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Baugebiet Allersheim geht voran

Kampf gegen die Regenflut: Wie Schwindegg die Häuser seiner Bürger schützen will

Der Gemeinderat Schwindegg will das Baugebiet Allersheim schon im Vorfeld gegen Überschwemmungen durch Starkregen schützen.
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Der Gemeinderat Schwindegg will das Baugebiet Allersheim schon im Vorfeld gegen Überschwemmungen durch Starkregen schützen.
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
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Der Gemeinderat Schwindegg will die künftigen Hausbesitzer besser gegen Starkregen wappnen. Nach der Diskussion im Gremium über das Für und Wider der angedachten Schutzmaßnahmen wurde einstimmig ein Ingenieurbüro mit der Planung und Kostenschätzung beauftragt.

Schwindegg – Um fehlende Baugrundstücke schnell zur Verfügung stellen zu können wurde im Juni 2021 der Bebauungsplan „Allersheim“ aufgestellt.

Im Januar 2022 wurde der Entwurf vom Gemeinderat gebilligt und die frühzeitige Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen. Diese wurde bis März durchgeführt.

Erste Auslegung wird im Oktober geplant

Zum Bebauungsplan fehlten der vollständige Umweltbericht und die Entwässerungsplanung. Hintergrund war, dass der beauftragte Biologe noch Zeit bis Mitte des Jahres benötigte, um seine Arbeit im Untersuchungsgebiet abzuschließen. Weiterhin konnten die Ingenieurleistungen, insbesondere in Bezug auf die Entwässerung des Gebietes noch nicht fertiggestellt werden. Ein Bodengutachten war notwendig, um hier konkrete Planungen auszuführen.

Das Problem war, dass keine Büros verfügbar waren, die die geologischen Untersuchungen durchführen konnten. Schließlich konnte, im Mai 2022, der Gemeinderat ein Büro beauftragen. Das Büro Igewa benötigte jedoch wiederum eine Bohrfirma für die Tiefenbohrungen. Der für die Bohrungen genannte Termin Mitte August konnte um drei Wochen beschleunigt werden. Sobald das Gutachten erstellt ist, können die Erkenntnisse mit denen der Starkregensimulation zusammengeführt werden. An diesen arbeitet das Büro Behringer.

Die Daten werden benötigt, um Aussagen zur Entwässerung treffen zu können. Damit können dann die Straßen- und Gebäudeplanung sowie eventuell notwendige Festsetzungen angepasst werden. Zusätzlich musste, aufgrund einer Stellungnahme der Bahn das Lärmgutachten nochmals überarbeitet werden. Außerdem gab es bei der Begründung des Bebauungsplans ein Problem. Die Planerin musste notwendige Änderungen mit dem zuständigen Mitarbeiter der Regierung abstimmen.

Ziel soll sein, dass in der Gemeinderatssitzung vom Oktober die Abwägung aus der frühzeitigen Beteiligung erfolgt, sowie der neue Entwurf des Bebauungsplans gebilligt und die erste Auslegung beschlossen werden kann.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte Alexander Reindl vom Ingenieurbüro Behringer den aktuellen Stand der Starkregensimulation und die Möglichkeit zur Einrichtung von Baumrigolen. Bei Baumrigolen handelt es sich um technische Bauwerke. Ein Tiefenbeet um einen Baum stärkt den natürlichen Wasserhaushalt und die Verdunstung und verbessert das Mikroklima. Zusammen mit Zisternen stellen sie eine wichtige Säule dar, um Starkregen entgegenzuwirken.

Judith Bogner (Grüne) wollte wissen: „Angesichts fallender Pegel muss sorgsam mit Trinkwasser umgegangen werden. Ist in der Simulation eingearbeitet, welche Volumina sich ergeben und dass diese Häuser versorgt sind?“ Reindl antwortete, der technische Nachweis sei schwer, da es keine genauen Vorhersagen gäbe.

Martin Thalmeier (CSU) sah das Problem, dass im steiler abfallenden Hangbereich die Baumrigolen keine Hangwurzeln ansetzen könnten. Dazu klärte Alexander Reindl auf: „Jeder Baum hat zwölf Kubikmeter Wurzelraum, damit er optimalen Wurzelwuchs ausbilden kann.“

Starkregen muss berücksichtigt werden

Ingrid Obermeier- Osl (CSU) forderte mehr Informationen und genaue Kosten zu den Rigolen ein. Hermann Hager (Grüne) hatte Starkregenereignisse vor Augen und fragte nach einem Notablauf, wenn die Baumrigole vollgelaufen sollte. Reindl antwortete, die Baumrigolen seien nur zwei zusätzliche Puffer bei Starkregen.

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Richard Huber (CSU) fand, zusätzliche Maßnahmen würden den Quadratmeterpreis steigern. Die Rigolen seien ein Luxus und man solle sich auf das konzentrieren, was notwendig sei. Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) sprach sich für die Baumrigolen aus.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass das Ingenieurbüro Behringer entsprechende Konzepte für die Umsetzung von Baumrigolen prüfen und bis zu einer Kostenschätzung planen sollte. Die Ergebnisse werden dem Gemeinderat wieder vorgestellt, um über die Umsetzung zu entscheiden.

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