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Seit 44 Jahren in der Kommunalpolitik

„Einfach immer die Wahrheit sagen“: Kommunale Verdienstmedaille für Siegfried Höpfinger

Eine besondere Ehre für einen besonderen Kommunalpolitiker: Siegfried Höpfinger (Zweiter von links) bekam von Staatsminister Joachim Herrmann (3.v.l.) die Kommunale Verdienstmedaille überreicht. Zu den ersten Gratulanten zählten Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier und Mühldorfs Landrat Max Heimerl.
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Eine besondere Ehre für einen besonderen Kommunalpolitiker: Siegfried Höpfinger (Zweiter von links) bekam von Staatsminister Joachim Herrmann (3.v.l.) die Kommunale Verdienstmedaille überreicht. Zu den ersten Gratulanten zählten Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier und Mühldorfs Landrat Max Heimerl.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Manchmal braucht es einfach Zeit, bis man die ganze Tragweite einer Ehrung erfasst. So ging es auch dem Heldensteiner Kommunalpolitiker Siegfried Höpfinger, als ihn Bayerns Innenminister Joachim Hermann mit der Kommunale Verdienstmedaille in Silber ausgezeichnete – für 44 Jahre kommunalpolitische Verantwortung; mehr als zwei Generationen.

Heldenstein – „Am Anfang hatte ich das gar nicht so wichtig genommen“, gesteht der 68-Jährige. „Ich bin nicht der Typ, der für alles, was er macht, ein Dankeschön braucht.“ Er engagiere sich halt, weil es ihn interessiere – und weil die Menschen passen.

Eine ganz besondere Ehre

Je näher der Tag kam, je mehr er zurückblickte, umso größer wurde seine Freude. Besonders als dann auch noch Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier und Landrat Max Heimerl zur Feier erschienen. „Die Auszeichnung hat für mich im Nachhinein einen sehr, sehr hohen Stellenwert.“

„Siegfried Höpfinger steht für außerordentliches kommunales Engagement“, würdigte Landrat Max Heimerl den Heldensteiner. „Dabei reicht sein Blick bis heute weit über den Tellerrand hinaus.“

Höpfinger ist ein Kommunalpolitiker vom alten Schlag. Als Landwirtssohn hat er früh gelernt, anzupacken. Das prägte ihn, wie auch die Katholische Landjugend. Gemeinsam richteten sie als Jugendliche das Heldensteiner Schulhaus her, organisierten Veranstaltungen – gesellschaftliche wie politische.

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„Es war immer irgendwo Arbeit da und die hat man halt gemacht.“ Sei es in der Landjugend, bei der Feuerwehr oder im Schützenverein oder später in der örtlichen CSU.

„Ich habe mit ganz hervorragenden Menschen zusammengearbeitet.“ Das zieht sich durch sein Leben, durch all seine Ämter.

Die wichtigste Mitstreiterin war und ist seine Frau. Sie hat ihm viel Büroarbeit abgenommen, war für die drei Kinder da. „Es wäre unmöglich gewesen, wenn sie mich nicht komplett unterstützt hätte.“

Überhaupt lässt sich das Engagement von Höpfinger ohne prägende Menschen nicht erklären: Sei es im Beruf Thomas Gruber senior („Er war ein harter Geschäftsmann, aber er hatte für die Menschen immer ein offenes Ohr.“) oder der Landtagsabgeordnete Nikolaus Asenbeck. Von beiden sagte er: „Sie hatten eine Vision.“

Und natürlich Franz Josef Strauß. „Entscheidend war eine Veranstaltung in Passau.“ Da habe Strauß „vom Leder gezogen“ und die Menschen begeistert – auch die Zuhörer aus Hannover: „Ihr mit Eurem Strauß. Ihr seid einfach wer.“

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So kam er in die Kommunalpolitik. Mit 24 war er Gemeinderat, mit 26 Kreisrat.

