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WELTBERÜHMT UND HEIMATVERBUNDEN

OVB-Mitarbeiter Thomas Gruber erinnert sich an ein Treffen mit Siegfried in Las Vegas

Als würde man sich „ewig“ kennen, klopfte der weltbekannte Illusionskünstler dem Arrangeur des Treffens, Thomas Gruber, auf die Schulter.
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Als würde man sich „ewig“ kennen, klopfte der weltbekannte Illusionskünstler dem Arrangeur des Treffens, Thomas Gruber, auf die Schulter.

Siegfried Fischbacher, besser bekannt als Teil des Duos „Siegfried & Roy“, ist Mitte Januar gestorben. Sein Tod weckt auch bei Leuten, die deren Show sahen, Siegfried Fischbacher vor zwei Jahren kennenlernten und mit ihm sprachen, Erinnerungen an einen – trotz seines Ruhms –„höchst legeren, netten Menschen.“

Unterneukirchen – Der weltberühmte Magier Siegfried Fischbacher, besser bekannt als Teil des Duos „Siegfried & Roy“, ist Mitte Januar gestorben. In Las Vegas hat der gebürtige Rosenheimer mit seiner grandiosen Show, in der weiße Tiger auf der Bühne das Markenzeichen waren, über Jahrzehnte riesige Erfolge gefeiert.

Sein Tod weckt auch bei Leuten, die deren Show sahen und Siegfried Fischbacher vor zwei Jahren kennenlernen und mit ihm sprachen, Erinnerungen an einen – trotz seines Ruhms – „höchst legeren, netten Menschen.“

Locker und leger plauderte der kürzlich verstorbene Magier Siegfried Fischbacher vor gut zwei Jahren mit Sepp und Helga Gruber (links und rechts neben ihm), deren Sohn Thomas Gruber und Schwägerin Brigitte Schmidhuber im Tiergarten des Mirage-Hotels in Las Vegas, dort wo auch seine weißen Tiger untergebracht sind. Gruber

Die Casino-Stadt in der Wüste Nevadas war im Spätsommer 2018 Ausgangs- und Endpunkt einer Reise durch Nationalparks der USA, die OVB-Mitarbeiter Josef „Sepp“ Gruber mit Gattin Helga, deren Schwestern Brigitte und Hedi sowie Sohn Thomas mit Ehefrau Beate unternahm. In Las Vegas stand auch ein Besuch des imposanten Mirage-Hotels an. Darin lief bis 2003, bis zur Verletzung Roys durch einen seiner Tiger, die fulminante „Siegfried & Roy“-Magicshow. Ein Teil der Außenanlage ist mittlerweile ein Tiergarten, wo die weißen Tiger leben.

Überraschung im Mirage-Garten

Als Siegfried im Hotelgarten bayerische Laute hörte, wandte er sich von anderen Gästen ab, ging spontan auf die Gruppe zu und meinte „Gruber, gell?“ „Ich glaubte, ich hör nicht richtig“, erinnert sich Sepp Gruber an die unerwartete Begrüßung. Von dem Treffen wusste er nichts. Sein Sohn Thomas hatte es zur Überraschung seiner Eltern zu deren Goldhochzeits-Reise „geheim“ arrangiert. „Aber ich erkannte sofort, wer vor uns stand – der weltbeste Magier“, so der Unterneukirchner. Und: „Siegfried war völlig unkompliziert. Schon mit den ersten Worten entwickelte sich ein nettes Gespräch - kein Hauch von Star-Allüren“.

Dass der gebürtige Rosenheimer sich über den Besuch aus der alten Heimat freute, stellte die Reisegruppe sofort fest. Autogrammsammler mussten nun warten. „Wir gingen ihm vor“. Der Ort Unterneukirchen war dem Wahl-Amerikaner zwar nicht sofort geläufig, das nicht weit entfernte Altötting aber schon. Schließlich sei er über fünf Jahrzehnte weg, meinte der Ex-Rosenheimer fast entschuldigend.

Im Tiergarten des Mirage-Hotels in Las Vegas sind die weißen Tiger des Zauber-Duos „Siegfried & Roy“ untergebracht.

Frei weg erzählte Siegfried, wie er in Rosenheim aufgewachsen war.. Mit acht Jahren hatte er begonnen, magische Kunststücke zu üben. Die Zauberei habe ihn, wie er schmunzelnd anmerkte, „mehr interessiert als die Schule“. Und: Sie ließ ihn nicht mehr los. Auf einem Passagierschiff, wo der Oberbayer als Unterhaltungskünstler auftrat, lernte er den Bremer Roy Horn kennen. Als er mit dem Freund später nach Amerika aufbrach, hegte seine Mama Zweifel, „ob aus dem Bub was g’scheits wird“, verriet Siegfried lachend. Skeptisch und besorgt sei sie gewesen, „dass ich von der Zauberei in der Fremde nicht leben“ könne.

Es klappte bestens, wie sich herausstellte. Die Verbindung zur Heimat war ihm stets wichtig. Seine Schwester, die in einen Orden eingetreten war, unterstützte er finanziell bei ihrem Engagement für rumänische Kinderheime. Dass Sepp und Helga Gruber die „Siegfried & Roy“-Show zusammen mit anderen Unterneukirchnern anlässlich einer Fußballer-Reise des SV Wacker Burghausen 1996 live gesehen hatten, nahm der Magic-Weltstar erfreut zur Kenntnis.

Mit Zaubertrick verabschiedet

Siegfrieds enger Bezug zur „alten Heimat“ klang in der halbstündigen Plauderei mehrfach durch; Gästebesuche finde er schön. So lüftete sich auch das Geheimnis, warum die „Wacker-Truppe“ damals von einem Tag auf den anderen Eintrittskarten für die Show bekam, obwohl eigentlich alle Vorstellungen auf Monate im voraus ausverkauft waren: Für „Leute aus Bayern“ seien immer Tickets bereitgelegen, verriet Siegfried.

„Am Ende des lockeren Gesprächs zauberte der Magier spontan zwei Erinnerungsmünzen aus einem Sakko-Ärmel hervor und schenkte sie uns als Andenken an diesen Tag“, sind die Grubers noch immer voller schöner Eindrücke an die Begegnung mit dem weltberühmten Illusionskünstler. Er war in seinem Haus „Little Bavaria“ – Reminiszenz an die bayerischen Wurzeln – seinem Partner Roy gefolgt, der im Mai vergangenen Jahres starb.

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