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Als Wertschätzung

Witwe eines verstorbenen Musikers schenkt Buchbacher Musikschule einen Stutzflügel

Die Karl-Haag-Stiftung wurde von Karl Haag am 30. September 2014 gegründet. Sie unterstützt unter anderem die Jugendarbeit in gemeinnützigen Vereinen. Die Vorsitzenden sind Ludwig und Michael Mottinger (rechts).
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Die Karl-Haag-Stiftung wurde von Karl Haag am 30. September 2014 gegründet. Sie unterstützt unter anderem die Jugendarbeit in gemeinnützigen Vereinen. Die Vorsitzenden sind Ludwig und Michael Mottinger (rechts).
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Erika Alexander, Ehefrau des 2016 verstorbenen Musikers und Arrangeurs Axel Alexander, hat regelmäßig die Vorspielabende und Schülerkonzerte des Buchbacher Vereins für Musikunterricht besucht. Sie wertschätzte die Arbeit des Vereins sehr und überraschte ihn, als sie in ihre Heimatstadt Linz zurückkehrte, mit einem wertvollen Geschenk.

Buchbach – Alles fing ganz zufällig und leise an. Da besuchte Erika Alexander regelmäßig die Vorspielabende und Schülerkonzerte der Musikschule im Pfarrheim und im Kulturhaus. Im Gespräch erzählte die nette, ältere Dame, wie schön und wichtig es ist, wenn junge Menschen und Kinder musizieren und ein Musikinstrument erlernen. Sie wertschätzte die Arbeit des Vereins für Musikunterricht deshalb sehr, erinnert sich Margot Unterberger, die Vorsitzende des Vereins für Musikunterricht. „Manch kleiner Musikschulanfänger wird später vielleicht ein großer Musiker, so wie mein verstorbener Mann“, mutmaßte Erika Alexander.

Ihr Mann, Axel Alexander, der 2016 im Alter von 91 Jahren gestorben ist, war ein Meister an der Hammondorgel. Als Musiker war er in den 60er und 70er-Jahren mit Orgel-Konzerten in Amerika und Europa erfolgreich. Kennengelernt haben sich Erika und Axel Alexander in Los Angeles. Das Ehepaar lebte an vielen Orten. Ihren Lebensabend verbrachten sie in den vergangenen 15 Jahren in Buchbach.

Karriere von Axel Alexander in Bildern

Beim Besuch in ihrer Wohnung bekommt man auf zahlreichen Bildern einen Eindruck von der Musikerkariere Axel Alexanders. Zu ihrem Hausstand gehören auch verschiedenste Musikinstrumente. Darunter ein ganz besonderes Klavier: ein Stutzflügel, Baujahr 1890, aus dem Familienbesitz von Erika Alexander. „Irgendwann teilte uns Frau Alexander, eine gebürtige Linzerin mit, dass sie aus Buchbach in die Nähe von Graz in Österreich zieht, um bei ihren Verwandten zu leben“, erzählt Margot Unterberger.

Bevor sie nach Linz zurückkehrte begutachtete Erika Alexander (links) mit Musikschulleiterin Margot Unterberger und Konrektor Markus Mayerhofer (rechts) den Stutz-Flügel, der im Musiksaal der Schule steht.

Ein großzügiges Angebot, das die Musikschule beinahe überforderte

Ihr innigster Wunsch sei es aber gewesen, der Musikschule diesen Stutzflügel zu überlassen. „Zunächst waren wir etwas überfordert mit diesem freundlichen und großzügigen Angebot“, so Unterberger.

Nach und nach nahm das Projekt Gestalt an: Ein Platz für das Instrument war gefunden, nachdem der Rektor der Grund- und Mittelschule Buchbach, Dr. Simon Dörr, und sein Konrektor, Markus Mayerhofer, zugesagt hatten, dass sie es unterstützen, wenn im renovierten Musiksaal der Schule wieder ein Klavier steht. Damit habe die Schule einen Platz, in dem nun wieder Klavierunterricht stattfinden kann, der aber auch die Verwendung des Flügels bei Schulfeiern erlaubt.

Der Flügel wurde von einem Fachmann begutachtet. Die Höhe der geschätzten Reparaturkosten habe sie jedoch zuerst ganz schön zum Nachdenken gebracht, „ob sich das realisieren lässt?“, habe man sich in der Vorstandschaft des Vereins gefragt. Doch da hat Kassiererin Heidi Bohner ganze Arbeit geleistet und mit Herz und Mut bei Buchbacher Institutionen und Vereinen um Spenden gebeten, die das Projekt „Ein Klavier für den Musiksaal der Schule“, das ja allen Schulkindern und Musikschülern in Buchbach zu Gute komme, unterstützen.

Spendenaktion für die Reparatur des alten Musikinstrumentes

Als Erstes erhielt der Verein für Musikunterricht Zuspruch von der Karl-Haag-Stiftung, über die mehr als die Hälfte der Kosten abgedeckt wurden. Auch der Elternbeirat der Grund- und Mittelschule Buchbach, die Marktgemeinde Buchbach, der Förderverein „Freunde der Kinder aus Ranoldsberg“ sowie Buchbacher Banken und Firmen spendeten und ermutigten so den Verein zum Weitermachen.

Hilfe durch Stiftung

Der „Verein für Musikunterricht“ in Buchbach unterstützte die Musikschüler und Eltern zu Beginn der Coronapandemie und übernahm die Musikschulgebühren aller Musikschüler für den März 2019. Eine finanzielle Entlastung, die den Musikschuleltern zugutekam. Die Karl-Haag-Stiftung unter dem Vorsitz von Ludwig und Michael Mottinger beteiligte sich daran, indem die Musikschulgebühren aller unter 18-jährigen Musikschüler aus Buchbach für den März 2019 von der Stiftung gespendet wurden. Die Karl-Haag-Stiftung wurde unter anderem ins Leben gerufen, um die Jugendarbeit in gemeinnützigen Vereinen in der Region in und um Buchbach zu fördern. Die Stiftung unterstützte auch die Renovierung des Flügels finanziell

Ein „Oldtimer“ wurde wieder flott gemacht

Die Restaurierung des Flügels dauerte ein Jahr und wurde von dem Mühldorfer Klavierbaumeister Ernst Sirtl durchgeführt. Der renovierte Stutzflügel sei ein richtiges Schmuckstück, ein Oldtimer, wie Sirtl es bezeichnete. Gebaut wurde er um 1890 von der Wiener Manufaktur Proksch. Sein Rahmen ist aus Birnenholz, das mit schwarzem Schellack verkleidet ist. Er hat einen massiven Eisenkern, der die gespannten Saiten mit einem Zug von zwei Tonnen auf Spannung hält.

Seine Standbeine sind mit Drechselarbeiten verziert. Stutzflügel heißt er, weil er nicht so lang und breit ist wie ein normaler Konzertflügel und dadurch ein paar Tasten weniger hat.

Anschaffung nicht möglich gewesen

Nachdem die Renovierung der Schule abgeschlossen war, wurde der Flügel Ende des abgelaufenen Jahres im Musiksaal der Schule aufgestellt, wo er künftig für Musikunterricht, Schulfeste Veranstaltungen und Ähnliches einsatzbereit ist. „Durch die Renovierung des Instrumentes haben wir einen Flügel bekommen, dessen Anschaffung sonst niemals möglich gewesen wäre“, freut sich die Vorsitzende der Musikschule Margot Unterberger.

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