Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Perspektive für die Diskos

Erste Partynacht ab 1. Oktober? Club-Besitzer in der Region vertrauen auf Söder-Aussage

Martin (links) und Florian Obereisenbuchner legen letzte Hand an. Man hat noch keine Mitteilung, ob sie tatsächlich das Uschihaus ab dem 1. Oktober aufsperren dürfen. „Aber wir wollen vorbereitet sein!“
+
Martin (links) und Florian Obereisenbuchner legen letzte Hand an. Man hat noch keine Mitteilung, ob sie tatsächlich das Uschihaus ab dem 1. Oktober aufsperren dürfen. „Aber wir wollen vorbereitet sein!“
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

In den Nachtlokalen und Diskotheken in der Region zählt man schon die Stunden, bis es endlich so weit ist: Nach fast eineinhalbjähriger Pause hoffen sie, dass sie im Oktober wieder ihre Lokale öffnen dürfen. Es gibt nur ein Problem: Bisher gibt es dafür keine Rechtsgrundlage.

Mühldorf – In den Clubs und Diskotheken in der Region zählt man schon die Stunden, bis es endlich so weit ist: Nach fast eineinhalbjähriger Pause hoffen sie, dass sie ab dem 1. Oktober wieder ihre Lokale öffnen dürfen. Die Betreiber von Uschihaus, Silo1 und Sinners stehen in den Startlöchern. Dabei ist noch gar nicht sicher, ob sie am 1. Oktober überhaupt aufsperren dürfen. Denn noch gibt es keine verbindlichen Rechtsgrundlagen.

Noch ist die Tanzfläche im das Silo1 leer. Doch Betreiber Tom Wörl hofft, dass ab dem 1. Oktober wieder die Musik spielt.

Nur so viel ist bislang bekannt, nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung am 31. August die Öffnung von Clubs und Diskos in Aussicht gestellt hatte: Nach den 3G-Regeln sollte der uneingeschränkte Besuch möglich sein, allerdings mit der Maßgabe, dass es PCR-Tests sein müssen, die den Zutritt von Ungeimpften ermöglichen sollen.

Bis zu 1000 Gäste auf Silo-Gelände möglich

Immerhin eine Perspektive. Und so laufen derzeit die Vorbereitungen in Sinners, Uschihaus und Silo1. „Wir machen alles soweit fertig, dass wir zum 1. Oktober aufsperren könnten“, berichtet Tom Wörl, Chef des Silo1 in Töging. 500 Gäste im Silo, weitere 300 im Magazin, alle Areas im Gebäudekomplex in Töging zusammen würden knapp 1000 Gäste fassen, zählt Wörl auf.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Er rechnet damit, dass dafür auf ihn und seine Mitstreiter noch Auflagen zukommen werden. Wobei er sich dann fragt: „Auf der Tanzfläche ohne Maske, zur Toilette dann aber mit. Das wäre schon ein Schmarrn.“

Eineinhab Jahre gewartet auf diesen Moment gewartet

Personell sei die Öffnung zu stemmen. An der Tür, wo sowieso die Ausweiskontrolle stattfindet, würde zusätzliches Personal abgestellt, um auch die 3G-Nachweise zu kontrollieren, wenn gleich am ersten Oktober-Wochenende zur „All-Areas-Party“ eingeladen wird. Umsatz tut Not, denn in den zurückliegenden eineinhalb Jahren haben die Betreiber einiges investiert, renoviert, umgebaut.

Waschbecken im Uschihaus jetzt mit Lichtschranke – wegen Corona

In den Blaumann sind auch die Brüder Martin und Florian Obereisenbuchner in der Zeit der corona-bedingten Zwangspause geschlüpft, um das Uschihaus umzugestalten. Gemäß der Hygienerichtlinien wurden beispielsweise die Toiletten des Clubs am Tüßlinger Bahnhof umgestaltet. Keine Armaturen mehr, sondern Lichtschranke beim Händewaschen, zählt Florian Obereisenbuchner nur eine der Umbauten auf.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier.

