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25-JÄHRIGES JUBILÄUM

Der Ebinger Organist Konrad Kern mag Klassik, aber keine Tanzmusik

Aufgrund der Corona-Auflagen gibt es am Sonntag, 2. Mai, in Ebing keinen Gottesdienst.
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Aufgrund der Corona-Auflagen gibt es am Sonntag, 2. Mai, in Ebing keinen Gottesdienst.
  • vonUrsula Huckemeyer
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Seit 25 Jahren begleitet Konrad Kern die Ebinger Gemeinde musikalisch durch den Gottesdienst. Wie es dazu kam und warum er keine Tanzmusik mag, erzählt der Ampfinger, beim Fototermin an der Orgel der Martinskirche.

Waldkraiburg-Ebing – Mit flotter Tanzmusik hat er nichts am Hut, und das hat seinen Grund. „Es hängt mit meinem Vater zusammen, der 40 Jahre lang in verschiedenen Kapellen Trompete spielte“, erzählt Konrad Kern. Da mussten er und seine Schwester oft auf den Papa verzichten, weil dieser häufig mit den Bands auf Veranstaltungen unterwegs gewesen ist. „Daraus resultiert wohl meine Aversion gegenüber dieser Art der Musik“, vermutet der Ampfinger, der selber ein wahrer Klassik-Fan ist.

„Damals konnte ich nicht mehr als ordentliche Grundbegriffe“

Am 1. Mai kann er auf ein rundes Jubiläum zurück blicken. Konrad Kern sitzt nämlich seit 25 Jahren an der Orgel in der Martinskirche in Ebing.

Sein Vorgänger, Fritz Brand, ist im Jahre 1996 plötzlich verstorben. Die Orgel blieb daher stumm. Dieser Umstand ließ den damaligen Kirchenpfleger Josef Rödig nicht mehr ruhig schlafen. Dann bekam er Wind davon, dass es in Ampfing einen jungen Mann geben soll, der sich aufs Orgelspielen versteht. „Mehr als ordentliche Grundbegriffe konnte ich zur damaligen Zeit eigentlich gar nicht vorweisen“, sagt Kern bescheiden, der auch beruflich als Stadtarchivar mit Waldkraiburg verbunden ist.

Mit 15 zu Weihnachten eine Heimorgel bekommen

Wie der 54-Jährige weiter erzählt, hat er mit 15 Jahren zu Weihnachten eine elektrische Heimorgel geschenkt bekommen. Danach brachte ihm die Ampfinger Organistin Maria Buchner die ersten Klänge auf der Orgel bei. Anschließend folgte Kerns Selbststudium am Instrument.

Er wollte die Ebinger nicht hängen lassen

Weil er die Ebinger aber nicht hängen lassen wollte, spielte er am 1. Mai 1996 erstmals in der Kirche St. Martin, damals in dem Glauben, seine neue musikalische Aufgabe sei nur eine vorübergehende Sache.

Das war ein Irrtum, wie er heute weiß. „Mittlerweile bin ich im Ort natürlich gut integriert. Und wenn ich mir die Gräber auf dem Friedhof betrachte, weiß ich, auf wie vielen Beerdigungen ich schon gespielt habe.“

An jedem Sonn- und Feiertag

An jedem Sonntag sowie an Feiertagen und anderen kirchlichen Anlässen können sich die Ebinger auf ihren Organisten verlassen. Ein bisschen mager schaut es allerdings mit dem Kirchenchor aus. Da lassen nur vier Frauen ihre Stimmen ertönen und selbst die sind nach Darstellung Kerns nicht jeden Sonntag vollzählig vertreten. Eine Verstärkung des Kirchenchors könnte sich der Organist und Leiter des Chores daher gut vorstellen.

Seit Kurzem hat er auch eine Vertreterin

Ein anderer Wunsch ist jedoch bereits in Erfüllung gegangen. Nachdem der Ampfinger jahraus, jahrein ohne Vertretung den Dienst an der Orgel versah, unterstützt ihn nun Marie-Sophie Rödig. „Das freut mich sehr, denn ich kann ja auch einmal verhindert sein.“

Ehrung verhindert Corona

Eigentlich hätte Kern am Sonntag, 2. Mai, den Gottesdienst nicht nur musikalisch begleitet. Er wäre auch für seine Dienste geehrt worden.

Doch Corona macht auch da einen Strich durch die Rechnung. Wegen der extrem hohen Infektionszahlen im Landkreis und besonders in Waldkraiburg sind alle Gottesdienste abgesagt. Wann die Ehrung nachgeholt wird, ist offen.

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