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Für das Immunsystem

Der Eisbrecher vom Flossinger Weiher: Robert Hauner zeigt sich dabei ziemlich unverfroren

Wie ein Eisbrecher pflügt Robert Hauner Schritt für Schritt durch das noch dünne Eis am Flossinger Badeweiher. Zwei- bis dreimal pro Woche nimmt er dieses ungewöhnliche Bad.Rudolf Mayer
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Wie ein Eisbrecher pflügt Robert Hauner Schritt für Schritt durch das noch dünne Eis am Flossinger Badeweiher. Zwei- bis dreimal pro Woche nimmt er dieses ungewöhnliche Bad.Rudolf Mayer
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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52-jähriger Garser scheut auch im tiefsten Winter nicht das Bad im kalten Nass: „Weil es das Immunsystem anregt!“ Doch Ärzte warnen auch: Auf diese Punkte sollte man achten!

Flossing – Seelenruhig weilt Robert Hauner am Ufer des Flossinger Badeweihers, entkleidet sich plötzlich, legt Jacke Hose und Stiefel schön säuberlich in den Schnee, bis er schließlich nur noch mit Badehose da steht. Eine Mütze darf nicht fehlen und schon watet er in das kühle Nass an diesem Morgen, scheinbar unbeeindruckt von den Temperaturen, die sich gerade Mal um den Gefrierpunkt befinden. „Im Winter ist das besonders schön. Da ist nicht so viel los“, grinst Hauner.

Form der Abhärtung seit über drei Jahren

Dem Beobachter mag hier vielleicht ein kalter Schauer über den daunenwarm verpackten Rücken laufen. Doch für Robert Hauner ist das Bad im kalten Weiher ein lieb gewordenes Ritual geworden, das er schon mehr als drei Jahre konsequent pflegt. „Weil es Spaß macht und auch gesund hält“, erklärt der 52-jährige aus Gars-Bahnhof, der sonst gerne im Weitsee bei Schnaitsee ein Winterbad nimmt, aber auch gerne nach Flossing ausweicht, weil der aktuell noch nicht ganz zugefroren ist wie etwa andere Seen.

Der Bruder praktiziert das Winterbaden schon seit 17 Jahren

„Das liegt wohl daran, dass er einen Zu- und Ablauf hat“, meint der 52-jährige, der nicht der einzige in seiner Familie ist, der diese Art der winterlichen Abhärtung praktiziert. „Mein Bruder macht das schon seit 17 Jahren, aber er macht das am Starnberger See!“

Alles unter Eis und Wasser – bis auf Hände, Füße und Kopf. Und das bis zu drei Minuten lang.

Die durch die Kälte kraulen:

Wagemutige steigen beim Chiemsee-Eiskönig ins Wasser

Es sind nur einige Minuten, eine bis drei, die Hauner im eiskalten Weiher verbringt. Er legt sich ins Wasser, macht einige Schwimmzüge, streckt zwischendrin Hände und Füße aus dem Wasser, die unter diesen Bedingungen im kalten Nass am schnellsten an Wärme verlieren. Und er trägt Mütze, damit der Kopf nicht auskühlt. Zwei bis drei Mal in der Woche schlüpft er in die Badehose, verrät er. Zur Mittagsstunde oder auch mal am Abend geht es dann in einen Weiher oder See, stets aber in Ufernähe.

Schon Goethe war ein Eisschwimmer

Winterbaden oder -schwimmen wird seit Jahrhunderten als Volkssport in vielen Ländern mit natürlich zufrierenden Gewässern betrieben. Bereits von Johann Wolfgang von Goethe ist bekannt, dass er das Eis der Ilm aufgehackt hat, um im kalten Wasser zu baden. Und auch Sportmediziner und Kardiologe Dr. Felix Schulte von der Gemeinschaftspraxis „Herznah“ in Mühldorf, bestätigt, dass der Kältereiz durchaus einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben kann. „Diesen Effekt erreicht man auch mit Wechselduschen.“ Drei bis vier Sekunden unter der kalten Dusche – sukzessive von warm auf kalt umgestellt, würden reichen, um den Organismus zu aktivieren.

Personen mit einem Herzleiden wird vom Eisbaden abgeraten

Schulte warnt allerdings auch davor, dass das Bad in einem See nur Personen ohne Herzleiden nehmen sollten. Eine robuste Gesundheit empfiehlt er. Auch sollte der Kältereiz generell nicht plötzlich erfolgen, sondern schrittweise.

Das Winterbad tut dem 52-Jährigen offenbar gut. Das Lachen nach dem Bad im kalten Wasser spricht Bände.

„Der Körper muss sich an die Kälte gewöhnen. Das heißt: Erst mit den Beinen rein, dann die Oberschenkel nass machen, danach kommt der Po, dann der Rest.“ Ein Sprung ins kalte Nass etwa, könne im Extremfall dazu führen, dass sich die Stimmritze verengt und dadurch Atemprobleme entstehen. „Und das kann gefährlich werden!“, mahnt Schulte zur Vorsicht.

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Ein ganzer See für ihn alleine

Hauner beherzigt all diese Regeln: „Seit ich das mache, war ich kein einziges Mal krank!“, berichtet er stolz an diesem noch etwas trüben Vormittag, der sich plötzlich aufhellt, weil die ersten Sonnenstrahlen auf den See fallen, den nach den Schneefällen der letzten Tage eine herrliche Winterlandschaft umgibt. Hauner überlegt kurz, doch lässt gleich wissen.

Winterfreuden im einsamen See

„Die Sonne wird mich aber nicht zu einem weiteren Bad heute überzeugen!“ Dann eben ein anderes Mal. Denn eines dürfte sicher sein: Zum Baden gehört der See Robert Hauner wohl noch längere Zeit ganz alleine.

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