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Neue Lockerungen

Endlich Perspektive für Musiker: Auch Chöre dürfen ab Inzidenzwert von unter 100 wieder proben

Lockerungen für Blasmusiker und Chöre. Zum großen Teil sorgt diese Nachricht für Freude. Denise Weise, Chorleiterin von „StimmLust“ (Bild),beklagt jedoch den riesigen Kontrollaufwand. Sie lässt ihr Projekt deswegen ruhen.
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Lockerungen für Blasmusiker und Chöre. Zum großen Teil sorgt diese Nachricht für Freude. Denise Weise, Chorleiterin von „StimmLust“ (Bild),beklagt jedoch den riesigen Kontrollaufwand. Sie lässt ihr Projekt deswegen ruhen.

Nach langem Warten können sich Laienmusiker und Amateur-Ensembles in Bayern freuen. Ab dem 21. Mai dürfen Kapellen, Musikgruppen, Amateurtheater und andere Gruppen wieder gemeinsam proben. Doch die Hürden sind hoch, die Kontrollmaßnahmen aufwendig. Nicht jede Gruppe macht das mit.

Mühldorf – Musik liegt in der Luft. Zumindest, wenn es jetzt nach der Bayerischen Staatsregierung ginge, die nach zähen Verhandlungen das gemeinsame Proben gestattet. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt. Unter Einhaltung der Hygienerichtlinien dürfen dann in Innenräumen zehn, im Freien 20 Musiker gemeinsam spielen.

Unterricht digital überbrückt

„Ich werde mich in dieser Woche mit der Stadt in Verbindung setzen und die Rahmenbedingungen klären. Wie schon vor dem Lockdown im November versuchen wir, wieder die Schulturnhalle in Altmühldorf für die Proben nutzen zu dürfen“, sagt Sepp Bernhart, Vorsitzender der Blaskapelle Altmühldorf. Er scharrt schon mit den Hufen und freut sich über die Perspektive – wenngleich der Landkreis Mühldorf bei der Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei einem Wert von knapp 126 liegt.

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Jungmusiker haben sich seit November schon nicht mehr gesehen

Die Blaskapelle mit ihrer fast 160-jährigen Tradition hat nicht nur ein Ensemble von Aktiven. Sie fördert auch Jungmusiker ab acht Jahren, die sich zum Teil schon seit November nicht mehr gesehen haben.

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45 angehende Musiker befinden sich laut Bernhart aktuell im Musikunterricht. Kaum einer habe wegen der Corona-Pandemie aufgehört, sagt der Vorsitzende und bezieht sich auf Rückmeldungen der Eltern. Das liege auch daran, dass die Musiklehrer flexibel auf das Infektionsgeschehen reagiert und ihre Unterrichtsstunden in digitaler Form angeboten hätten.

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In kleinen Ensembles will man jetzt Schritt für Schritt wieder Spielpraxis sammeln. „20 Personen die draußen im Schulgarten proben! Warum nicht?“ Fast ungeduldig sagt Bernhart dann auch noch: „Und dann wäre es auch mal wieder schön, vor Publikum zu spielen.“ Im Hinblick auf ein mögliches Volksfest in Mühldorf bleibt er zwar skeptisch. Aber: „Da gäbe es sicher Alternativen in kleinerer Form, die man überlegen könnte.“ Doch das sei Zukunftsmusik.

Musikatzen haben schon einen Hygieneplan – vom vergangenen Jahr

Sofern die Auflagen umsetzbar sind, wollen die „Musikatzen“ wieder loslegen. „Einen Hygieneplan gab es auch schon voriges Jahr, stellt sich nur die Frage, wie das mit den Getesteten und Geimpften umgesetzt werden soll“, sagt Katrin Hoffmann. Bei 13 Personen werden die Proben im Freien stattfinden müssen, damit alle gemeinsam spielen können.

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„Wir werden das machen, schließlich wollen wir alle bald wieder vor Publikum auftreten und unsere neue CD vorstellen.“ Aber sie weiß auch, dass es größere Ensembles schwer haben, wenn maximal 20 Musiker miteinander proben dürfen.

Chorleiterin spricht von einem Trauerspiel

Während die einen bereits vorsichtig jubeln, können die anderen ihren Frust nicht verbergen. Von einem Trauerspiel spricht etwa die Lohkirchenerin Denise Weise, die den Chor „StimmLust“ (siehe Video) leitet. Ein Ensemble mit über 40 Mitgliedern. „Statt milder werden die Auflagen, proben zu dürfen, härter“, beklagt Weise.

Zehn Sänger drinnen, 20 draußen, dazu – falls weder geimpft noch genesen – ein tagesaktueller Coronatest für die Teilnahme. Das sei alles mit einem Riesen-Kontrollaufwand verbunden.

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Keine Logik in den Entscheidungen der Politiker

Laut Weise fehle die Logik in den Entscheidungen der Politiker: Bei den Lockerungen im vergangenen Jahr sei die Musikerdichte an der Quadratmeterzahl bemessen worden – eine Person auf zwei Quadratmeter. „In einer Turnhalle hatten wir für die Chöre dafür den perfekten Rahmen. Jetzt aber erlauben die Vorgaben plötzlich nur noch zehn Personen.

Mit zehn Leuten brauchen wir vier Runden, bis wir uns alle mal gesehen haben. Da sind dann fast Sommerferien“, sagt Weise mit Blick auf die Regelungen, die für den Landkreis aufgrund der Inzidenzwerte aktuell ohnehin noch nicht greifen würden.

StimmLust ohne Lust auf Kontrollaufwand

Natürlich könne man auch digitale Formate nutzen, um zu proben. Doch das ist für Weise nicht dasselbe: „Weil die Essenz des Chorsingens für mich nicht das Töneproben, sondern das gemeinsame Tönebaden ist!“ Zur Perspektive sagt sie: Ab Herbst wäre die gemeinsame Probe draußen wetterbedingt unwahrscheinlich. Deswegen habe sie beschlossen, bis auf Weiteres, sie sagt bis Pandemieende, das Projekt „StimmLust“ ruhen zu lassen.

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