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IN SCHULE UND AUF DER BÜHNE

Ein Vollblutmusiker wird 90: Fritz Gerneth aus Töging hat Kultur in der Region bereichert

Fritz Gerneth genießt seinen Ruhestand in Töging – fünf Kinder, 13 Enkel und ein Urenkel gratulieren dem leidenschaftlichen Musiker, der am Samstag seinen 90. Geburtstag feiert.
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Fritz Gerneth genießt seinen Ruhestand in Töging – fünf Kinder, 13 Enkel und ein Urenkel gratulieren dem leidenschaftlichen Musiker, der am Samstag seinen 90. Geburtstag feiert.
  • Karlheinz Jaensch
    VonKarlheinz Jaensch
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Die Musik prägte über Jahrzehnte sein Leben – im privaten Bereich wie an der Schule. Vor allem die klassische Richtung ist es, die Fritz Gerneth zeitlebens mit viel Enthusiasmus über Generationen hinweg den Menschen näherbringen wollte. Jetzt feiert der Töginger 90. Geburtstag.

Töging – Mittvierziger, aber auch Personen, die mittlerweile schon lange in Rente sind, können sich an ihre Schulzeit erinnern und damit auch an das Energiebündel, das zunächst in der Oberrealschule in Mühldorf, dann im späteren Ruperti-Gymnasium das Spiel an klassischen Musikinstrumenten lehrte und zahlreiche Chöre leitete: Fritz Gerneth.

Das regionale Kulturleben mit Konzerten und Opernaufführungen bereichert

Am 1. August 1931 erblickte der Vollblutmusiker in Deggendorf das Licht der Welt. Nach dem Studium für das Lehramt für Musik an Höheren Schulen kam er 1958 an die damalige Oberrealschule nach Mühldorf. Bald schon bereicherte er in Zusammenarbeit mit Fachkollegen das Mühldorfer Kulturleben mit Konzerten, Schulspiel und Opernaufführungen. Schon ab 1971 arbeitete er als stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums. Bereits 1956 hatte er seine Studienkollegin Gertrud, geheiratet. Dem glücklichen Bund entstammen fünf Kinder.

Engagierter Schulmusiker

Der engagierte Schulmusiker widmete sich von Anfang an der Förderung des Laienmusizierens. Schon 1961 übernahm er als Dirigent den „Sängerbund Mühldorf“, den er in 20 Jahren Chorarbeit zu glanzvollen Aufführungen befähigte. Großartige Werke von Haydn, Händel, Gluck, Mendelssohn und Orff erklangen in der Kreisstadt unter seiner Leitung. Hinzu kam zeitgenössische Chormusik unter Einbeziehung europäischer und amerikanischer Folklore, aber auch Kirchenkonzerte mit Passionsmusik aus Barock und der Moderne.

Im Bayerischen Sängerbund engagiert

Die erfolgreiche Chorarbeit führte ihn bald in das Arbeitsteam des Bayerischen Sängerbundes ein, wo sich ihm in seinen Funktionen als Dozent und Organisator der Bad Feilnbacher Chorwochen bis hin zum Vizepräsidenten 30 Jahre lang ein fruchtbares Arbeitsfeld auftat.

Orchestermusik auf höchstem Niveau

Auch in der Orchestermusik brachte Fritz Gerneth Werke auf höchstem Niveau zum Vortrag. Aus der Weiterführung der Arbeit mit dem Schulorchester zusammen mit Kollegen und ehemaligen Schülern entstand das „Collegium Musicum“. Dessen Aufführungen in Mühldorf und in Zangbergs Ahnensaal waren zwei Jahrzehnte musikalische Höhepunkte in der Region.

Bach, Händel und die Wiener Klassik

Unvergessen bleiben lange wohl Bachs „Brandenburgische Konzerte“ und auch Händels „Concerti grossi“, dazu Werke der Wiener Klassik. „Als Solisten wirkten gerne Künstler der Musikhochschule München und des Rundfunkorchesters mit“, berichtet er stolz.

In seinem Wirken standen Fritz Gerneth auch das musikalische Können seiner Frau Gertrud als Pianistin und seiner Töchter Ulrike und Veronika als Flötistin und Cellistin zur Seite. Oft genug übernahm er die Geigensoli selbst. In der Kirchenmusik war er gefragt als Konzertmeister des St.-Nikolaus-Orchesters.

Auch in der Volksmusik Prädkat „hervorragend“

Neben kirchlichen Aufführungen in St. Nikolaus und klassischen Kammermusikabenden in Zangberg erinnert er sich gerne an seine volksmusikalischen Abende im klösterlichen Ahnensaal. In Innsbruck erhielt die familieneigene „Hausmusik Gerneth“ beim Wettbewerb der Alpenländischen Volksmusik im Jahr 1980 das Prädikat „hervorragend“.

Konzerte im Ahnen- und im Herkulessaal

Hinzu kamen Auftritte bis hin in den Herkulessaal der Residenz in München, schwärmt Gerneth. Jahrzehntelang förderte er die Zusammenarbeit der Inn-Salzach Chöre.

In den Bergen genoss er Freizeit und erhielt Inspirationen. Wanderungen, Hochtouren und Klettersteige mit der ganzen Familie genoss Fritz Gerneth als willkommenen Ausgleich.

Die Erinnerung halten ihn fit

„Die Finger sind nicht mehr geschmeidig“, sagt der heute 90-Jährige, das Gehör habe ebenso Schaden genommen – aber Fritz Gerneth verzagt nicht. Er kann viel erzählen, die Erinnerungen halten ihn fit. Seinen 90. Geburtstag feiert er mit Gattin, allen fünf Kindern, 13 Enkeln und einem Urenkel. Und das – so viel ist sicher – mit ganz viel Musik.

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