Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


NACH REKORD-UMSATZ

Etwas vorsichtiger im Corona-Jahr zwei - Steckerhersteller ODU aus Mühldorf bleibt optimistisch

Die moderne, computergesteurete Bandgalvanik in Mühldorf macht ODU nicht nur in Corona-Zeiten von Dienstleistern unabhängig. Mit ihr kann das Unternehmen auch den hohen Qualitätsanspruch an sich selbst erfüllen. ODU
+
Die moderne, computergesteurete Bandgalvanik in Mühldorf macht ODU nicht nur in Corona-Zeiten von Dienstleistern unabhängig. Mit ihr kann das Unternehmen auch den hohen Qualitätsanspruch an sich selbst erfüllen. ODU
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
    schließen

Corona konnte ODU weder die Bilanz noch die Stimmung verseuchen. Nach einem Rekordjahr 2020 setzt der Hersteller von Steckverbindern auch heuer auf einen positiven Jahresverlauf. Denn der Glaube an die eigene Stärke und Widerstandsfähigkeit ist bei den Mühldorfern ungebrochen.

Mühldorf – Deutlich zurückhaltender als im vergangenen Jahr präsentierte die Geschäftsführung von ODU ihre Einschätzung für das laufende Jahr. Der Grund: Nach dem neuerlichen Umsatzrekord 2020 sind die Aussichten heuer nur schwer einzuschätzen. Der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Kurt Woelfl, formuliert es so: „Wir planen für das Schlimmste und arbeiten für das Beste.“

Das ist dem Mühldorfer Hersteller von Steckverbindern im ersten Corona-Jahr offenbar gelungen. Dank einer Steigerung von vier Prozent setzte Mühldorfs größter Arbeitgeber 220 Millionen Euro um, so viel wie noch nie.

In allen Märkten breit aufgestellt

Als wichtigsten Grund für die Steigerung in der allgemeinen Wirtschaftskrise nennt Vertriebsleiter Denis Giba die Marktausrichtung des Unternehmens. „Wir sind bewusst auf verschiedenen Märkten tätig“: Medizin- und Prüftechnik, Elektromobilität und Militärtechnik. Auch innerhalb der einzelnen Märkte stellt sich ODU breit auf.

Mehr zum Thema ODU: Der Stecker aus dem Chemielabor - Oberflächenveredelung: ODU in Mühldorf hat seine Galvanik erneut erweitert

Ein Beispiel zeigt, wie dieses Vorgehen stark macht: Brachen im vergangenen Jahr nach Angaben der Geschäftsleitung die Umsätze für Magnetresonanzthomografen (MRT) um knapp 20 Prozent ein, stiegen die Umsätze der Stecker für die in der Coronakrise so dringend benötigten Beatmungsgeräte.

Für 2021 sind die Auftragsbücher weniger voll, als sie es Anfang des Jahres 2020 waren. Die vergangenen Wochen machen den drei ODU-Geschäftsführern aber Hoffnung, „dass es kein schlechtes Jahr wird“, wie Wölfl sagt.

Investitionen über zehn MIllionen Euro

Mit einer gewohnt konservativen Finanzplanung geht das Unternehmen deshalb ins neue Geschäftsjahr. Investitionen in Höhe von zehn Millionen Euro werde es vor allem im Bereich der Technik und der Produkte geben, erklärt Finanzchef Dr. Josef Leitner. Der Geschäftsführer nennt den weiteren Ausbau der Galvanik in Mühldorf oder Ausgaben für den Musterbau in Mühldorf und in Camarillo (USA), durch den Entwürfe von Produkten schneller beim Kunden sein könnten. Auch die Entwicklung neuer Stecker, Materialien und Fertigungstechnologien unter anderem für Elektroautos seien geplant.

Solide finanziert, keine Bankschulden

Die Voraussetzungen, auch ein schwächeres Jahr positiv zu überstehen, seien gut, sagt Leitner: „Das Unternehmen ist sauber finanziert, ohne Bankschulden, finanziell eigenständig und unabhängig.“ Im vergangenen Jahr investierte ODU insgesamt 18 Millionen Euro.

Lesen Sie auch: Am Beispiel der Mühldorfer Firma ODU: Taskforce geht neue Wege beruflicher Weiterbildung

Wenig Schwierigkeiten hatte das Unternehmen, nach eigenen Angaben sich auf die Einschränkungen durch Corona einzustellen. Der Einkauf sei zwar zu Beginn der Pandemie erschwert gewesen und in China habe das Werk aufgrund der Zwangsschließung durch die Regierung nicht arbeiten können. Die Lieferketten hätten aber funktioniert. „Alle Lieferanten konnten zuverlässig liefern“, sagt Woelfl.

Reisen auf Null, Kontakte gut

Gehörten in der Vergangenheit Reisen nach Mexiko, USA, China oder Rumänien zu den wichtigsten Grundlagen der weltweit agierenden Firma, fielen die seit der Pandemie nahezu komplett aus. „Die Reisen gingen auf Null“, sagt Geschäftsführer Gibis. „Die Hauptsache war aber, dass unsere Produkte reisen konnten.“

Um trotzdem mit den verschiedenen Standorten und Kunden in Kontakt bleiben zu können, habe ODU digitale Plattformen entwickelt, die sogar die technische Anleitung von Mitarbeitern ausländischer Standorte mit VR-Brillen ermöglichten. „Prototypen oder gewisse Einzelteile fertigen wir im 3D-Druck, wodurch wir schneller sind“, sagt Woelfl.

130 Auszubildende und Studenten

Ein Umsatzziel für 2021 nennen die Geschäftsführer angesichts der weitgehend unwägbaren Corona-Entwicklung für heuer nicht. Derzeit beschäftigt ODU weltweit 2300 Mitarbeiter, 1200 davon in Mühldorf. ODU hat 120 Auszubildende und zehn duale Studenten. Kurzarbeit wegen Corona gab es bislang nicht, an allen Standorten gelten laut ODU „coronagerechte“ Arbeitsbedingungen.

Josef Leitner.
Kurt Woelfl.
Denis Giba.

Kommentare