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Ein Töginger Start-up macht’s möglich: Rechtssichere Unterschrift am Handy

Die Gründer von „autogramm.io“: Alexander Hägler, Rohid Bhosale und Julian Hohenadel (von links) ermöglichen künftig rechtssichere Unterschriften im Internet.
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Die Gründer von „autogramm.io“: Alexander Hägler, Rohid Bhosale und Julian Hohenadel (von links) ermöglichen künftig rechtssichere Unterschriften im Internet.
  • vonPeter Becker
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Manche Unterschriften können auch heute nur geleistet werden, indem man persönlich erscheint. Wir haben eine digitale Lösung gesucht“, erklärt Alexander Hägler. Der gebürtige Töginger gründete zusammen mit Julian Hohenadel und Rohid Bhosale das Unternehmen „autogramm.io“.

Töging –  Manche Unterschriften können auch heute nur geleistet werden, indem man persönlich erscheint. Einige Unternehmen oder Institutionen benötigen zur Verifikation alternativ sogar noch ein Fax. „Diese Probleme: erst ausdrucken, dann wieder einscannen. Dafür haben wir eine Lösung gesucht“, erklärt Alexander Hägler.

Der gebürtige Töginger gründete zusammen mit Julian Hohenadel und Rohid Bhosale das Unternehmen „autogramm.io“, das sich auf verbindliche Vertragsabschlüsse über das Internet spezialisiert. Der Clou ist, dass man dafür keine spezielle App und auch keinen Account braucht: In einem Browserfenster kann am Smartphone mit dem Finger unterzeichnet werden. Das Angebot richtet sich speziell an Firmen, die Unterschriften auf ihren Dokumenten benötigen, aber als praktisch könnte sich die Idee auch für Vereine erweisen.

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Im Lockdown wurde die Idee geboren

Die Idee hatte der indisch-stämmige Rohid Bhosale, als er während der Kontaktbeschränkungen vor etwa einem Jahr einige Verträge unterzeichnen sollte. Der 42-Jährige wurde bereits 2001 an der Boston University zum Master of Science graduiert und hatte seither diverse Management-Position inne, zum Beispiel in den USA oder Singapur, etwa bei Siemens Venture Capital und General Electrics und hatte im letzten Lockdown die zündende Idee.

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Aktuell ist Bhosale in Geisenhausen (Landkreis Landshut) daheim. Schnell konnte er Alexander Hägler, den er von der Firma Adito aus Geisenhausen kannte, für seine Idee begeistern. Als letzter Mitstreiter kam der gebürtige Altöttinger Julian Hohenadel ins Team. Dieser wuchs in Winhöring auf und legte 2013 in Altötting das Abitur ab. Zunächst schloss Julian Hohenadel dann eine Ausbildung zum technischen Assistenten für Informatik an der Bildungsakademie Inn-Salzach ab und erwarb 2019 an der TU München den Titel „Bachelor of Science Informatik: Games Engineering“. Er ist in dem Start-Up nun für das „Machine Learning und künstliche Intelligenz“ zuständig.

Kostenloser Test für Privatleute

„Für Privatleute richten wir einen kostenlosen Zugang für bis zu zehn Unterschriften im Jahr ein“, sagt Alexander Hägler über das Firmenkonzept. Auf diese Weise könnten Neugierige von der Idee und der Funktionsweise überzeugen: Zunächst muss der Vertragsgeber das zu unterzeichnende Dokument ins System von autogramm.io hochladen. Anschließend schickt man dem Unterzeichner einen Link, mit dem er das Dokument in einem Browserfenster öffnen kann. „Zur Absicherung verwenden wir einen sechsstelligen Code, den man zum Beispiel einfach per Telefon durchgeben kann“, erklärt der Gründer, der vor seiner IT-Ausbildung in München seinen Schulabschluss an der Töginger Comeniusschule gemacht hatte.

Erst danach kann der Unterzeichner dann seine eindeutige und unmissverständliche Einverständniserklärung „mit dem Finger“ leisten.

Zwar gäbe es am Markt konkurrierende Systeme, doch das sei oft umständlich und zeitaufwendig, wenn die Kunden sich beispielsweise erst in irgendwelche Accounts einloggen müssten: „Da geht oft was unter und wird erst Tage später beantwortet“, so Hägler.

Keine weiteren Geräte nötig

Mit dem System seines in der Gründung befindlichen Unternehmens sei das Ganze sogar auf dem Smartphone möglich und man benötigt keine weiteren Schnittstellen oder Geräte zur Verifikation, erklärt der Jung-Unternehmer.

Bei einigen Probanden sei das System schon erfolgreich im Test. Als gewerbliches Angebot haben sich die drei Gründer vorgestellt, dass Nutzer jeweils Kontingente von 100 Unterschriften erwerben. „Je nach Größe der Unternehmen können wir aber auch über die Menge reden“, erklärt Alexander Hägler.

Vom Ministerium für Wirtschaft gefördert

Die offizielle Gründung des Unternehmens ist im März, weil man bereits einen Förderpreis des bayerischen Wirtschaftsministeriums erhalten hat, der die weitere Marschroute vorgibt. Unterstützt wurde das junge Team auch vom Gründerzentrum Landshut, einer Anlaufstelle für Start-ups und Kreative. Dort bekamen die IT-Fachleute Büroräume zur Verfügung gestellt und profitieren von der Beratung und dem Netzwerk.

Probeaccounts in dem bereits voll funktionstüchtigen System von „auto gramm.io“ können daher schon jetzt angelegt werden.

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