Westen des Landkreises Mühldorf hat eine Wahlbeteiligung von 91,6 Prozent. Nur 66 Prozent der Waldkraiburger haben vom Wahlrecht Gebrauch gemacht. Diese Auffälligkeiten sind in anderen Kommunen festzustellen.

Mühldorf – Mit 77,3 Prozent Wahlbeteiligung waren es knapp zwei Prozent mehr Wähler im Landkreis Mühldorf als noch 2017, die bei der Bundestagswahl ihre Stimme abgegeben haben. 66.645 Stimmen wurden gezählt, davon waren lediglich 0,6 Prozent beziehungsweise 422 bei den Erststimmen sowie 329 bei den Zweitstimmen (0,5 Prozent) ungültig. 86.161 Wahlberechtigte gibt es im Landkreis Mühldorf.

Der Wahlbeteiligungs-Primus kommt aus der Gemeinde Kirchdorf, wo von 1041 wahlberechtigten Bürgern 954 ihre Stimme abgegeben haben. Auch Reichertsheim glänzte mit fleißigen Urnengängern – mit einer Wahlbeteiligung von 85,8.

Nur 66 Prozent in Waldkraiburg

Überhaupt ist bei den Gemeinden im südwestlichen Landkreis Mühldorf großes Interesse an der Wahl festzustellen. Denn auch Rattenkirchen, Heldenstein, Rechtmehring warten mit einer Wahlbeteiligung von 85 Prozent und höher auf. Deutlich geringer war das Interesse in den Städten. Waren es in Mühldorf noch 75,6 Prozent, haben in Neumarkt-St. Veit 74,2 Prozent aller Wahlberechtigten abgestimmt, während die 66,1 Prozent in Waldkraiburg den gesamten Landkreisschnitt nach unten gedrückt haben.

In vier Gemeinden schafft Mayer sogar mehr als 50 Prozent

Trotz eklatanter Stimmenverluste gibt es im Landkreis Gemeinden, in denen Stephan Mayer über die Hälfte aller Stimmen auf sich vereinen konnte. Das war in Niederbergkirchen der Fall (54,7 Prozent), in Oberneukirchen (51,5 Prozent) und in den Gemeinden Erharting und Schönberg (jeweils 50,1 Prozent).

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AfD in Mettenheim besonders stark

Die höchsten Stimmenanteile erreichte die SPD in den Städten Mühldorf (13,2 Prozent Erststimmen/16,4 Prozent Zweitstimmen) und Waldkraiburg (13,1/16,1). Bei den Zweitstimmen stechen Haag (14,2) und Schwindegg (14,3) heraus. Erwartungsgemäß holte die AfD ihre meisten Stimmen in Waldkraiburg (15,9/15,2).

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Mühldorf, wo Kreisvorsitzender Multusch wohnt, bleibt aber mit 10,6 und 10,3 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Auffällig ist erneut Mettenheim, dem Wohnort des Direkt-Kandidaten Dr. Klaus Lang, dort kommt die Rechtsaußenpartei auf 14,8 Erststimmen beziehungsweise 13,8 Prozent Zweitstimmen.

Arz konnte in seiner Heimat nur wenige Grün-Wähler mobilisieren

Die FDP holte ihr bestes Ergebnis in Ampfing (15,3/12,4), dem Heimatort der Abgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht. Zweistellige Ergebnisse (zwischen 10,5 und 11,9 Prozent) holte Grünen-Kandidat Christoph Arz in Gars, Maitenbeth, Mühldorf, Schwindegg und Zangberg. In seiner Heimat Waldkraiburg blieb der Grüne allerdings mit 8,8 Prozent und seine Partei mit 6,9 Prozent hinter allen Erwartungen zurück. Die Linken holten ihr Topergebnis in Mühldorf (2,9/2,5), wo mit Claus Debnar auch der einzige Linke in einem kommunalen Gremium sitzt. Nur Buchbach meldet ähnliche Ergebnisse (2,9/2,4).

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Nahezu durchweg zweistimmige Ergebnisse bei den Freien Wählern

Mit nahezu durchweg zweistimmigen Ergebnissen überraschten die Freien Wähler. Nur in Mühldorf (7,5 Prozent) und Waldkraiburg (8,5) bleibt die Partei einstellig. Traumergebnisse holte FW-Kandidatin Dr. Ilse Ertl in Kirchdorf, wo sie 18 Prozent der Direktstimmen erhielt und die Partei sogar 21,3 Prozent der Zweitstimmen holte. Aber auch in Reichertsheim (15,3/20,4), Schönberg (14,3/19,9) und Unterreit (16,5/20,9) haben überdurchschnittlich viele Wähler den Freien Wählern ihre Stimme gegeben.

ÖDP in Retzer-Heimatort am stärksten

Die ÖDP fuhr in Lohkirchen ihr stärkstes Ergebnis ein (6,9/4,2), dort wo der langjährige Kreisrat Reinhard Retzer zu Hause ist. Die Bayernpartei schaffte als Maximum 3,5 Prozent bei den Erststimmen in Hag, dem Heimatort von Direkt-Kandidat Simon Wahl. Werte bis zu 4,6 Prozent (Unterreit) vereinte der Kandidat der „Basis“ Edgar Siemund auf sich. In Unterreit fielen auch bei der Zweitstimme mit 3,8 Prozent die meisten Stimmen auf die Basis ab.

AfD-Wähler gehen lieber an die Urne

Urnen- und Briefwahl hielten sich im Vergleich die Waage. Lediglich bei der CSU und den Freien Wählern ist der Anteil der Briefwähler höher als der Anteil der Urnenwähler. Bei der AfD dominieren dagegen klar die Urnenwähler. 15 Prozent Wähler machten ihr AfD-Kreuz in der Wahlkabine, zwischen 9,2 und 8,7 Prozent nutzten die Briefwahl.

Wie hoch genau der Anteil der Briefwähler war, lässt sich noch nicht genau sagen, teilt die Pressestelle des Landratsamtes Mühldorf auf Anfrage mit. Die Zahl wird derzeit noch ermittelt. Nach ersten Erhebungen durch das Landratsamt Altötting sei im Wahlkreis aber ein klarer Trend in Richtung Briefwahl festzustellen. Von 129.457 Wählern sei die Stimmabgabe bei 79.343 mit Wahlschein erfolgt, was eigentlich nur bei der Briefwahl Usus sei, heißt es dazu aus dem Landratsamt Mühldorf.

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