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Ein Blick in die Hostorie

Die bescheidenste Glückwunschadresse kommt aus Zangberg

Entdeckt unter weit kostbareren Geburtstagsgaben – das „Salve Regina“ in Kalligraphie mit Marienbild, gewidmet von den Nonnen des Klosters Zangberg 1891.
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Entdeckt unter weit kostbareren Geburtstagsgaben – das „Salve Regina“ in Kalligraphie mit Marienbild, gewidmet von den Nonnen des Klosters Zangberg 1891.

Zu Prinzregent Luitpolds Geburtstag gratulierten vor 120 Jahren auch die Klosterschwestern

Zangberg/München – Drei hohe runde Geburtstage konnte Prinzregent Luitpold, Bayerns beliebtester Wittelsbacher, in den vergangenen Jahrhunderten feiern: 1891, 1901 und 1911.

Aufwand und Künstlichkeit

Der 1821 Geborene starb 1912. In Luitpolds Todesgedenkjahr 2022 reicht die neue große Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums „Glanzvolle Glückwünsche“ in München wunderbar hinein. Ein gut gewähltes Datum für die vor Prunk überbordende Schau.

Sie strotzt nämlich nur so vor Schwulst. Die stolz präsentierten Geschenke zu den Ehrentagen des Prinzregenten überschlagen sich an Aufwand und Künstlichkeit. Überdimensionale „Glückwunschadressen“ liegen zur Ansicht in Vitrinen, die von nicht weniger prunkvollen Erinnerungsstücken an die immens honorable Persönlichkeit auf Bayerns Thron umgeben sind – sogar die „Sterbejacke“, grünes Jägerleinen mit Hirschhornknöpfen, prangt, als Einzelstück, in einem Schaukasten.

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Zu allen drei Anlässen legten sie los, die Vereine und Freimaurerlogen, die Universitäten, Städte und Gemeinden, Kammern und Ministerien, die Geistlichkeiten, Landräte und Forstbedienstete. Sogar die königlichen Palastdamen. Sie gratulierten vor 120 Jahren zu Luitpolds 80. Geburtstag mit einem Schreiben in „lanciertem Seiden-Jacquardgewebe über Karton“. Der Untertanengeist der dem Landesherrn Dankschuldigen fand Ausdruck in überschwänglichen Widmungs-Formulierungen wie „allerehrfurchtsvollst“, „gehorsamst“ und „unterthänigst“. „In tiefster Ehrfurcht“ verbeugte sich die Stadt Passau vor dem Siebzigjährigen, „durchdrungen von unerschütterlicher Treue“.

Aufwand und Künstlichkeit

Was die kostbare Ausstattung der sogenannten „Gratulations-Adressen“ angeht, machen nur wenige der Königs-Getreuen im Lande eine Ausnahme. Dem aufmerksamen Ausstellungsbesucher wird nicht entgehen, um in all dem überbordenden Prunk die bescheidenste Glückwunschadresse zu bemerken. Die sandten die Klosterschwestern von St. Josef in Zangberg in die Münchner Residenz. Sie erkannten im jovialen und gottesfürchtigen bayerischen Prinzregenten Luitpold offensichtlich als einzige den Marienverehrer und ließen zum Jubeldatum 12. März 1891 das Bild der „immerwährend hilfreichen Gottesmutter Maria“ farbig auf hellen Karton bringen.

Von Meisterhand in großen kunstvollen Lettern findet sich der vollständige lateinische Text der berühmten marianischen Antiphon aus dem Stundengebet „Salve Regina“ auf einem geschmackvoll gestalteten Papierbogen. Damit wollten die Zangberger Nonnen den von ihnen hochgeachteten Herrscher unter den besonderen Schutz der geistlichen „Landesmutter“ Maria stellen. Bis zum 27. März 2022 ist Zeit, sich die Werke anzuschauen. Heiligabend und Silvester ausgenommen, immer dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags bis 10 Uhr.

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