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Der Vergangenheit auf der Spur

Der Vorhang fällt an der ersten Tafel beim Findling an der Kanalbrücke: (von links) Stefan Grünfelder, Tobias Windhorst und Elias Wimmer bei der feierlichen Einweihung des Lehrpfads.
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Der Vorhang fällt an der ersten Tafel beim Findling an der Kanalbrücke: (von links) Stefan Grünfelder, Tobias Windhorst und Elias Wimmer bei der feierlichen Einweihung des Lehrpfads.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Töging. – Anlässlich der Stadterhebung Tögings vor 50 Jahren wurde kürzlich ein Geschichtslehrpfad eingeweiht.

Zur feierlichen Enthüllung der ersten Tafel waren rund 70 Interessierte an die Kanalbrücke beim Wasserschloss gekommen, wo Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst allen Unterstützern und Beteiligten dankte. „Das ist eine echte Bereicherung für alle Töginger und Nicht-Töginger“, lobte das Stadtoberhaupt die neueste Attraktion.

Bilder-Fundus gibtAnstoß zum Projekt

Dass die Enthüllung des Geschichtswegs auch Teil der Heimatolympiade anlässlich der Stadterhebung im Olympiajahr 1972 war, erklärte Stadtrat und Kulturreferent Elias Wimmer. Als Nächstes findet in diesem Rahmen am Samstag, 16. Juli, die Musikolympiade statt. Den Abschluss bildet die Sportolympiade am 30. und 31. Juli. Fleißige Teilnehmer können sich ein Freigetränk auf dem diesjährigen Volksfest verdienen. Informationen hierzu gibt es bei der Stadt Töging.

In seinem Grußwort erläuterte Ideengeber Hans-Werner Bauer die Entstehungsgeschichte des Projektes. Basis waren zahllose historische Lichtbilder Tögings aus dem Fundus von Englbert Petershofer, von denen er mehrere Tausend eingescannt und zunächst zu acht Bildtafeln verarbeitete. Doch für ihn alleine war das Projekt zu groß, daher wandte er sich an den Töginger Heimatbund, der dann die Idee zu einem Geschichtslehrpfad weiterentwickelte.

Dessen Stationen sollten über die Bilder hinaus auch die Geschichte der Stadt erläutern. Die sich in der Folge entwickelnde Diskussion über Standorte, Inhalt und Gestaltung der Tafeln konnte schließlich unter der Mithilfe des Bayerischen Vereins für Landespflege zu einem guten Ende gebracht werden: „Dr. Rudolf Neumaier aus München befand auch meinen ersten Vorschlag für die Tafel an der Kirche St. Johann Baptist für zu detailliert“, gestand der Vorsitzende des Töginger Heimatbundes, Stefan Grünfelder, bei der Enthüllung am Sonntag. Seinem Einsatz in den vergangenen Monaten ist es zu verdanken, dass inzwischen acht der insgesamt 16 geplanten Schautafeln fertig sind. „Eine Erweiterung bleibt aber jederzeit möglich, sofern sich weitere Sponsoren finden“, betonte Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst.

Jede der Edelstahl-Tafeln, die auch in Töging hergestellt werden, hat einen Materialwert von rund 1000 Euro und wird vom städtischen Bauhof installiert und künftig gepflegt. Auf 1,3 Metern Breite und einem Meter Höhe ist genau der Platz, der benötigt wird, um informative Details zu bieten, ohne dabei zu langweilen. Die Tafeln sind auch mit einem QR-Code versehen, über den man sich im Internet noch weitere Informationen holen kann. „Die Homepages sind aber noch nicht geschaltet“, räumte Stefan Grünfelder ein.

Die erste Tafel beim Findling aus der Eiszeit, der beim Bau des Innkanals vor 100 Jahren freigelegt wurde, widmet sich der ältesten Geschichte Tögings. An der Schautafel bei der Kanalbrücke am Wasserschloss ist der aktuelle Forschungsstand von der Urzeit bis zu den Funden aus der Römerzeit an der Furt über den Inn beim Sollerholz erklärt.

Weiter ging es für die geschichtsinteressierte Wandertruppe dann zu einer Schautafel neben der Bushaltestelle „Kirche“ an der Hauptstraße, die von Tögings Geschichte unter den Bajuwaren bis ins 19. Jahrhundert hinein berichtet.

Unweit davon, beim Kirchenparkplatz, sind auf einer weiteren Tafel 24 Bauernhöfe zu sehen, die im Zentrum Tögings mit seinen nur wenigen Hundert Einwohnern bis vor 100 Jahren zu finden waren. Neben den historischen Bildern sind die aktuellen Gebäude an den Standorten der Bauernhöfe abgebildet: „Da sind nur noch wenige der historischen Gebäude erhalten“, erklärte Sponsor und Stadtrat Josef Neuberger.

Die vierte Schautafel entlang des Wegesrands ist dann direkt beim Eingang zur Kirche St. Johann Baptist zu finden. „Da wir ja nächstes Jahr den seit 100 Jahren bestehenden Anbau zur Kirche feiern, hatten wir selbst so was im Sinn gehabt“, bedankte sich Pastoralreferentin Marianne Kaltner bei den Schöpfern des Geschichtswegs.

Rathaus alskrönender Abschluss

Die fünfte Tafel führte zum Vorplatz der Kantine im Industriepark Inntal, wo künftig die Geschichte des Aluminiumwerks und der Industrie in Töging detailliert zu erkunden ist.

Letzte Station war am Sonntag dann das Töginger Rathaus, wo nicht nur kühlende Erfrischungsgetränke auf die Teilnehmer warteten. Neben der Geschichtstafel des Rathauses selbst, auf der die politische Geschichte Tögings seit 1945 erläutert wird, hatten die Organisatoren auch noch die Schautafeln von der Kirche St. Josef und vom Bahnhof dort vorübergehend aufgestellt, um sich die langen Laufwege bei den doch recht hohen Temperaturen zu sparen.

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