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Eindeutige Empfehlungen des Mühldorfer Gesundheitsamtes

Bei geplanter Energieeinsparung Auswirkungen auf die Gesundheit beachten

In der Dusche werden feinste Tropfen (Aerosole) gebildet, welche die Legionellen beim Atmen in die Lunge transportieren können.
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In der Dusche werden feinste Tropfen (Aerosole) gebildet, welche die Legionellen beim Atmen in die Lunge transportieren können.

Mit Blick auf Wassermangel, Energiekrise und damit verbundene Preissteigerungen werden Einsparmöglichkeiten gesucht, um die Umwelt und die Geldbörse zu entlasten. Wer den Wasser- und Energieverbrauch reduzieren will, sollte dennoch einige Punkte berücksichtigen. Das Motto lautet: Bei geplanter Energieeinsparung auch die Auswirkungen auf die Gesundheit beachten! Das Gesundheitsamt Mühldorf am Inn hat wichtige Handlungsempfehlungen zusammengestellt:

Die Meldung im Wortlaut:

Ausreichende und regelmäßige Trinkwasserentnahme:

Durch eine Verringerung der Wasserentnahme steht das Wasser länger in den Leitungen, es stagniert. Das kann zur Folge haben, dass Stoffe aus der Leitung (Kupfer / Eisen / Blei/ Kunststoff) in das Trinkwasser übergehen und vom Menschen verstärkt aufgenommen werden. Bereits nach Stunden verringert sich dadurch die Qualität. Einsparungen in diesem Bereich sind nicht ratsam.

  • Stagnationswasser (über 4 Stunden) und Warmwasser nicht zum Trinken oder für Essenzubereitung verwenden!
  • Leitungen in Wohnungen oder Ferienwohnungen, aus denen drei Tage kein Wasser entnommen wird (z.B. Urlaub, Leerstand), müssen nach der Rückkehr gespült werden. Dazu wird empfohlen alle Armaturen zu öffnen!
  • Wenn vorauszusehen ist, dass über 4 Wochen z.B. in Wohnungen oder ungenutzten Gästebädern kein Wasser entnommen wird, empfiehlt das Umweltbundesamt Leitungen abzusperren und nach Rückkehr zu öffnen und zu spülen!
  • Ob Ferienwohnung, Hotelzimmer, Kreuzfahrtschiff oder Campingplatz: Wenden Sie die gleichen Vorsichtsmaßnahmen an wie Zuhause. Sie wissen nie wie lange das Wasser schon in den Leitungen steht!

Temperatur im Speicher muss mindestens 60 Grad betragen

Eine Absenkung der Temperatur im Warmwasserbereiter bzw. Speicher und den Leitungen kann die Vermehrung von Bakterien, insbesondere der Legionellen fördern. Die Umweltbakterien Legionellen sind allgemein in der Natur, Gewässern und Grundwasser vorkommende Bakterien. Im Grundwasser und Trinkwasser (ca. 15 Grad), welches aus Brunnen und der Trinkwasserversorgungsleitung unterirdisch zum Verbraucher gelangt, können sie in geringer und unbedenklicher Anzahl vorhanden sein.

In der Trinkwasserinstallation (Warmwasserbereiter Rohre, Duschschläuche usw.) finden laut DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) die Legionellen in stagnierendem, 35 bis 45 Grad warmen Wasser die idealen Voraussetzungen zur Vermehrung. In der Dusche, am Waschbecken, durch die Geschirrbrause werden feinste Tropfen (Aerosole) gebildet, welche die Legionellen beim Atmen in die Lunge transportieren können. Legionellen können übrigens auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens präsent sein wie in Autowaschanlagen, Klimaanlagen, Whirlpools, Wasserverdampfern oder Kühltürmen der Industrie.

Die Bakterien können eine schwere Lungenentzündung (Legionellose) auslösen. Ältere Menschen, Personen mit Immunschwäche sowie Raucher sind besonders gefährdet. Das Gesundheitsamt Mühldorf a. Inn erhält jährlich etwa 60 Laborberichte, bei denen der Legionellen-Grenzwert überschritten wurde. Je nach Höhe der Überschreitung legt das Gesundheitsamt Nachbeprobungen fest und fordert die Durchführung von Maßnahmen zur Beseitigung der Legionellen. Im Landkreis erkrankten in den Jahren 2019 insgesamt drei, 2020 sechs, 2021 drei und 2022 bisher sieben Personen an Legionellose.

  • Legionellen vermehren sich nicht in einem Temperaturbereich von 55 bis 60 Grad. Daher sind laut DVGW und Umweltbundesamt über 60 Grad beim Warmwasserbereiter/Speicher und mindestens 55 Grad am Wasserhahn vorgegeben. Messen Sie die Temperatur ihres Warmwassers mit einem Küchenthermometer. Werden die 55 Grad auch tatsächlich erreicht?
  • Die Warmwassertemperatur im Warmwasserbereiter auf unter 60 Grad einzustellen, würde zwar eine geringe Senkung des Energieverbrauchs bewirken. Kehrseite der Medaille ist, dass im Leitungssystem eine Wohlfühltemperatur für Legionellen und damit ein deutlich erhöhtes Risiko für die Gesundheit der Bewohner entstehen kann. Ohne Gesundheitsrisiko bietet die Senkung der Temperatur bei der Heizung ein größeres Einsparungspotential!
  • Bei Durchfluss-Warmwasserbereitern (max. 3 Liter) gibt es aufgrund des nicht stagnierenden Wassers, keine Temperaturvorgabe. Beim Trinken bzw. der Nutzung des Wassers bei der Speisenzubereitung besteht keine Gefahr.
  • Die Trinkwasserinstallation in Mehrfamilienhäusern, gewerblichen Betrieben, öffentlichen Anlagen (Schwimmbäder, Sporthalle, Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime, Hotels) ist wesentlich umfangreicher als in den Ein- und Zweifamilienhäusern. Auf Grund des großen Warmwasserbereiters (über 400 Liter) und des langen, verzweigten Leitungssystems schreibt der Gesetzgeber bei diesen großen Trinkwasseranlagen eine jährliche Prüfung auf Legionellen vor.

Weitere Informationen des Umweltbundesamtes zu dem Thema Trinkwasser: www.umweltbundesamt.de

Pressemeldung Landratsamt Mühldorf am Inn

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