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Kein eigenes Wärmenetz

Doch kein Nahwärme-Netz in Region Mühldorf? Warum der Planungs-Stopp für Zoff sorgt

Statt selbst Nahwärme aus regionalen Hackschnitzeln zu erzeugen, will der Landkreis Mühldorf lieber die Option Fernwärme aus Pollinger Geothermie abwarten.
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Nahwärme könnte aus regionalen Hackschnitzeln erzeugt werden.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Die Ankündigung überrascht die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt. Einige Kreisräte wollen das nicht so stehen lassen und mahnen zur Weiterplanung.

Mühldorf – Anfang des Jahres hatte der Landkreis noch den Plan verkündet, bis Ende 2024 ein eigenes Netz für die Nahwärmeversorgung seiner Gebäude aufzubauen. Als Brennstoff sollten Hackschnitzel aus der Region zum Einsatz kommen. Diesem Vorhaben stimmte der Kreistag im März einstimmig zu. Als Betreibermodell sollte eine Gesellschaft mit anteiliger Beteiligung des Landkreises gegründet werden.

Landrat Max Heimerl verkündete den neuen Sachstand der Pläne.

Fernwärme aus Pollings Geothermie

„Diese Pläne werden zurückgestellt“, informierte Landrat Max Heimerl die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses am Montag. Denn mittlerweile habe sich eine neue Situation ergeben.

„Die Erdwärme Inn möchte Mitte 2023 mit Geothermie-Bohrungen in Polling beginnen“, führte Heimerl als Grund eins für die Rückstellung aus. „Der Betreiber geht davon aus, dass das geothermische Potential ausreichen wird, um nicht nur die Gewächshäuser in Weiding und Tüßling zu versorgen, sondern auch die Gemeinden Polling, die Ortschaften Tüßling und Weiding und mit einer zusätzlichen Bohrung sogar die ganze Stadt Mühldorf an das Fernwärmenetz anschließen zu können.“

Das bedeute, dass auch die Landkreisliegenschaften, das „InnKlinikum“ Mühldorf sowie weitere Interessenten des vom Landkreis geplanten Nahwärmenetzes angeschlossen werden könnten. Der Landkreis könne sich den Aufbau eines eigenen Netzes also sparen.

Hackschnitzel könnten knapp werden

Als Grund zwei nannte Heimerl: „Das von InfraServ Gendorf geplante Biomasseheizkraftwerk wird für seinen Betrieb große Mengen an Biomasse aus einem Umkreis von 100 Kilometer benötigen.“ Die Auswirkung auf das regionale Angebot von Hackschnitzeln sei nicht abzusehen und mache die Pläne ein Landkreis-Hackschnitzelkraftwerk zu betreiben, nur schwer kalkulierbar.

„Deshalb stellt der Landkreis die Gesellschaftsgründung vorerst zurück“, so der Landrat. „Die Erkenntnisse aus den Geothermie-Bohrungen sollen im Herbst 2023 vorliegen.“

Fördermittel nicht aufs Spiel setzen

Michael Ackermann, Kreisrat der Grünen, gab zu bedenken, dass Brüssel derzeit die Förderung für Energieerzeugung aus Holz auf den Prüfstand stelle: „Der Förderantrag für die vom Landkreis angedachte Hackschnitzelanlage sollte trotz der Rückstellung schnell gestellt werden. Wenn wir damit zu lange warten, ist diese Möglichkeit gestorben.“ Landrat Heimerl entgegnete, er habe darüber schon mit der Europa-Abgeordneten Dr. Angelika Niebler gesprochen. Sie gehe davon aus, dass Holz den Status einer regenerativen Energie behalten werde und damit förderfähig bleibe.

Auch Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer (CSU) mahnte den Landkreis zur Weiterführung der Planungen: „Wir sollten ein Angebot für die Machbarkeitsstudie einholen, um keine Zeit zu verlieren, und uns um Fördermittel bemühen.“ Für die Hackschnitzel-Fernwärmeversorgung in seiner Gemeinde sei das bereits alles am Laufen, er hoffe auf die Förderung von 40 Prozent.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf

Ackermanns Befürchtung, der Landkreis müsse Wärmeleitungen von Polling bis in die Stadt Mühldorf legen, konnte Heimerl entkräften. „Der Landkreis baut keine eigenen Netze“, erklärte er. „Das ist, wie etwa beim Gasnetz, Aufgabe der Stadt Mühldorf und der Versorger. Der Landkreis wird nur Abnehmer sein.“

Der Kreistag wird in seiner öffentlichen Sitzung am Freitag über den Sachstand informiert.

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