Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ein Jahr Corona im Landkreis Mühldorf

Jetzt geht es an die Ersparnisse – Mühldorfer Wirtschaft fürchtet viele Schließungen durch Corona

Viele Monate waren die Geschäfte heuer zu. Besonders hart traf es Mitarbeiter und Kunden Anfang des Monats, als Geschäfte wie Depot in Mühldorf nach wenigen Tagen wieder schließen mussten.
+
Viele Monate waren die Geschäfte heuer zu. Besonders hart traf es Mitarbeiter und Kunden Anfang des Monats, als Geschäfte wie Depot in Mühldorf nach wenigen Tagen wieder schließen mussten.
  • Frank Bartschies
    vonFrank Bartschies
    schließen

Der Druck auf Einzelhandel und Gastronomie im Landkreis Mühldorf ist groß, Firmen stehen durch Corona massiv unter Druck. Die Folgen könnten nach einem Jahr mit der Pandemie gravierend sein.

Mühldorf – Noch gibt es keine konkreten Zahlen, Staatshilfen und die Aussetzung der Pflicht zur Insolvenzanmeldung helfen derzeit vielen Unternehmen. Die IHK befürchtet dennoch gravierende Auswirkungen, wie Gremiumsvorsitzende Ingrid Obermeier-Osl sagt. Bayernweit bangen nach ihren Angaben 15 Prozent der Unternehmen um ihre Existenz. Runter gebrochen auf die Region Altötting/Mühldorf wären dies rund 2.200 Unternehmen – „eine Zahl, die für die Region sehr beängstigend wirkt“, sagt Obermeier-Osl.

Gastro und Handel als Hauptverlierer

Denn schließlich seien es Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre Existenz gefährdet sähen und damit eine große Anzahl von Arbeitsplätzen. „Seit langem besonders hart getroffen hat es die Gastronomie, die Hotels, die Veranstalter, die Reise- und Tourismusbranche und der Einzelhandel“, so Obermeier-Osl.

Mehr zu 1 Jahr Corona im Landkreis Mühldorf:

Andreas Zahn erkrankte früh am Coronavirus und verlor durch die Pandemie seinen Vater

Mühldorfer Faschingsprinzessin erkrankte schwer an Covid 19 und spürt bis heute Folgen

Über Spätfolgen ist nicht viel bekannt, sagt der Mühldorfer Mediziner Christian Wiesner

David Fecko ist 30 Jahre, aktiver Volleyballer und war 2 mal Corona-positiv

Das waren die Brennpunkte der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf

Der Einzelhandel ist ziemlich gebeutelt

Diese Einschätzung teilt Christian Göttlinger. Der Einzelhandel sei nach einem Jahr Corona „ziemlich gebeutelt“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Neumarkt-St. Veit und Kreisvorsitzender des Handelsverbandes Bayern. „Die Geschäftsleute müssen ihr Erspartes und alles, was sie aufbringen können, reinlegen.“ Die staatlichen Unterstützungen stellten nur eine Überbrückung für die geschäftlichen Fixkosten dar, den Händlern fehle aber das Einkommen, während ihre privaten Verpflichtungen, beispielsweise die Kosten für Häuser oder Mieten, weiterliefen.

Christian Göttlinger.

Problemlösung statt Lockdown

Die Misere treffe auch alle Dienstleister und bei den Händlern werde nur ein Teil in die Pflicht genommen, während zum Beispiel Supermärkte geöffnet sein dürften. Die Politik müsse sich „nach einem Jahr die Frage stellen: ,Wo ist das Problem?‘ und nicht nur Lockdown machen“.

Klare und leicht verständliche Regeln wünscht sich Holger Nagl, Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Er sieht die Gastronomie als hauptbetroffene Branche, denn in beiden Lockdown-Phasen seien die Gaststätten am längsten geschlossen worden. Kurz- und langfristige Hilfen seien überlebensnotwendig.

Sorge um die Mitarbeiter

Nagl weist auch darauf hin, dass sich etliche Folgen der Corona-Maßnahmen erst später zeigen würden. Eine der zentralen Fragen werde sein: „Kriegen wir unsere Mitarbeiter wieder zurück?“ Viele 450-Euro-Kräfte hätten sich mittlerweile andere Jobs gesucht. Sollten 20 bis 30 Prozent des Personals nicht zurückkommen, wäre die Situation dramatisch, denn die Branche habe vor Corona schon unter Personalmangel gelitten.

Ein Jahr Pandemie im Landkreis Mühldorf:

Kämpfen bis an die eigenen Grenzen: Das Krankenhaus Mühldorf und seine Mitarbeiter unter Corona-Bedingungen

Am Sterbebett der Corona-Station spenden zwei Seelsorger Trost

Mehrwertsteuer dauerhaft senken

Als einzige Rettungsmaßnahme sieht er in der Gastronomie die komplette Entfristung der derzeitigen Mehrwertsteuersenkung unter Einbeziehung der Getränke. „Das ist alternativlos“, sagt Nagl.

Holger Nagl

„Die Perspektivlosigkeit macht sich immer noch breit“, lautet das Fazit von Christian Kühl, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Mühldorf. Man befinde sich in einem Kreislauf von schlechten und keinen Lösungen und es sei kein Ende in Sicht. „Das ist das größte Problem“, so Kühl.

Christian Kühl.

Das könnte Sie auch interessieren: Corona im Landkreis Mühldorf: Fallzahlen und Entwicklung

Keine zweite Welle? Doch!

Er erinnert daran, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im September vergangenen Jahres versprochen habe, es werde kein zweiter Lockdown kommen, woraufhin die Geschäftsleute für das Weihnachtsgeschäft eingekauft hätten. „Das sind die zwei stärksten Wochen im Jahr“, sagt Kühl über das Weihnachtsgeschäft. Und dann sei die zweite Welle mit den erneuten Geschäftsschließungen gekommen. „Die Politik kann dem Einzelhandel und den Bürgern diese Bürden nicht länger auferlegen.“ Man könne nicht so viele Menschen über einen so langen Zeitraum so eng reglementieren.

Noch kein Zeichen aus der Geschäftswelt

Reaktionen aus der Geschäftswelt hat auch Willi Engelmann erhalten, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft in Waldkraiburg. Sie bezogen sich darauf, dass manche Geschäfte plötzlich ihr Sortiment erweiterten, um unter den aktuellen Vorgaben öffnen zu dürfen. Einer der Beschwerdeführer habe nun den Verband aufgefordert, ein Zeichen zu setzen gegen die ungerechten Schließungen.

Willi Engelmann.

Um Vorschläge für Aktionen gebeten

Dies hat Engelmann den Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft in einem Schreiben mitgeteilt und um Vorschläge für Aktionen gebeten. Bisher, so Engelmann, habe er noch keine Reaktion erhalten. Derzeit sieht er eine leichte Verbesserung der Situation für die Geschäftswelt, wenngleich die steigenden Inzidenzzahlen im Landkreis auch wieder Rückschritte mit sich brächten. „Die Leute sind betrübt, sind deprimiert.

Mehr zum Thema

Kommentare