Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ein Ort der Begegnung

Diese zweistellige Millionensumme kostet ein Amtsgebäude in Mühldorf

Vor Ort an der zukünftigen Baustelle "Am Kirchenfeld": Bürgermeister Michael Hetzl (v. l.), Baudirektorin Doris Lackerbauer, Landrat Max Heimerl, ALE-Behördenleiter Josef Holzmann, Thomas Eckert von Dömges Architekten AG.
+
Vor Ort an der zukünftigen Baustelle "Am Kirchenfeld": Bürgermeister Michael Hetzl (v. l.), Baudirektorin Doris Lackerbauer, Landrat Max Heimerl, ALE-Behördenleiter Josef Holzmann, Thomas Eckert von Dömges Architekten AG.
  • Nicole Petzi
    VonNicole Petzi
    schließen

Die Rosenheimer Generalplaner von der Dömges Architekten AG wollen trotz vieler Unwägbarkeiten wie etwa möglichen Materialengpässen oder Personalmangel die Vorgaben der Baudirektion einhalten: Das Gebäude soll bis 2026 fertiggestellt werden und Platz für rund 140 Mitarbeiter bieten.

Mühldorf – Sieben Jahre nach Markus Söders Appell in Sachen Regionalisierung der Verwaltung geht es voran: mit dem neuen Dienstgebäude des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) in Mühldorf. Zumindest die Planung kam jetzt aus den Startlöchern. Erste Ideen stehen im Raum.

Dementsprechend guter Dinge trafen sich alle Beteiligten vor dem rund 10 000 Quadratmeter großen künftigen Baugelände „Am Kirchenfeld“ an der Ecke Harthauser Straße/Salzburgerstraße in Altmühldorf.

Holpriges Vergabeverfahren

Im bereits über ein Jahr laufenden Vergabeverfahren wollen die Rosenheimer Generalplaner um Thomas Eckert von der Dömges Architekten AG trotz vieler Unwägbarkeiten wie etwa möglichen Materialengpässen oder Personalmangel an die Machbarkeit der Vorgaben; die stellt Dosis Lackerbauer beim Vor-Ort-Termin in den Raum: Fertigstellung bis 2026, und das in einem Kostenrahmen von 36 Millionen Euro.

Holzbau mit wenig CO2-Abdruck

Wie das Ganze dann ausschauen soll? Thomas Eckert und sein Team haben einige Ideen, um Energieeffizienz, Klimaneutralität, Funktionalität und räumliche Atmosphäre unter einen Hut zu bekommen. Der in Passivhausstandard geplante Holzbau darf laut Eckert nicht mehr als 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr Energie inklusive Strom und Heizung verbrauchen. Im Vergleich zum Standardgebäude, dessen Grenzwert gemäß EEG bei 120 Kilowattstunden liegt, beträgt die Einsparung also mindestens 50 Prozent.

Die Aufenthaltsqualität soll jedoch nicht darunter leiden. Ein „Ort der Begegnung“ mit viel Licht und mehreren Innenhöfen schwebe dem Architekten vor. Und weiter: „Klassische Flurkonstruktionen sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Nicht mehr zeitgemäß sei heute auch der Verbau von Rohölprodukten wie etwa Styropor als Verbundstoffe oder auch Stahlbeton. „Wir wollen mindestens 50 Prozent CO2 einsparen und setzen auf Holz, Holz-Beton-Hybride oder auch Holzwolle als Dämmmaterial“, erklärt Eckert. Dass die Kosten überschaubar bleiben, liege auch an der genutzten Technik, die wenig wartungsintensiv sein soll: „Extrem intelligentes Bauen muss nicht extrem teuer sein.“ Ein staatlicher Bau habe seiner Meinung nach dabei Vorbildfunktion.

Freude über Planungsstart

Vorbildhaft soll auch der weitere Planungs- und Bauprozess sein, wenn sich schon das Vergabeverfahren etwas in die Länge gezogen hat. Dennoch: Zeit liegen gelassen bei der Genese des Projekts habe man nicht, beteuert Doris Lackerbauer. Bis das Grundstück gefunden, das Bauleitverfahren in die Wege geleitet und das Geld beschafft worden seien, habe eben seine Zeit gebraucht.

Mit Blick auf Kosten- und Zeitlimit sieht Lackerbauer ein Abenteuer auf alle Beteiligten zukommen. „Wir werden es gemeinsam schaffen", lautet ihre Parole.

Die Entwicklung der Gemeinden „in eine aussichtsreiche Zukunft" in Kooperation mit Bürgern und externen Planungsbüros – das habe sich das Amt für Ländliche Entwicklung auf die Fahnen geschrieben, fügte ALE-Chef Josef Holzmann hinzu. Einen besonderen Fokus legte er bei seiner Projektvorstellung auf die rund 140 neuen Stellen, zumeist Techniker und Ingenieure, die nach Mühldorf verlagert werden. 70, davon 45 aus der Region, seien schon neu besetzt.

Seiner großen Freunde über den „richtungsweisenden Schritt des Freistaats im Rahmen seiner Heimatstrategie" verlieh Landrat Maximilian Heimerl in seinem Grußwort Ausdruck. Dass ausgerechnet das Amt für ländliche Entwicklung von München nach Mühldorf ziehe, freue ihn ganz besonders. Schließlich sei die Behörde ein „Möglichmacher", dessen Arbeit er sehr schätze.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf

Optimistisch zeigte sich auch Michael Hetzl, zu dessen ersten Amtshandlungen als Bürgermeister vor zwei Jahren die Unterschrift unter den Kaufvertrag zwischen Stadt und Freistaat über das Grundstück im Norden der Kreisstadt zählte. „Es ist gut, dass es nach einer schwierigen Phase der Planung vorangeht", unterstreicht Hetzl. Mit Blick auf viele attraktive Arbeitsplätze und der damit verbundenen Aufwertung des Standorts lohne sich die gemeinsame Anstrengung allemal.

Mehr zum Thema

Kommentare