In der vergangenen Woche ist ein Kuppelpavillon dazukommen. Diesen müssen die Uschihaus-Gäste passieren, inklusive Ausweis und 3G-Kontrolle, bevor sie ins Gebäude dürfen, wenn es ab dem 1. Oktober heißt: „Ohne Uschi ist auch nichts – Back To Party!“

Auch ohne Rechtssicherheit wird in den Clubs geschuftet – man will bereit sein, wenn es los geht!

Ob es bei 3G bleibt oder die 2G-Regel bereits greifen könnte – das weiß Florian Obereisenbuchner nicht. Auch das Gesundheitsamt in Altötting konnte ihm dazu keine befriedigende Auskunft geben. „Weil die selbst nicht wissen, was ab dem 1. Oktober gilt.“ Man berufe sich auf die derzeit geltende 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die mit Ablauf des 1. Oktobers außer Kraft tritt. Aktuell ist der Club-Betrieb nicht vorgesehen. „Es gibt bislang auch keine Info aus der Staatskanzlei“, zuckt Florian Obereisenbuchner mit den Schultern. Doch gehen die Vorbereitungen weiter. „Wir wollen schließlich bereit sein, wenn wir das Go haben!“

Eine Aussicht auf Öffnung – klar hat auch Max Kendlinger gleich die Initiative ergriffen und bewirbt nach Söders Ankündigung im August das erste Oktoberwochenende. Freitag und Samstag bis spät in die Nacht soll gefeiert werden. „Es hat nicht lange gedauert und unser Lounge-Bereich war ausreserviert“, freut sich der Betreiber des Sinners auf die Rückkehr in die Normalität. Der Aufwand ist groß. Für die 3G-Kontrolle will er vor dem Haupoteingang einen Container aufstellen, ein Pförtnerhäusl mit Personenleitsystem, wofür er auch extra Personal abstellen muss. Zur Kontaktnachverfolgung nutzt er eine App.

Die Frage: Wie alt darf ein PCR-Test für die Disko sein?

Die 3G-Regel – die sei schön und gut. Und doch fragt sich Kendlinger: Wie alt darf der PCR-Test sein, um in den Club zu kommen? „Reicht ein Test am Freitag aus, um am Samstagabend noch in die Disco zu dürfen?“ Und: Der Großteil der jungen Leute ist nicht geimpft. Wenn die PCR-Tests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden. Wer will sich das dann noch leisten?“ Die Regelung wird die jungen Leute über kurz oder lang zur Impfung treiben, meint Kendlinger. Ob dies vielleicht sogar von der Regierung so gewollt ist, letztlich auch Strategie sein könnte – darüber könne er aber freilich nur spekulieren, so Kendlinger.

Gesundheitsministerium hält sich mit einer Prognose zurück

Zur möglichen Öffnung von Clubs und Diskotheken gibt es aktuell keine Information aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium. Eine Ministeriumssprecherin teilte auf Anfrage mit, es sei geplant, „Clubs und Diskotheken mit Blick auf Reiserückkehrer aus den Ferien mit einem zeitlichen Sicherheitsabstand erst ab Anfang Oktober wieder zu öffnen“.

Der Zugang soll nur für Geimpfte und Genesene sowie für Getestete mit PCR-Test möglich sein. Welche konkreten Vorgaben gelten werden, unterliege aber der politischen Entscheidung „auf Basis einer Gesamtabwägung der zum jeweiligen Zeitpunkt bestehenden Situation des Corona-Geschehens“.

Aktuelle Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt bis 1. Oktober

Die aktuelle Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt bis zum 1. Oktober 2021. „Für den Zeitraum danach können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine abschließende Aussage treffen.“

Zur vom Bund geplante Abschaffung der kostenlosen Tests zum 11. Oktober teilt das Ministerium mit, dass es dazu lediglich einen ein Referentenentwurf gebe. Klar sei aber: Für Kontaktpersonen, Verdachtsfälle, Kinder unter 12 Jahren, oder Menschen, die sich nicht impfen lassen können – etwa aufgrund einer medizinischen Kontraindikation – werde es weiterhin kostenlose Testmöglichkeiten geben. „Für Jugendliche von zwölf bis unter 18 Jahren gilt eine Übergangsfrist.“

Kommentare