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Es gibt Leben jenseits von Corona

Florian Regner
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Florian Regner

Was war für Sie das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres?

Die Frage erinnert mich an das berühmteste Aufsatzthema nach den großen Ferien: „Was ist dein schönstes Ferienerlebnis?“ Ich würde es vielleicht anders formulieren in der Hinsicht, was die größte Veränderung für mich war.

Nein es war nicht Corona. Auch wenn man es nicht für möglich hält: Es gibt noch ein Leben jenseits von Corona. Das Leben eines Priesters ist auch dadurch gekennzeichnet, dass er häufiger umzieht wie andere Leute. Und so war das entscheidende Ereignis des letzten Jahres die Übernahme der Leitung des Pfarrverbandes Ampfing und damit verbunden der Wohnsitzwechsel.

Auch wenn sich mit der Zeit eine gewisse Routine bei einem Stellenwechsel einstellt, ist es doch immer wieder eine Herausforderung. Eine neue Aufgabe, eine neue Wohnung, ein anderes soziales Umfeld und immer wieder die häufigste Frage an alle zu Beginn: „Wie habt Ihr das bisher gemacht?“ Und Corona trägt auch dazu bei, dass so ein Start nicht unbedingt leichter wird. Mittlerweile hat sich aber vieles eingespielt und ich kenn mich schon etwas besser aus.

Eines haben wir alle in diesem Jahr gelernt: Was heute noch das Wichtigste ist, kann morgen schon Nebensache sein. Zwei Aspekte werden sich für das nächste Jahr sicher herauskristallisieren: Zum einen den Pfarrverband und seine Menschen näher kennenzulernen und hoffentlich bald einen Pfarrverband „im Normalbetrieb“ zu leiten und nicht im dauernden Krisenmodus, der ständig andere Lösungen erfordert.

Das zweite wird sicher sein, diese Krise nicht einfach ad acta zu legen, sondern genau hinzuschauen, was wir daraus lernen können. Was hat sich bewährt und auch der Krise standgehalten, welche jetzt aufgezwungenen Kommunikationswege können wir vielleicht auch in Zukunft nutzen oder wollen wir bestimmte Angebote, die aus der Not geboren waren, beibehalten und weiterentwickeln.

Es liegt an uns allen, ob die Spuren der Krise negativ oder positiv sind. Von daher wird neben dem weiteren Kennenlernen sicher auch die Nachbereitung dieses Jahres eine wichtige Aufgabe sein.

Mein Neujahrswunsch ist, dass ich mir wünsche, gesund zu bleiben und dass ich mich in meiner neuen Stelle weiter gut einarbeiten und einleben kann.

Allen, die dieses Jahr an die Grenzen des belastbaren gebracht hat, wünsche ich ein neues Jahr in dem sie zur Ruhe kommen können, sich vieles zum Guten wendet und sie wieder positiv in die Zukunft blicken können. Allen, die in diesem Jahr gemerkt haben, was sonst noch unentdeckt in ihnen steckt, wünsche ich viel Erfolg bei neuen Projekten.

Gesellschaftlich würde ich mir wünschen, dass wir diese Krise – wie es ja immer so schön heißt – als echte Chance wahrnehmen, um über vieles neu nachzudenken und vor allem zu überdenken. Wir haben in den letzten Jahren so manche Krise in unserem Land gehabt, an die sich die wenigsten noch erinnern und wo unisono erklärt wurde „So kann es nicht weitergehen“ und kaum kam die nächste Krise, war alles vergessen.

Gerade als Christen wissen wir, dass sich in dieser Welt nicht alles messbar erklären lässt und dass das Wirken Gottes nicht immer gleich zu erkennen ist. Auch in dieser Krise einen Wink des Himmels zu sehen, ist für die Gesamtsicht auf dieses Jahr sicher nicht verkehrt.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein – nicht nur floskelhaft gesprochen – wirklich gutes, gesegnetes neues Jahr mit vielen schönen Stunden und immer daran denken: Das Wesen der Krise ist, dass sie vorübergehend ist.

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