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Kranke Bäume müssen wohl weichen

Ein Pilz bedeutet den Anfang vom Ende: Kastanienbäume am Kulturhof Mettenheim droht der Kahlschlag

Noch haben die Kastanien ein relativ dichtes Blätterdach, doch die Bäume sind krank, von einem Pilz befallen und über kurzoder lang nicht mehr zu retten.
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Noch haben die Kastanien ein relativ dichtes Blätterdach, doch die Bäume sind krank, von einem Pilz befallen und über kurzoder lang nicht mehr zu retten.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Bei den „Roten Kastanien“ im Mettenheimer Gemeindehof ist der Wurm drin. Oder besser gesagt: Ein Pilz hat die farbenfrohen Bäume befallen. Eine Rettung der noch verbliebenen sechs Bäume ist so gut wie ausgeschlossen. Der Gemeinderat diskutierte nun Alternativen.

Mettenheim – Der Mettenheimer Gemeinderat diskutierte deswegen in seiner jüngsten Sitzung eine Ersatzpflanzung für die Bäume, die im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahmen des Kulturhofes vor erst 14 Jahren gepflanzt worden waren. „Zwei Kastanien sind bereits entfernt worden, weil sie schon gar nicht mehr ausgetrieben haben“, erklärte Bürgermeister Sepp Eisner (CSU) in der Sitzung.

Gleiches drohe nun auch den übrigen sechs, bedauerte das Gemeindeoberhaupt. „Vor gar nicht langer Zeit hatten wir das Eschentriebsterben. Jetzt trifft es die Kastanien. Die gehen schlichtweg kaputt. Das ist ein Desaster“, sagt Eisner. Gut zu erkennen sei dies daran, dass die Rinde abplatzt.

Silberlinden könnten auf Kastanien folgen

Als „keine guten Nachrichten“ hatte der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Mühldorf, Stefan Zimmermann, der Gemeinde seine Einschätzung zum Gesundheitszustand der Kastanienbäume mitgeteilt. Wie der Rat in der Sitzung erfuhr, sei wohl das Bakterium „Pseudomonas syringae var. aesculi“ verantwortlich für das Kastaniensterben.

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Im Mettenheimer Fall der Anfang vom Ende, denn es gibt gegen den Befall keine Behandlungsmöglichkeit. Er empfahl, die Kastanien so lange wie möglich stehen zu lassen, vorausgesetzt die Verkehrssicherungspflicht ist gewährleistet. Auf jeden Fall sollten die Kastanien im Auge behalten werden.

Eisner bevorzugt große Bäume wegen des Schattenwurfs

Im Gemeinderat wollte Eisner nun die Diskussion anstoßen, wie die Gemeinde weiter verfahren solle. Es ging dabei in erster Linie darum, ob die Gemeinde größere Bäume mit einem Stammdurchmesser von 15 bis 20 Zentimeter als Ersatzpflanzung anstreben solle oder eher kleinere. Eisner hatte deswegen den Kauf vorgeschlagen, weil er auch eine natürliche Beschattung von Festen im Gemeindehof in seine Überlegungen einbezogen hatte.

Auch ein Bodenaustausch ist nötig

Ohne eine genaue Kostenberechnung vorliegen zu haben, schätzte Eisner die Kosten für einen solchen Baum auf rund 1500 Euro. Schließlich müsste ein kompletter Bodenaustausch – Eisner sprach von rund 3,5 Kubikmeter pro Baum – vorgenommen und auch eine Drainage berücksichtigt werden.

Neupflanzung idealerweise schon am 13. November am Baumpflanztag

Warum es ihm mit der Entscheidung pressierte: Am 13. November will sich auch Mettenheim am Baumpflanztang der Öko-Modellregion Mühldorf beteiligen. Die Pflanzung neuer Bäume, Eisner brachte Silberlinden ins Spiel, könnte man dann öffentlichwirksam in Szene setzen.

Gartenbauverein würde wohl neuen Baum spendieren, aber nicht für 1500 Euro

Marianne Lazarus (ÜWG) signalisierte, auch als Vertreterin des hiesigen Gartenbauvereins, dass man gerne bereit sei, einen Baum zu spenden. Sie schränkte allerdings ein: „Bei 1500 Euro sind wir nicht mehr dabei.“

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Josef Guggenberger (CSU) plädierte bei der Diskussion um die Größe der Bäume auf kleine. Die würden schließlich von alleine groß werden. „Ich würde nicht viel Geld für Bäume ausgeben, nur weil sie groß gewachsen sind.“

Der Schatten kommt von alleine –irgendwann

Gertraud Schwarze (ÜWG) stieß ins selbe Horn, argumentierte damit, dass sich ein junger Baum leichter tut, anzuwachsen. „Es dauert vielleicht drei Jahre, dann spendet auch ein solcher Baum Schatten.“

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Rudi Kapser (ÜWG) hingegen griff das Schattenargument bei Vereinsfesten auf, sprach sich für großgewachsene Bäume aus.

Obermaier will Natur Natur sein lassen

„Lassen wir die Natur doch Natur sein“, forderte Richard Obermaier (CSU), der ebenfalls junge Bäume befürwortete. „Dann gibt es halt für die Vereine in den nächsten fünf Jahren keinen Schatten durch die Bäume. Dafür gibt es Sonnenschirme.“ Obermaier äußerte aber Bedenken im Hinblick auf die Silberlinde. „Die macht total viel Dreck.“ Er empfahl, bei der Suche nach möglichen Sponsoren von Bäumen beim hiesigen Schützenverein anzuklopfen, „die ja auch unter dem Schatten der Bäume im Gemeindepark feiern“.

Warum nicht Patenschaften für die neuen Bäume?

Hans Schaumeier (CSU) sponn diese Idee dann noch weiter: „Vielleicht könnten wir ja Patenschaften für die Bäume anbieten.“ Man will sich in der Gemeinde umhören, vielleicht sogar Privatpersonen diesbezüglich ansprechen.

Verwaltung soll Angebote einholen

Im Beschlussvorschlag einstimmig (16:0) festgehalten hat der Mettenheimer Gemeinderat dann, dass die Verwaltung mindestens drei Angebote von Ersatzpflanzungen, insgesamt acht Bäume, einholen soll. Favorit wäre dabei die Silberlinde.

Bei der Größe der neuen Bäume legte sich Bürgermeister Josef Eisner nicht genau fest. Nur so viel sagte er dazu: „Der Stamm sollte ungefähr Maßkrugstärke haben.“

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