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Theater in Ecksberg

Ewig lockt der Kerschgeist: Neuauflage des Ecksberger Brandner Kaspars – mit neuem Regisseur

„Brandner 2021“: Die ersten Proben sind vielversprechend. Wie immer spielt Lydia Buchner (links) den Boandlkramer, Armin Stockerer (Mitte) mimt den Brandner Kaspar. Regisseur ist Profischauspieler Mike Sobotka (rechts).
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„Brandner 2021“: Die ersten Proben sind vielversprechend. Wie immer spielt Lydia Buchner (links) den Boandlkramer, Armin Stockerer (Mitte) mimt den Brandner Kaspar. Regisseur ist Profischauspieler Mike Sobotka (rechts).
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Hunderprozentiger Einsatz in einem Stück, in dem der Hochprozentige eine Hauptrolle spielt: Die Theatergruppe der Stiftung Ecksberg probt gerade den „Brandner Kaspar“. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal doch komplett anders, weil sich bei den Darstellern und auch auf dem Regiestuhl etwas getan hat.

Mühldorf – Eine kurze Jeans trägt er, dazu T-Shirt an diesem heißen Tag. So heiß, dass Armin Stockerer und seine Schauspielkollegen in den kühlen Besprechungssaal der Stiftung Ecksberg flüchten, um zu proben. Noch ein kurzer Blick ins Skript und schon erhebt sich Stockerer Stimme.

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Bedeutungsschwanger skandiert er: „Für mi fangt a Leb‘n o, des beispiellos is in dera Welt!“ Zweifellos hatte der Brandner Kaspar bei dieser Szene den Boandlkramer schon um einige zusätzliche Lebensjahre betrogen. Die imaginäre leere Flasche Kerschgeist, die dem „Flori“ (Florian Köhler) allen Respekt abnötigt, spricht Bände. Regisseur Mike Sobotka unterbricht, nicht aber ohne zu loben: „Ja, des is scho ganz schön!“

Keine Kostüme, keine Requisten – auf jeden Fall aber viel zu heiß

Es ist eine erste Stellprobe, zu der sich Darsteller und Regie an diesem Nachmittag treffen. Keine Kostüme, keine Requisiten. Ein erstes sich Abtasten ist es. Doch eines ist deutlich zu spüren: Man brennt darauf, endlich wieder auf einer Bühne stehen, nachdem die Corona-Pandemie bereits zwei Versuche, das Stück von Franz von Kobell aufzuführen, gescheitert waren.

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Mit dem Schauspieler Mike Sobotka hat ein neues Gesicht auf dem Regiestuhl Platz genommen, ist ein professioneller Schauspieler mit der Inszenierung betraut worden, nachdem Martin Winklbauer von der Waldbühne in Halsbach, der auch den Brandner Kaspar mimte, die Verantwortung abgegeben hatte.

Denn der Brandner Kaspar hat in Ecksberg eine lange Tradition, in den vergangenen 13 Jahren wurde das Stück vom ewigen Leben 15 Mal aufgeführt.

Vom Veranstaltungskaufmann zur Schauspielerei

Mike Sobotka ist ein gebürtiger Mühldorfer und hat während seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann die Schauspielerei für sich entdeckt. Sobotkas (41) Laufbahn begann er in Starnberg im Zuge des „Südbayerischen Theaterfestivals“, er wurde vom Waldkraiburger Filmemacher Sebastian Harrer im Schauspiel unterrichtet.

Unter Intendant Peter Nüesch wurde er am Theater an der Rott in Eggenfelden ausgebildet und gefördert. Sein Weg führte ihn von Starnberg über Bad Wörishofen und Eggenfelden nach Mayen, wo er bei den Burgfestspielen in verschiedensten Stücken auftrat.

Regisseur bekannt aus „Dahoam is dahoam“

Doch auch in Mühldorf war er tätig, betreute einige Stücke für das Projekt „Sternenstaub“ der Beruflichen Fortbildungszentren, zuletzt „Tintenherz“. Ebenso spielte er für das junge Landestheater Bayern bereits in Mühldorf.

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Sein Gesicht kennt man mittlerweile auch aus dem Fernsehen. Er stand unter anderem für Kurzfilme wie „No One is an Island“ oder „Cinderella 3.0“ vor der Kamera. Außerdem war er bei einigen Folgen von „Aktenzeichen XY ungelöst“ und bei „Dahoam is dahoam“ zu sehen.

Spielfilmdebüt mit Hauptrolle bei „Dunkle Nächte“

Ein erster Meilenstein seiner Karriere ist sein Spielfilmdebüt in „Dunkle Nächte“, ein Film der im 19. Jahrhundert spielt und von den beiden Donaumoos-Räuber Ferdinand Gump und Eduard Gänswürger handelt. Unter Regisseur Bernhard Zagler spielt der mittlerweile in Waldkraiburg lebende 41-Jährige die Hauptrolle des Ferdinand Gump.

Inzwischen versucht er sich auch als Regisseur. Den Brandner Kaspar kennt Mike Sobotka natürlich: „Ich habe in einer Produktion schon mal den Simmerl gespielt“, den eifersüchtigen Jäger in diesem Stück.

Armin Stockerer kann eigentlich alles – außer Ballett

Auch für Armin Stockerer ist es nicht das erste Mal, dass er in die Rolle des Brandner Kaspars schlüpft. In einer Produktion des Künstlerhauses am Lenbachplatz München und des Theaters an der Rott in Eggenfelden war Stockerer schon einmal das Schlitzohr, das dem Boandlkramer ein Schnippchen schlägt. „Als mir der Mike die Rolle angeboten hat, hab ich gleich ja gesagt“, sagt Stockerer, der Sobotka schon lange kennt. Berührungspunkte gibt es mit dem Theater an der Rott, durch diverse TV-Produktionen und eben auch durch den Kinofilm „Dunkle Nächte“.

Dabei ist Stockerer nicht nur Schauspieler, sondern auch Sänger. Musicalproduktionen, Operetten, Theater, Fernsehfilm, Regie – es gibt kaum etwas, was der 53-Jährige nicht schon gemacht hast. „Ich mache eigentlich alles – außer Ballett“, grinst er.

Lydia Buchner wird zum 16. Mal betrogen

Das muss er auch nicht können, wenn es darum geht, dem Boandlkramer einen Kerschgeist nach dem anderen anzudrehen. Und die Leidtragende, die schon mehr als ein Jahrzehnt immer wieder auf die Tricks des Brandner Kaspars hereinfällt, ist Lydia Buchner. Von Beginn an, seit die Stiftung Ecksberg 2008 zum ersten Mal die Mundart-Komödie aufgeführt hat, mimt sie den Boandlkramer. 15 Mal wurde sie seitdem schon vom Brandner Kaspar gelinkt.

Und sie freut sich schon auf das 16. Mal. Darauf, dass es endlich wieder losgeht nach der Zwangspause wegen Corona.

Kartenvorverkauf ab dem 23. August

Das letzte Mal stand das Stück vor zwei Jahren auf dem Spielplan. „Na klar muss ich mich wieder einlesen. Aber ich denke, ich bin da schnell wieder drin!“ Die Proben laufen jedenfalls auf Hochtouren. In knapp vier Wochen soll Premiere sein. Die Aufführungen finden am 17. und 18. sowie am 24. und 25. September jeweils um 20 Uhr in der Turnhalle in Ecksberg statt. Karten gibt es im Vorverkauf ab dem 23. August, von 15 bis 17 Uhr auf der Gruppe 19 in Ecksberg zu kaufen (Telefon 0 86 31/617-269).

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