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Gymnasien Mühldorf und Gars

Erste Urwahl von Schülersprechern im Landkreis Mühldorf bringt erstaunliches Ergebnis

Schülersprecher per Urwahl bestimmt: Die ehemalige Schülersprecherin bei der Übergabe an die beiden neuen: Johanna Sturm, Ferdinand Straube, Matiulla Amiri, Johanna Eder (von links)
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Schülersprecher des Gymnasiums Mühldorf per Urwahl bestimmt: Die ehemalige Schülersprecherin bei der Übergabe an die beiden neuen: Johanna Sturm, Ferdinand Straube, Matiulla Amiri, Johanna Eder (von links).
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Im Landkreis Mühldorf haben die Schüler an zwei Gymnasien ihre Sprecher jetzt erstmals direkt gewählt. Ein Gymnasium entschied sich dagegen für den traditionellen Weg.

Mühldorf - Im Ruperti-Gymnasium Mühldorf ging es zu wie bei einer Parlamentswahl: Alle Schülerinnen und Schüler erhielten eine Wahlbenachrichtigung, sieben Kandidatinnen und Kandidaten betrieben Wahlkampf, entwarfen eigene Plakate und erstellten Videos. Drei Schülersprecher sollten gewählt werden, am Wahltag gab es drei Wahllokale, eingerichtet für die Unter-, Mittel- und Oberstufe. Wie groß das Interesse war, zeigt nach Angaben von Landratsamtssprecherin Karin Huber die Wahlbeteiligung. Von rund 877 Wahlberechtigten gaben 764 Schülerinnen und Schüler ihre Stimme abgegeben. Das entspricht 87,11 Prozent Wahlbeteiligung. Am Ende fiel die Wahl auf Matiulla Amiri, Johanna Eder und Ferdinand Straube. 

Die neu gewählte Schülersprecherin am Ruperti-Gymnasium Johanna Eder bezeichnete die Wahl als tolle Erfahrung. Jetzt gehe es darum, ihre Ziele umzusetzen: „Schule nachhaltig verändern, wie es auf meinem Wahlplakat stand. Besonders wichtig ist es mir, auf die Wünsche aller Schülerinnen und Schüler einzugehen und diese bestmöglich umzusetzen. Insgesamt soll sich unsere Schule zu einem Ort weiterentwickeln, an dem man nicht nur lernt, sondern auch in Gemeinschaft mit anderen tolle Projekte umsetzt und eine schöne Zeit verbringt, an die man sich später gerne erinnert.“

Die neu gewählten Schülersprecher des Gymnasiums Gars: Elena Pongratz, Lukas Hitzenberger, Sarah Koller (von links). Die Jugendlichen sind alle 15 Jahre alt.

Zum ersten Mal die Erlaubnis zur Direktwahl

Es war nach Angaben des Landratsamts das erste Mal, dass Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien Mühldorf und Gars ihre Sprecher direkt wählen durften. Bislang hatten allein Klassensprecher ihre oberste Vertretung bestimmt. Die Idee für eine Urwahl hatte laut Landratsamt der neu gegründete Arbeitskreis Politik im Ruperti-Gymnasium Mühldorf. Das Schulforum, ein Gremium aus Schulleitung, Vertretern von Lehrern, Eltern, Schülern und Landratsamt gab schließlich grünes Licht für die Urwahl. Der Arbeitskreis Politik unter der Leitung von Lehrerin Bettina Harnischmacher war dann auch für die Organisation und Durchführung der Wahl im Ruperti-Gymnasium zuständig. Oliver Vollmer, Fachbereichsleiter für Schulen im Landratsamt, erstellte eine Wahlordnung, die sich an der Wahlordnung des Freistaates Bayern orientierte und an die Gegebenheiten der Schule angepasst wurde. 

Für Schulleiterin Christine Neumaier ist die politische Bildung ein wichtiger Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule: „Umso besser gelingt sie, wenn der Impuls für demokratische Prozesse von den Schülerinnen und Schülern selbst kommt, wie es bei uns mit der Urwahl der Fall war.“

Mehr als 90 Prozent Wahlbeteiligung

Im Gymnasium Gars war die Resonanz noch größer, von den 732 wahlberechtigten Schülerinnen und Schülern gaben 679 ihre Stimme ab, also 92,75 Prozent der Wahlberechtigten. Gewählt wurden Elena Pongratz (15), Lukas Hitzenberger (15) und Sarah Koller (15).  Nach Angaben von Landratsamtssprecherin Huber profitierten die Schülerinnen und Schüler in Gars von den Vorbereitungsarbeiten im Gymnasium Mühldorf. Die Verbindungslehrerinnen Franziska Haneberg und Raphaela Baumgartner übertrugen die Maßnahmen auf das Gymnasium Gars.

Waldkraiburger Gymnasium überlegt Urwahl für 2023

Das Gymnasium Waldkraiburg hat seine Schülersprecher dagegen auf traditionellem Weg über die Klassensprecher gewählt. Schulleiter Helmut Wittmann erklärte auf Nachfrage, dass seine Schule erst sehr kurzfristig von dem Vorhaben der beiden anderen Gymnasien erfahren habe. „Deshalb haben wir uns noch keine Gedanken darüber gemacht. Für 2023 werden wir intensiv darüber nachdenken.“ Für Wittmann kann eine Urwahl zwar Teil der politischen Bildung und Hinführung zu Wahlen sein. Er betont aber, dass diese Arbeit an seiner Schule bereits bei politischen Entscheidungen durch sogenannte Spielwahlen geleistet werde.

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