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Fahrzeug war 2020 untergegangen

Einsatztaucher der Töginger Wasserwacht bergen versunkenen Transporter

Nachdem die Taucher den Kastenwagen mit einem starken Seil gesichert hatten, wurde er von einem Bergungskran aus dem Inn gezogen. Widenmannott
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Nachdem die Taucher den Kastenwagen mit einem starken Seil gesichert hatten, wurde er von einem Bergungskran aus dem Inn gezogen. Widenmannott
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Ein Spezialboot der Verbund Innkraftwerke war auf einer Peilfahrt und entdeckte dabei den Kastenwagen, der im Oktober 2020 in den Inn gerollt war. Einsatztaucher der Wasserwachten aus Töging und Burgkirchen sicherten das Fahrzeug so, dass es von einem Bergungskran aus dem Inn gezogen werden konnte.

Töging/Neuötting – Eigentlich war es eher ein Zufall; ein Spezialboot der Verbund Innkraftwerke war auf einer Peilfahrt und entdeckte dabei den Kastenwagen, der im Oktober 2020 in den Inn gerollt war. Einsatztaucher der Wasserwachten aus Töging und Burgkirchen lokalisierten das Fahrzeug und befestigten es so, dass es von einem Bergungskran aus dem Inn gezogen werden konnte. Rund dreieinhalb Stunden dauerte der Einsatz der ehrenamtlichen Rettungskräfte.

Der Kastenwagen war im Oktober vergangenen Jahres kurz unterhalb der Staustufe Neuötting aus Unachtsamkeit in das Wasser gerollt. Dabei war niemand verletzt worden. Ein 57-Jähriger aus Tacherting hatte damals gegen 20.20 Uhr Alarm ausgelöst, weil sein Opel-Kastenwagen zwischen dem Trimm-dich-Pfad und der Kläranlage von Neuötting in den Inn gerollt und im Fluss versunken war.

Der Mann, laut Erstinformationen ein Fischer, wollte die Wasserverhältnisse am Inn begutachten. Seinen Kastenwagen hatte er einige Meter vom Ufer entfernt abgestellt, dabei aber offensichtlich vergessen, ihn entsprechend zu sichern, dass er wegrollen kann.

Als er das bemerkte, war es schon zu spät. Er konnte nur noch zuschauen, wie der Kastenwagen die Uferböschung hinabrollte und absoff.

Rund 20 Minuten waren die Einsatztaucher im Inn.

Dieser Kastenwagen wurde jetzt bei einer Peilfahrt der Verbund Innkraftwerke mit einem Spezialboot entdeckt. Diese Peilfahrten dienen dem Hochwasserschutz, wie Wolfgang Syrowatka von den Verbund Innkraftwerken erläutert. Derartige Peilungen finden alle vier Jahre in den Rückstaubereichen der Kraftwerke statt. Damit wird sichergestellt, wie das Flussprofil in diesen Bereichen aussieht. Anlandungen von Sedimenten etwa könnten in Hochwassersituationen zu Problemen führen, weshalb bei diesen Peilungen das Flussprofil genauestens vermessen wird.

„Da wir mit dem Fächerecholot unseres Peilbootes in der Lage sind, auch sehr detaillierte dreidimensionale Bilder von der Situation unter Wasser zu erstellen, wurden wir von den Behörden gebeten, den mutmaßlichen Bereich zu befahren. Durch die Auswertung der Messergebnisse dieser Befahrung konnte der Kastenwagen geortet werden“, sagt Syrowatka. Er war direkt unter der Brücke der A 94.

Deshalb wurden die Einsatztaucher der Wasserwachten aus Töging und Burgkirchen angefordert, um das Fahrzeug zu bergen.

Wenig Strömung des Inn macht Bergung möglich

An diesem Wochenende war eine günstige Gelegenheit, da der Inn derzeit nur wenig Wasser führt und daher die Strömung relativ gering ist. Nach einer ersten Sondierung mit dem Sonarboot der Wasserwacht Töging machten diese sich an die Arbeit, abgesichert vom einem Rettungsboot der Wasserwacht Altötting.

Da man im Inn nicht mehr als 20 Zentimeter sehen kann, wurde an dem Kastenwagen erst einmal eine Suchkette befestigt, wie Martin Widenmannott von der Wasserwacht-Ortsgruppe Töging-Winhöring erzählt. Diese Kette mit Gewichten wurde von dem Rettungsboot und von Land aus über den Kastenwagen gezogen und fixiert, so dass dort eine Arbeitsleine befestigt werden konnte.

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An dieser Leine konnten sich die beiden Taucher zu dem Kastenwagen ziehen, ohne die Orientierung zu verlieren. Dazu waren mehrere Tauchgängen notwendig. Doch die Einsatztaucher sind mit sogenannten Trockentauchanzügen ausgestattet. Darunter tragen sie eine Art Vliesanzug, sodass sie weder nass werden noch frieren müssen. „Wenn die Taucher dort unten arbeiten, kommen sie eher ins Schwitzen“, sagte Widenmannott.

Mit entsprechendem Bergematerial schlugen die Taucher erst einmal eine Scheibe ein. Danach befestigten sie ein starkes Seil an dem Kastenwagen. Anschließend konnte das Fahrzeug mit Hilfe eines örtlichen Bergungsunternehmens aus dem Fluss geborgen werden.

Insgesamt waren die Taucher rund 20 Minuten im eiskalten Innwasser zugange. Der gesamte Einsatz dauerte rund dreieinhalb Stunden. Nach dem Auto war bereits im Oktober, als es in den Inn rollte intensiv gesucht worden; damals allerdings erfolglos. Damals herrschte aber auch eine ziemlich starke Strömung, was die Suche erschwerte.

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