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Im Gespräch

Bürgermeistersprecher über Landkreis Mühldorf: „Die Stimmung bei den Bürgern ist am Kippen“

Thomas Einwang
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Thomas Einwang
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Nach einem Jahr Corona-Pandemie mehren sich die kritischen Stimmen in den Gemeinden des Landkreises Mühldorf im Hinblick auf den Lockdown. Viele Entscheidungen empfinden viele Bürger als überzogen und ungerecht. Bürgermeistersprecher Thomas Einwang spricht im Interview über die Situation in den Kommunen.

Buchbach/Mühldorf – Die Stimmung der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden im Landkreis Mühldorf am Kippen. Bürgermeistersprecher und Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang versteht viele Entscheidung im Bereich der Gastronomie, des Einzelhandels und der Schulen und Kindertageseinrichtungen nicht mehr.

Wie ist die Stimmung im Landkreis?

Bürgermeistesprecher Thomas Einwang: Ich habe den Eindruck, dass die Stimmung bei den Bürgern derzeit am Kippen ist. Hatte man Ende vergangenen Jahres und zu Beginn dieses Jahres noch weitgehend Verständnis für die Einschränkungen, beginnt dies nun zusehends und massiv zu schwinden.

Welche Maßnahmen ärgern Sie besonders?

Einwang: Mich ärgert, dass die Gastronomie trotz der Investition in umfangreiche Hygienekonzepte über einen so langen Zeitraum schließen musste. Wenn man sieht, dass fast die Hälfte der Infektionen im privaten Umfeld stattfinden, frage ich mich, ob man die Bürger nicht besser „unter Kontrolle mit Abstand“ in den Gasthäusern essen lässt, anstatt das Essen zu holen und dieses dann „unkontrolliert“ und möglicherweise ohne Abstand zu Hause zu sich zu nehmen. Ich glaube nicht, dass sich eine Bewirtung unter Einhaltung von Hygienekonzepten negativ auf das Infektionsgeschehen auswirken würde.

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Halten Sie die Maßnahmen für Einzelhändler in der jetzigen Form für sinnvoll?

Einwang: Auch die Einzelhändler haben im Laufe des vergangenen Jahres Hygienekonzepte entwickelt und mit viel Geld umgesetzt. Trotzdem wurden sie mit dem angeordneten Lockdown Ende 2020 dazu gezwungen, ihre Geschäfte lange zu schließen. Mit Call&Collect können die Einzelhändler die zum Überleben notwendigen Umsätze sicher nicht generieren.

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Ich gehe davon aus, dass auch ein Verkauf in den Geschäften unter Einhaltung der Hygienevorschriften keine Steigerung der Inzidenzzahlen zur Folge hätte.

Das Wechselspiel zwischen Schließungen und Öffnungen bei Schulen und Kitas fordert Kinder, Eltern und Gemeinden. Welche Maßnahmen würden Sie empfehlen?

Einwang: Durch das Wechselspiel wächst das Unverständnis und der Widerstand der Betroffenen – und das zurecht, wie ich meine. Die aktuelle Regelung ist in der Praxis kaum umsetzbar. So entstehen Problem- und Konfliktfelder von der Kinderbetreuung bis zur Schülerbeförderung. Auch die Betriebe können nicht so einfach kurzfristig auf Mitarbeiter verzichten. Wenn der Gesetzgeber das Schließen und Öffnen nur von einer Zahl abhängig macht, ohne weitere Aspekte zu berücksichtigen, macht er es sich meines Erachtens zu einfach. Neben Schnelltests sind wirkungsvolle und akzeptierte Regelungen zum Infektionsschutz sinnvoller. Es geht doch darum, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu verringern. Das wird aber alleine durch die Festlegung eines Inzidenzwertes sicher nicht erreicht.

Mit welchen Schäden für den Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden rechnen Sie?

Einwang: Es besteht die Gefahr, dass das Virus einen Keil in die Bürgerschaft treibt. Hier sind zum einen diejenigen, die Angst um ihre Gesundheit haben und die Regelungen für richtig erachten und auf der anderen Seite diejenigen, die die Einschränkungen als nicht mehr angemessen empfinden oder deshalb Angst um ihre Existenz haben. Das müssen wir versuchen zu verhindern. Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben. Dies wird uns aber nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gelingen. Interview: Josef Bauer

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