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Meinung

Die Kuh, die ein Reh sein wollte – Das lehrt uns die ausgebüxte Kuh Yvonne

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  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Vor zehn Jahren ließ sich Yvonne nach dreimonatiger Flucht einfangen. Sie hat in dieser Zeit etwas Besonderes geschafft, sagt Autor Markus Honervogt.

Es ist doch erstaunlich, wie nüchtern die Sommer-Sensation des Septembers 2011 zehn Jahre später daher kommt. Regelrecht emotionslos heißt es bei Wikipedia: „Yvonne *2005; ursprünglicher Name: Angie, auch Bambi, † 3. September 2019 war eine braun-weiße Hausrindkuh. Im Sommer 2011 errang sie mediale Aufmerksamkeit, als sie aus menschlicher Obhut entwich und über mehr als drei Monate nicht eingefangen werden konnte, da sie sich versteckt hielt.“

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Die Begleiterscheinungen der von Wikipedia erwähnten Suche nach dem Kuh-Reh waren – sagen wir mal: interessant. Die Bildzeitung setzte 10.000 Euro für die Sichtung von Yvonne aus, Menschen demonstrierten am unscheinbaren Wald- und Wiesenstück bei Zangberg für dies und das, hängten sinnstiftende Plakate über das Kuhsein im Allgemeinen und das Verhältnis zum Menschen im Besonderen auf, sie meditierten und stellen spirituellen Kontakt zum Freiheitstier her.

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Das Landratsamt reduzierte an dieser Stelle die Geschwindigkeit von 100 auf 30 –, womit wir wieder in der Gegenwart wären. Man stelle sich nur vor, auf der A 94 dürfte statt 180 nur noch 120 gefahren werden. Wegen der Menschen, die dort leben. Unvorstellbar. Vielleicht sollten die Isentaler mal eine Kuh auskommen lassen, doch das ist eine andere Geschichte.

OVB-Reporter Josef Enzinger gelang eine der wenigen Aufnahmen der Kuh, die ein Reh sein wollte, auch wenn sie nicht so aussah.

Denn eigentlich wollte Yvonne, als sie noch Angie hieß, nichts anderes, als ihrem Metzger entkommen. Raus aus dem vermeintlich sicheren Stall, hinein ins wilde Waldleben. Reh sein. Entschlossen ist sie ausgebüxt, geschickt hat sie sich angestellt, geduldig so lange gewartet, bis alle frisch gewetzten Messer stumpf geworden waren.

Seien wir ehrlich, wie schön wäre es, könnten wir unseren Metzgern so einfach mal davon laufen und uns verstecken, bis alles vorüber ist. Und dann nach ab nach Gut Aiderbichl.

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