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BAHNAUSBAU

20 Meter hohe Strommasten: Ampfing verlangt Nachbesserungen von der Deutschen Bahn

Die Kinderkrippe „Isenzwergerl“ liegt hinter der Bahnlinie, der Außenbereich ist nur 15 Meter davon entfernt. Um gesundheitliche Schäden der Kinder und Anwohner der Bahnlinie zu verhindern, will die Gemeinde, dass die geplante Bahnstromtrasse zum Beispiel erdverkabelt wird.
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Die Kinderkrippe „Isenzwergerl“ liegt hinter der Bahnlinie, der Außenbereich ist nur 15 Meter davon entfernt. Um gesundheitliche Schäden der Kinder und Anwohner der Bahnlinie zu verhindern, will die Gemeinde, dass die geplante Bahnstromtrasse zum Beispiel erdverkabelt wird.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Die Bahn hält weiter am Ausbauziel 2030 fest. Im kommenden Jahr sollen die Planfeststellungsverfahren für alle Abschnitte zwischen Markt Schwaben und Burghausen eingeleitet sein. Aktuell laufen Voruntersuchungen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit. Aus Ampfing gibt es Kritik.

Ampfing – Grundsätzlich begrüßt die Gemeinde den Ausbau und die damit verbundene Elektrifizierung, wie es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hieß. Höhere Streckengeschwindigkeiten und schnellere Zugfolgen würden den Einwohnern zugutekommen und den Standort attraktiver machen. Doch es gibt auch große Bedenken.

Hochvoltleitung quer durch den Ort

Die Planung sieht vor, dass im Streckenabschnitt Schwindegg-Mühldorf neben der 15 Kilovolt-Fahrstromleitung auch eine Bahnstromleitung mit 110 Kilovolt verlegt werden soll. Damit würde auf einer Länge von rund drei Kilometern eine Hochvoltleitung mitten durch Ampfing verlaufen. Etliche Wohngebäude und eine Kinderkrippe würden sich dann im unmittelbaren Bereich von elektrischen und magnetischen Feldern befinden.

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„Neben den gesundheitlichen Bedenken stellt sich für uns die Frage, wie sich die bis zu 20 Meter hohen Strommasten auf unser Ortsbild auswirken“, sagte Bürgermeister Josef Grundner (CSU). Aus diesem Grund stellt die Gemeinde Ampfing im Zuge des Untersuchungsverfahren drei Forderungen:

• Elektrische und magnetische Felder sollen im Ortsbereich vermieden werden. Die Gemeinde befürchtet, dass diese die Gesundheit der Anwohner und der Kinder beeinträchtigen könnten. Die Deutsche Bahn solle deshalb auf die Starkstromleitung verzichten und stattdessen auf eine Erdverkabelung setzen. Es sollte auch in Erwägung gezogen werden, ob bestehende Starkstrommasten beziehungsweise -leitungen des öffentlichen Netzes im Norden der Gemeinde genutzt werden könnten. Eine Trassenführung entlang der Autobahn im Süden von Ampfing sollte ebenfalls in die Planungen integriert werden.

• Im Ortsbereich von Ampfing soll auf hohe Strommasten verzichtet werden. Seit Jahren läuft die Ortskernsanierung und legt Wert auf eine hochwertige Gestaltung der öffentlichen Räume. Auch bei der Gestaltung der Bahn-Lärmschutzwände hat die Gemeinde viel Geld in die Hand genommen, damit diese ein gefälliges Erscheinungsbild erhalten konnten. Die geplante Bahnstromtrasse würde das Ortsbild massiv schädigen. Mit 16 bis 20 Meter hohen Strommasten im Abstand von 50 bis 70 Metern werde Ampfing in zwei Teile zerschnitten. Die Masten mit den dazugehörigen Leitungen würden als Fremdkörper im Ort wirken und das gesamte Erscheinungsbild der Gemeinde nachteilig prägen.

• Der Untersuchungsbereich soll auf den gesamten Ortsbereich Ampfing ausgeweitet werden. Bislang endet der Planungsabschnitt 1, nur bis zum westlichen Ortsende von Ampfing. Die Gemeinde sieht es aber als erforderlich, bei der Ausarbeitung von möglichen Alternativen die im weiteren Streckenverlauf anfallenden Probleme beachtet werden.

Das Ortsbild darf nicht leiden

Für Rainer Stöger (Die Grünen) beeinträchtigt allein schon die Lärmschutzwand das Ortsbild der Gemeinde Ampfing. Er konnte sich daher der Stellungnahme voll anschließen. Auch für Dr. Marcel Huber (CSU) darf das Ortsbild durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke nicht leiden. Durch das Vor-Verfahren würden nun die Themen und die Flächen festgelegt, die bei der nachfolgenden Umweltverträglichkeitsprüfung betrachtet werden. Es sei daher wichtig, dass das Untersuchungsfeld nicht am westlichen Ortsende endet, sondern der gesamte Ort in die weitere Betrachtung einbezogen wird.

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Die Bahn benötigt für den elektrischen Betrieb eine hohe Versorgungssicherheit. Für das weitere Verfahren sei es erforderlich, dass sich die Gemeinde den Rat von Fachleuten einholt. Es gibt laut Huber jedoch nur wenige Spezialisten für das Thema „Bahnstrom“.

Der gesamte Gemeinderat stand hinter der Stellungnahme der Gemeinde.

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