In all der Zeit war und ist die CSU seine Heimat. „Ich hätte mir nie etwas anderes vorstellen können.“ Die Partei stehe für ihn „nach wie vor“ für Heimat, Zusammengehörigkeitsgefühl, bayerische Kultur und Einfluss in Berlin.

Seine Lehre aus zwei Generationen Kommunalpolitik: „Das Allerwichtigste in der Politik ist, dass man den Leuten die Wahrheit sagt, auch wenn es mal nicht funktioniert. Einfach ehrlich kommunzieren, ehrlich die Meinung sagen.“ Man könne es nie allen recht machen, aber immer zu allen ehrlich sein.

Trotz allem Engagement, für den Sprung in die Landes- oder Bundespolitik fehlte ihm der letzte Ehrgeiz – auch aus Dankbarkeit gegenüber Thomas Gruber senior: „Der hat mir als junger Mann sehr, sehr viel Vertrauen entgegengebracht.“ Das wollte er zurückzahlen. Er war für Gruber in Ostdeutschland und Osteuropa, stieg im Unternehmen zum Prokuristen auf.

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Was hat sich in den vier Jahrzehnten in der Kommunalpolitik verändert? „Es gibt weniger Menschen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen.“ Der Umgangston habe sich nicht verschärft. Kommunalpolitiker brauchten immer schon ein dickes Fell. So sei die Diskussion um die A 94 teilweise sehr emotional geführt worden. Der Befürworter und Landtagsabgeordnete Nikolaus Asenbeck musste es hinnehmen, dass er als Strohpuppe am Galgen über den Mühldorfer Stadtplatz gezogen wurde. „Die Brutalität gab es immer schon. Sie ist durch die sozialen Medien intensiver und schneller geworden. Damit muss man heute leben. Wenn es persönlich wird, ist es ganz wichtig, die Nerven nicht zu verlieren.“

„Ich bin dem Herrgott dankbar.“

Unterm Strich überwiegt eindeutig das Positive. „Ich bin dem Herrgott dankbar. Man bekommt so viel zurück. Das gibt tagtäglich Kraft, sich zu engagieren.“ Und man müsse trotz aller Erfahrungen „immer wieder hinhören und zuhören.“ Immer offen für Veränderungen und Neues sein, ja nicht altklug werden.

Überhaupt müsse man die Probleme in der richtigen Relation sehen, sich auch in der Welt umschauen. Das habe er erlebt, als er in Osteuropa gearbeitet hat, das erlebt er heute, wenn er vom Urlaub zurückkommt. „Haben wir einen Grund zum Jammern? Ich glaube nicht. Wenn man es insgesamt betrachtet, geht es uns in Deutschland und vor allem in Bayern doch saugut.“

Seit 44 Jahren in der Kommunalpolitik

Siegfried Höpfinger ist seit 1978 im Landkreis Mandatsträger. Von 1978 bis 2014 war er Gemeinderat in Heldenstein und dort 24 Jahre lang auch zweiter Bürgermeister. Seit 1980 ist er Kreisrat und sitzt seit 1996 im Kreisausschuss. Zu seinen Herzensanliegen gehörten stets die Selbstständigkeit und Entwicklung Heldensteins sowie der Erhalt der dortigen Grundschule. Auch neue Baugebiete und die Kinderbetreuung in der Gemeinde waren ihm wichtig. Im Kreistag möchte er jetzt vor allem das Krankenhausdefizit unter die Lupe nehmen. Höpfinger: „Wir müssen das hohe Niveau halten, aber auch wirtschaftlich arbeiten.“ Daneben organisierte er Seniorennachmittage, vertrat die Anliegen der bäuerlichen Familienbetriebe und der Landwirtschaft. Damit treffe er, so Landrat Max Heimerl, „ein weiteres Kernthema in unserem ländlich geprägten Landkreis.“ Höpfinger ist auch Mitglied in vielen Vereinen, unter anderem bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Obst- und Gartenbauverein, dem Schützenverein 1900 Haigerloh sowie beim SV Weidenbach.

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