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Generatoren abgeschaltet

Kraftwerk nach fast einem Jahrhundert in Rente: 2022 soll in Töging die neue Anlage laufen

Bei der Abschaltung des alten Innkraftwerks in Töging: Verbund-Konzernchef Karl-Heinz Gruber und Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst.
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Bei der Abschaltung des alten Innkraftwerks in Töging: Verbund-Konzernchef Karl-Heinz Gruber und Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Seit dem 10. Oktober 1924 produzierten bis zu 15 Francis-Turbinen im Töginger Wasserschloss ökologischen Strom. Jetzt ging das alte Kraftwerk in die Rente. Aber das ist nicht das Ende der Stromproduktion vor Ort.

Töging – Zunächst ausschließlich für die Produktion von Aluminium genutzt, hat das Kraftwerk seit über zwei Jahrzehnten die Energie dann ins allgemeine Stromnetz eingespeist. Auch wenn der Wasserpegel im Innkanal in den letzten Wochen bereits gesenkt worden war, um die Arbeiten am neuen Kraftwerksbau zu vereinfachen, liefen in dem denkmalgeschützen Industriegebäude bis Dienstag noch die Generatoren 8 bis 15. Bei der feierlichen Abschaltung, zu der neben den Mitarbeitern auch Vertreter der Betreiberfirma, dem Verbund, sowie aus Politik und Wirtschaft dabei waren, ertönten die obligatorischen Warnsirenen im Krafthaus nun ein letztes Mal.

Kraftwerk hat Industralisierung der Region erst möglich gemacht

„Ohne die Errichtung des ältesten Innkraftwerks und des Alzkraftwerks in Burghausen, wären wir heute arm!“, brachte es Altöttings Landrat Erwin Schneider auf den Punkt. Erst durch diese weitsichtige Entscheidung der Planer damals sei die Industrialisierung der Region überhaupt möglich geworden. Stellvertretend lobte der Altöttinger Landrat Geschäftsführer Karl Heinz Gruber von der Verbund Hydro Power GmbH für die „schlaue Entscheidung vor zwölf Jahren“, das Kraftwerk zu kaufen. Der Chef des Altöttinger Landratsamtes zeigte sich auch diesmal gegenüber den neuen Betreibern aus dem benachbarten Österreich dankbar, dass sie am Standort 250 Millionen Euro in ein neues Kraftwerk investieren.

Große Bedeutung als Arbeitgeber

Tögings Bürgermeister Tobias Windhorst hob die Bedeutung der Anlage für die Töging hervor und dankte den Vertretern vom Verbund, dass sie so viele Arbeitsplätze am Standort sichern: „Es gibt kaum eine Familie in Töging, aus der nicht irgendwer mit dem Kraftwerk zu tun hat.“

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Dass die Kraftwerksspezialisten aus Österreich mit dem Standort Töging, an dem sich auch die zentrale Verwaltung aller Innkraftwerke befindet, inzwischen bestens vertraut sind, stellte Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer des Wasserkraftgeschäfts der Verbund AG, in seiner Ansprache unter Beweis: „Den bisher größten Umbruch gab es 1996, als nach dem Ende der Aluminiumproduktion die restlichen Gleichstromanlagen gegen Wechselstromanlagen getauscht wurden.“

Das erfahrene Personal arbeitet ohne Ausnahme weiter

Gruber zeigte sich froh darüber, dass das erfahrene Töginger Personal ohne Ausnahme auch im neuen Kraftwerk wieder für den Betreiber tätig ist, und bat die Anwesenden daher inständig: „Schließt auch das neue Kraftwerk genauso in Eure Arbeit und Euer Herz ein!“

Jetzt sind die Schleusen zu

Nach der Abschaltung der alten Turbinen und dem Schließen der Schleusen zum Innkanal in Jettenbach kann nun mit Hochdruck an der Fertigstellung des neuen Krafthauses und dem neuen Zulauf gearbeitet werden. Im Februar soll dann die erste der insgesamt drei neuen Kaplan-Turbinen in Betrieb gehen. „Die beiden anderen werden dann im Zweimonatsrhytmus folgen“, erklärte Karl Heinz Gruber über den weiteren Fahrplan.

Somit wird das neue Kraftwerk voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 zum ersten Mal auf voller Leistung fahren. Der ertüchtigte Innkanal, der bis dahin nur noch ein stehendes Gewässer führt, wird dann eine um 70 Zentimeter höherer Wasserlinie haben.

Verzögerung bei den Knalbrücken

„Unsere Kanalbrücke in Höchfelden wird voraussichtlich im Herbst 2022 wieder befahrbar sein“, hatte Tögings Bürgermeister in der letzten Sitzung des Bauausschusses erklärt. Die Verzögerung käme zustande, weil auch die Anschlussbrücke über die Eisenbahnstrecke Mühldorf-Simbach erst dann fertig werde. Die anderen Brücken über den Innkanal, bei Jettenbach, Pürten und Waldkraiburg, die ebenfalls wegen des Wasserstands höher gelegt werden mussten, sollen aber rechtzeitig fertig sein.

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