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Dworzaks letzte Amtszeit

Der Mühldorfer Anna-Hospizverein wird wegen seiner Leistungen hoch anerkannt.  Foto re
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Der Mühldorfer Anna-Hospizverein wird wegen seiner Leistungen hoch anerkannt. Foto re

Dr. Hans Dworzak bleibt weitere vier Jahre Vorsitzender des Anna-Hospizvereins. Gleichzeitig machte der 70-Jährige auf der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal von Peter und Paul deutlich, dass er sich 2017 nicht mehr zur Wahl stellen werde.

Mühldorf - Schon an der Zahl der Mitglieder lässt sich ablesen, welche Entwicklung der Verein in den letzten Jahren genommen hat. 200 Mitglieder kommen im Durchschnitt Jahr für Jahr hinzu, 2012 hat der Anna-Hospizverein das 2000. Mitglied aufgenommen. "Es ist hoch anerkannt, was der Verein leistet. Das weiß auch die Stadt zu würdigen", lobte Zweiter Bürgermeister Paul Schwarz, ehe der Erste Vorsitzende Dr. Hans Dworzak auf die Aktivitäten im vergangenen Jahr zurückblickte. Dabei habe vor allem das Thema Vorsorge und Beratung einen breiten Raum eingenommen.

Zudem hatte Dworzak eine Neuigkeit im Gepäck. Mitte des Jahres werden Verein und GmbH umziehen: vom dritten Obergeschoss im Ärztehaus geht es ins Parterre. "Dort zieht die Apotheke aus, so dass wir deutlich mehr Platz haben werden", erklärte Dworzak. Außer den Umzugskosten sei das mit nur einer geringen Kostensteigerung verbunden. "Die Miete ist nur unwesentlich teurer."

Finanziell ist der Verein ohnehin bestens aufgestellt. 353000 Euro liegen nach den Angaben von Schatzmeisterin Helga Reichert in den Rücklagen, alleine das letzte Jahr schloss der Verein mit einem Plus von über 116000 Euro ab (siehe Infokasten "Die Finanzen des Vereins").

Ein Teil dieses Geldes wird schon bald in die Einrichtung einer zeitintensiven Pflege fließen. Ohne Gegenstimme verabschiedete die Versammlung den Vorschlag 50000 Euro in Aufbau, Ausbildung und Durchführung zu stecken.

Laut Josef Hell, Geschäftsführer der Anna-Hospiz- GmbH, geht es in erster Linie darum, eine Versorgungslücke zu schließen. "Und zwar genau bei den Patienten, die auf dem Papier noch nicht in die spezialisierte ambulante Palliativversorgung fallen, aber dennoch einen hohen Bedarf an zeitintensiver Pflege haben."

Die Idee: Der Hospizverein baut auf 400-Euro-Basis einen kleinen Pflegekräfte-Pool auf. Flexibel und unbürokratisch soll das System greifen - immer dann, wenn Unterstützung auf ehrenamtlicher Basis nicht mehr ausreicht und gleichzeitig die SAPV von der Kasse noch nicht übernommen wird. Dass man damit auch den Problemen im Pflegebereich begegnet, ist Hell klar: "Wir schaffen damit Fakten und zeigen der Politik, wo in der Realität Bedarf ist."

Langfristig wünschen sich die Verantwortlichen für dieses Angebot eine Finanzierung durch die Krankenkassen: "In Baden-Württemberg gibt es ein ähnliches Modell seit mehreren Jahren", sagt Hell.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Hospizverein Vorreiter ist, um eine längst überfällige Entwicklung anzuschieben. Zuletzt hatte die Anna-Hospiz GmbH im Bereich der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ihr Einsatzgebiet auf zwei Nachbarlandkreise ausgeweitet (wir berichteten).

Erfolge verzeichnet der Verein auch in der Ausbildung der sogenannten Hospizbegleiter. Die meisten Neuzugänge stellten sich den Mitgliedern vor, darüber hinaus legte Einsatzleiterin Carola Kamhuber Zahlen auf den Tisch: 69 Begleitungen leisteten die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr, insgesamt waren sie in 417 Einsätzen über 1100 Stunden unterwegs.

Mit Blumen und Dank verabschiedete sich Dworzak von Martha Miedl, Renate Egertz und Brigitte Jaud-Münch. Alle drei waren langjährige Mitarbeiter im Bereich der Trauergruppen.

Die Führungsmannschaft bleibt dagegen, wie sie ist: Bei zwei Enthaltungen bestätigten die knapp 60 Mitglieder Dr. Hans Dworzak für weitere vier Jahre im Amt des Vorsitzenden. Seine Stellvertreterin bleibt Margarethe Schneider, Kassier ist Helga Reichert, Schriftführer bleibt Herbert Späth. Im Zusammenhang mit den Neuwahlen machte Dworzak klar, dass es seine letzte Amtszeit sein wird. ha

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