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Nach fast 40 Jahren Dienst in der evangelischen Landeskirche

Ein „Brückenbauer zwischen Kulturen“: Pfarrer Johann-Albrecht Klüter aus Töging geht in Ruhestand

Pfarrer Johann-Albrecht Klüter, seine Ehefrau Cornelia Klüter und Dekan Peter Betram aus Traunstein (von links), der Pfarrer Klüter feierlich von seinen Pflichten entband.
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Pfarrer Johann-Albrecht Klüter, seine Ehefrau Cornelia Klüter und Dekan Peter Betram aus Traunstein (von links), der Pfarrer Klüter feierlich von seinen Pflichten entband.

„Bei allem Wehmut erfüllt mich große Dankbarkeit für all die guten Begegnungen und für all das gute Miteinander“, sagte der evangelische Pfarrer Johann-Albrecht Klüter bei seinem letzten Gottesdienst als Gemeindepfarrer in der Töginger Auferstehungskirche.

Von: Uwe Reuter

Töging/Neumarkt-St.Veit – Er verabschiedete sich nach fast 40 Jahren Dienst in der evangelischen Landeskirche und 16 Jahren in Töging mit einem Festgottesdienst in der Töginger Auferstehungskirche in den Ruhestand.

Ausgehend von der biblischen Erzählung vom Glauben in der Größe eines Senfkorns und dem Maulbeerbaum, der auch durch einen kleinen Glauben versetzt werden kann (Lukas 17, 5-6), sprach er der Gemeinde Mut zu, die nächsten Schritte in die Zukunft zu wagen und die Neugier auf das Kommende zu bewahren.

Der Töginger Geistliche beschrieb die gegenwärtige Situation in der Kirche. Sie stünde mitten in einem Umbruch: Man trage einerseits Sorge um die immer weniger werdenden Mitarbeitenden und andererseits müsse finanziell und personell gespart werden. Das führe zu hohen Belastungen der verbliebenen Mitarbeitenden.

Wie soll das weitergehen mit der Kirche? Ein starker Glaube, der froh und zuversichtlich gelebt würde, könne nur mit einer Neugier auf das Zukünftige und dem Vertrauen auf Gottes Begleitung auch in Unsicherheiten gespeist werden. Für diese letzte Predigt erhielt der evangelische Geistliche von der Gemeinde spontanen Applaus.

Dekan Peter Bertram aus Traunstein stellte seine Gedanken unter den Psalm 31 „Du Gott stellst meine Füße auf weitem Raum“: Geboren in Berlin, aufgewachsen am Ammersee, in München zur Schule gegangen, Theologie studiert in München, Neuendettelsau und Heidelberg, hat Pfarrer Klüter seinen weiten Weg über Ansbach, Kelheim und Osterhofen schließlich nach Töging und Neumarkt St. Veit gefunden.

Als Ausdruck ihrer Dankbarkeit für seine Gastfreundlichkeit überreicht Pastorin Lucy Nwannakdem Pfarrer Johann-Albrecht Klüter zum Abschied ein Bäumchen.

Bertram lobte ihn für sein Engagement in der Gemeinde, in der er stets den Menschen im Blick hatte. Sein Blick ging auch über den Kirchturm und die eigene Gemeinde hinaus. Er bedankte sich auch bei Cornelia Klüter, die sich mit ihren Begabungen in der Musik und ihrem ästhetischen Händchen nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Pfarrfrauenarbeit aktiv beteiligt und ihren Mann stets den Rücken gestärkt hat.

„Ruhestandsurkunde“ für Pfarrer Klüter

Zum Schluss überreichte der Dekan dem scheidenden Pfarrer Klüter die „Ruhestandsurkunde“ und entband ihn feierlich von seinen Pflichten als Gemeindepfarrer. Seine Berufung zu predigen oder zu taufen bleibe ihm aber sein Leben lang erhalten. Der stellvertretende Landrat von Altötting, Hubert Gschwendtner, zeigte sich tief beeindruckt, wie vorbildlich Pfarrer Klüter nicht nur Nächstenliebe predige, sondern diese auf vorlebe und sich in der Flüchtlingshilfe unermüdlich engagiere.

Ein freundlicher und zuverlässiger Gesprächspartner

Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst sah in Pfarrer Klüter einen stets freundlichen und zuverlässigen Gesprächspartner, bei dem man immer genau wusste, „was Sache ist“. Josef Jung, Direktor des BRK-Kreisverbandes, sah in Pfarrer Klüter einen „Brückenbauer zwischen verschiedenen Kulturen“ „Ausstrahlung mit Herzlichkeit“ sei sein Markenzeichen, so Jung und überreichte Pfarrer Klüter zum Zeichen einer wärmenden Verbundenheit eine Wärmedecke als Abschiedsgeschenk.

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Wie groß seine Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft war, zeigte sich im Grußwort von Pastorin Lucy Nwannak aus Nigeria für deren christliche Gemeinde aus Mühldorf Pfarrer Klüter in den vergangenen Jahren die Auferstehungskirche zur Verfügung gestellt hatte, damit sie hier ihre Gottesdienste feiern konnten.

Ökumene ein wichtiger Baustein

Als Brückenbauer sah ihn auch Pfarrer Piotr Wandachowicz, der mit der Pastoralreferentin Marianne Kaltner sich für den katholischen Pfarrverband Töging-Erharting bei einem Pfarrer bedankte, dem die Ökumene von Anfang an sehr wichtig war. Sie überreichten als witzige Geste zum Abschied die verschiedenen Sorten Weihrauch „Pontifikale“, „Glaube, Hoffnung“, „Gottes Segen“ und „Neubeginn“ damit „wir so wie Sie durch Christus ein Wohlgeruch für Gott und die anderen sind.“

Dankbar zeigte sich auch Horst Haslinger von der Neuapostolischen Gemeinde dafür, dass seine Gemeinde in den Ökumenekreis mit eingeladen und von Pfarrer Klüter mit offenem Herzen empfangen wurde.

Ein Apfelbaum für den Garten

Als Seniorpfarrer aus dem Dekanat dankte Lars Schmidt aus Waldkraiburg seinem Kollegen für seine humorvolle Art in Diskussionen. Am Ende fand auch Karin Kolbinger im Namen des Kirchenvorstandes und der Kirchengemeinde dankbare Abschiedsworte. Sie überreichte einen Apfelbaum für seinen neuen Garten und ein Album mit Fotos voller Erinnerungen aus den vergangenen 16 Jahren in der Gemeinde.

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