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„Es gab viele, die uns das nicht zugetraut hätten“

Großauftrag an Land gezogen: Wie drei gigantische Kamine aus Obertaufkirchen bis nach Bremen kamen

24 Meter ist dieses Kamin-Bauteil lang, das sich von der Firma ALS in Steinkirchen auf den Weg nach Bremen gemacht hat. Drei Tage dauerte die Fahrt, die in erster Linie nachts durchgeführt wurde.
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24 Meter ist dieses Kamin-Bauteil lang, das sich von der Firma ALS in Steinkirchen auf den Weg nach Bremen gemacht hat. Drei Tage dauerte die Fahrt, die in erster Linie nachts durchgeführt wurde.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Es ist eines der größten Projekte, das die Firma ALS jemals gestemmt hat: Sie hat drei rund 70 Meter hohe Kamine für ein Gaskraftwerk in Bremen geplant, gefertigt, nach Bremen transportiert und dort aufgebaut.

Obertaufkirchen – . „Die Größe und Schwere der drei Kamine hat uns die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit aufgezeigt“, sagt ALS-Prokurist Richard Schwarzenbeck bei einem Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Die Firma ALS fertigt im Obertaufkirchener Ortsteil Steinkirchen hochwertige Produkte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium: Dazu gehören in erster Linie Industrie-Stahlkamine, Lüftungstürme, Druckbehälter, aber auch Abgasanlagen mit Schalldämpfern, Entstaubungsfiltern und geschweißten Kanalsystemen und Rohrleitungen für Lüftungsanlagen. Die Firma, die es seit 23 Jahren gibt und die in Steinkirchen ihren Firmensitz hat, macht aber auch Spielplatzrutschen aus Edelstahl für die ganze Welt.

Kohlekraftwerk soll Gaskraftwerk werden

Die Frage nach dem Lieferprogramm beantwortet Vertriebsleiter Alois Grundner gerne mit den Worten: „Fast alles, was man an Industrieprodukten aus Metall nicht von der Stange kaufen kann, kann man bei uns fertigen lassen“.

Das trifft auch auf den Auftrag zu, den die Firma ALS von der Firma Uniper bekommen hatte: Ein ehemaliges Kohlekraftwerk, das die Stadtwerke Bremen betreiben, soll in ein modernes Gaskraftwerk, bestehend aus neun Gasmotoren, umgebaut werden. Je drei Motoren brauchten einen Kamin; insgesamt wurden also drei Kamine benötigt. Sie mussten 70 Meter hoch sein und einen Durchmesser von 3,5 Metern haben. Die Gasmotoren produzieren Strom, liefern aber auch Fernwärme.

Eine ziemlich herausfordernde Aufgabe für die Firma. Das begann bereits bei der Fertigung, wo beispielsweise die Halle und die Hallentore wegen der Größe der einzelnen Teile an ihre Grenzen stießen, erinnert sich Fertigungsleiter Johann Brummer.

Jeder Kamin besteht aus vier Einzelteilen, wobei das schwerste Teil rund 33 Tonnen auf die Waage bringt. Das längste Bauteil war 24 Meter lang. Die konstruktive Umsetzung wurde durch den Projektleiter Karl-Heinz Drotleff in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Fertigungsleiter Johann Brummer gemeistert.

Autobahn musste gesperrt werden

Eine weitere Herausforderung war der Transport der Kamine von Steinkirchen nach Bremen. Firmenchef Herbert Kreuzpointner, der sich um die Logistik gekümmert hat, hatte viele Telefonate zu führen, Formulare auszufüllen und Genehmigungen einzuholen, bis die Route feststand. Zwölf 44 Meter lange Schwertransporter machten sich auf den Weg.

Die 44 Meter langen Schwertransporte hatten Mühe auf den schmalen Straßen rund um Steinkirchen.

Jeder war drei Nächte unterwegs und am Ende wartete eine unangenehme Überraschung: Die Autobahnabfahrt beim Kraftwerk in Bremen war so eng, dass „die Laster nicht mehr von der Autobahn runterkamen“, erinnert sich Kreuzpointner. Da musste dann kurzzeitig die Autobahn gesperrt werden, damit die Schwertransporter rückwärts die Autobahnauffahrt nehmen konnten. „Das war eine komplett neue Erfahrung“.

Guter Ruf in der Branche

Vor Ort war dann Montageleiter Martin Greißl, der sich mit seinem Montagetrupp um das Aufstellen der drei Kamine kümmerte. „Rund 1000 Schrauben haben wir bei jedem Kamin verschraubt“, so Greißl. Etwa zwei Wochen hat es gedauert, bis die drei Kamine standen.

Mittlerweile hat das Gaskraftwerk seine Arbeit aufgenommen und Firmenchef Herbert Kreuzpointner spricht rückblickend von „einem tollen Projekt“. Zudem habe man sich bei diesem Auftrag „einen guten Ruf in der Branche erarbeitet. Es gab viele, die uns das nicht zugetraut hätten“, sagt Kreuzpointner und es durchaus Stolz aus seiner Stimme herauszuhören.

Bis zu 70 der insgesamt rund 100 Mitarbeiter waren an diesem Auftrag beteiligt, sagt Projektleiter Karl-Heinz Drotleff.

Auftrag sichert den Weiterbestand

Bei einem Jahresumsatz von 17 bis 18 Millionen Euro hat dieses Projekt etwa zehn Prozent des Jahresumsatzes eingespielt und Prokurist Richard Schwarzenbeck macht keinen Hehl daraus, dass dieser Auftrag, in Zeiten von Corona, zum präventiven Weiterbestand der Firma beigetragen hat.

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